Bingo,
das ist das, was ich sagte.. einziges Kriterium kann sein, das es im finanziellen Sinne nicht "wehtun" darf, wenn es nicht gelingt.
Aber auch da kann man dann meist mit dem "Selbst versuchen" vor der Ruinierung noch abbrechen, wie hier im Thread geschehen und die Teile in die Reparatur geben, wenn es denn doch zu sehr schmerzt.
Basteln macht wirklich nur dann einen Sinn, wenn man ein Objektiv um wenig Geld bekommt, es bei Verlust "verschmerzen" kann und von der optischen Leistung schon vor dem Gebastel überzeugt ist. Eine Bastelei, ohne sich vorher durch etliche Berichte, Anleitungen, Vorstellungen etc.. durchgelesen zu haben, ist unsinnig. Nur bei starkem Forscherdrang und der Bereitschaft mit einem Verlust zu leben, macht es wieder Sinn.
Sich ein Objektiv unter das "Messer" zu legen, um dann festzustellen, es taugt nix... mir wäre die Zeit zu schade, zumal es massenhaft gutes Glas gibt. Es muss schon vorhanden sein (wodurch auch immer), sehr günstig und gut sein und es muss eben auch etwas besonderes bieten im Preis / Leistungsgefälle.. Dann ists immer noch die Frage, ob man da etliche Euro für einen Umbau oder eine Eigen-Reparatur mit schlechtem Ausgang versenkt oder doch gleich bei einem Schnäppchen einen Profi ranläßt.
Auch bei mir gibt es einige Objektive, von denen ich lange die Finger gelassen habe, weil mir ein eventuell entstehender Schaden als zu hoch eingestuft wurde. Gelegentlich, wie bei den Asphärischen Canon Objektiven, siegt dann aber die Neugier in Verbindung mit einem unschlagbaren Angebot für mich.
So blieb z.B. für den Umbau des Canon FD 1.2/85mm S.S.C. und des Canon FD 1.4/24mm S.S.C. mein heutiges Canon FD 1.2/55mm S.S.C. Aspherical als "Lohn" und damit Lockruf zur Aufgabe dieser Haltung "hängen", also Umbauten trotz meiner ursprünglichen Ablehnungshaltung gegen den Umbau dieser Objektivgattung mit feststehenden Rücklinsen und der notwendigen Präzission nun doch durchzuführen. Da hat es mich dann doch zu sehr "gejuckt" in den Fingern und es ist eine gute Sache geworden, aus der ich noch etliches gelernt habe. Rein technisch gesehen, ist in der Folge der neuen Erkenntnisse eine nicht ganz geringe Summe Geldes mit reingewandert für die später notwendig gewordenen Spezialteile, die ich aber jetzt auf "Halde" liegen habe. Grundsätzlich sind diese Umbauten jetzt beherrschbar für mich. Insbesondere beim 1.2/55mm hab ich eine Menge Erfahrung sammeln können, nachdem die anderen zwei das Haus wieder verlassen haben, die künftig auch auf das 1.2/85mm S.S.C übertragbar sind (höhenjustierbare Rücklinsenfassung mit verengten Gewinden um in M42 oder M39 Standard Adaptern ohne Kragen aufgenommen zu werden etc..) Hier hab ich dann quasi an meinem Schnäppchen weiter probiert und einen höheren Fertigungsstand erreicht, als die beiden Objektive, die längst wieder bei ihrem Besitzer angekommen und im Einsatz sind.
Der Besitzer wurde über die Einschränkungen bei einem solchen Umbau informiert, auch wurde ihm gesagt, das er bei einem Scheitern maximal seine Objektive zurück bekommt und dann weitersehen muss.. Aber das war ihm alles selbst klar.
Da ich aber schon einige Objektive mit deutlich geringerem Schwierigkeitsgrad aus der FD Welt für ihn umgebaut hatte, wollte er auch nach Risikobelehrung dieses Risiko trotzdem eingehen, weil er durch die bisherigen Erfahrungen mit meinen Umbauten wohl einen sehr positiven Eindruck von der Arbeit hat.
Insofern sind auch solche Wertangaben in absoluten Zahlen bei Verlust wenig hilfreich, weil die Grenzen eben immer verschieden sind, also auch der Einstandspreis der Objektive so verschieden sein kann, das dies nicht greifbar wird und dann individuell verschieden ausfallen.
Insofern wiederhole ich künftig in meinen Threads zu Reparaturen oder Umbauten diese Meinung:
Wagen sollte jemand so etwas nur, wenn ein Verlust finanziell nicht schmerzt und man sich sicher ist, sich nicht hinterher in den "Allerwertesten" zu treten, weil man sich doch überschätzt oder etwas anders hätte machen können oder hätte professionell machen lassen.
LG
Henry



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