Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
Es verhält sich mit den Dingern im Grunde wie bei den Anfängen der Digitaltechnik in den Kameras. Ist genug Licht vorhanden, werkeln sie brauchbar und die Sucherlupe suggeriert eben den Vorteil der besseren Scharfstellung, was vielen hilft, die manuell sonst mit einer mehr oder weniger gut eingestellten Mattscheibe nicht klarkommen, speziell wenn es um hochöffnende Objektive geht.

Darin liegt der derzeitige Vorteil..

Mit den "Krücken" Peaking - Mode und Sucherlupe wird zur Zeit noch den absolut unzureichenden Eigenschaften derzeitiger EVFs entgegengewirkt, denn ohne diese technischen Schmankerl wäre ein Bild mit 1600 oder 3200 ISO nur eine nachleuchtende Masse im Sucherbild, mit der sich "0,garnichts" scharfstellen ließe.

Wenn die EVF's dann irgendwann soweit sind, dass sie die optische Qualität und Einstellbarkeit bereits bei normaler Sucherbildbetrachtung gestatten, kann das funktionieren. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser die Elbe herunter und man muss mit den "Unzulänglichkeiten" leben.

Da wären insbesonder die störenden Umschaltvorgänge des EVF aus dem Lupen in den Ansichtsmodus, das Nachleuchten bei hohen ISO und die noch höhere Auslöseverzögerung durch diese "Spielereien" gegenüber einer DSLR zu nennen.

Aus technischer Sicht gibt es aber auch am Spiegelsucher der DSLR noch erhebliches Verbesserungspotential. Wer einmal durch den Sucher eine alten Leica SL2 oder einer Leica R5-9 geschaut hat, weiß was da - gemessen an den heutigen DSLR Kameras - noch so alles geht.

So wird es vermutlich noch lange Jahre eine Koexistenz beider Systeme geben.. und auf Profi-Ebene ganz sicher der Spiegel noch lange Zeit nicht obsolet werden.

LG
Henry
Das merke ich zurzeit bei der extremen Makrofotografie mit langem Auszug (z.B. am Balgengerät). Das Sucherbild dunkel und die Schärfentiefe extrem gering. Das ist mit der EVIL-Kamera und Sucherlupe mühsam. Früher gab es Spezialsucherscheiben (z.B. für die Minolta X700) mit Fadenkreuz, wo man nach "verschwindender Paralaxe" einstellen konnte. So etwas hatte ich aber damals - ca. 1984 - nicht.

Habe nun das Canon Macro Photo 3,5/20mm. Dort macht sich die Beugungsunschärfe schon bei Blende 5,6 bemerkbar und ab 8 wird es richtig matschig, was aber bei den Extremmaßstäben physikalisch bedingt ist. Eine verbesserte Einstellhilfe wäre hier von Vorteil, um schneller arbeiten zu können.