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Thema: Canon T90: Service-Tag

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Spitzenkommentierer
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    Beim Selbstwerken gewinne ich laufend neue - vernünftige - Einsichten.

    Nicht alles muss und kann perfekt sein.

    Mit Fehlern und Einschränkungen kann man leben, muss es auch.

    Die T90 zB hat eben die genannten Schwachstellen, da kommt man nicht aus.

    Ist die Kamera deshalb aufzugeben? Und mit ihr alle Freuden beim Einsatz?

    Sicher nicht.

    Dann muss man den Oldtimer eben warten. Also hier die Verschlussrollos regelmäßig reinigen und den müden Anker auf Trab halten.

    Selbst zur Sache gehen macht frei von Werkstatt und Kosten.

    Und auch dort werden kleinere, nicht auffallende Fehler gemacht - nur, wer will die schon finden, wenn er selbst keinen Schraubendreher hat?
    Geändert von Ando (08.07.2022 um 17:29 Uhr)
    Gruß,

    Andreas

  2. Folgender Benutzer sagt "Danke", Ando :


  3. #2
    Spitzenkommentierer
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    Das Problem mit verklebten Verschlusslamellen bei frühen EOS-Kameras und eine (erweiterte) Reinigungsprozedur werden hier sehr gut beschrieben:

    „Manage Your EOS Camera’s Sticky Shutter“


    Da die T90 ja die letzte FD-Kamera vor dem Schwenk auf EF (EOS) ist und ebenfalls den Copal-S-Verschluss beherbergt, kommt man damit weiter.

    Allerdings schrecke ich vor der dort beschriebenen „Karton-Methode“ dann doch zurück

    Ich glaube, dass die Verklebungen den Verschlussablauf gestört haben und es diese eine Lamelle büßen musste.

    Dass ich mit dem „Benzin-Stäbchen“ so fest aufgedrückt habe, dass dort zwei kleine Dellen daran erinnern, ist ja gar nicht möglich. Wie soll das gehen, die Lamellen hängen ja frei übereinander, da wäre vorher wohl der Verschlussvorhang ausgebrochen.

    Aber was wäre die Alternative zum Reinigen gewesen?

    Lasse ich es, wie es ist, wird der Verschluss auf jeden Fall unbrauchbar.

    Wie immer gilt für einen Eingriff, dass er

    • nur dann erfolgt, wenn sonst nichts mehr hilft
    • (nach Erkennen der eigenen Grenzen) selbst vorgenommen wird
    • und ich nicht unglücklich bin, wenn es nicht (ganz) gelingt


    Eine harte Schule - aber besser als jede Illusion
    Gruß,

    Andreas

  4. #3
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
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    Hallo Andreas!
    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    Allerdings schrecke ich vor der dort beschriebenen „Karton-Methode“ dann doch zurück
    Ich glaube, dass die Verklebungen den Verschlussablauf gestört haben und es diese eine Lamelle büßen musste.
    Das glaube ich nicht.
    Vielmehr glaube ich, dass der "goo" (verflüssigter Schaumstoff) Sandkörnchen durch seine Klebekraft an einer Stelle festgehalten hat, an der die Lamelle durch diese Sandkörnchen eingebeult wurde.
    Die Karton-Methode ist da sehr wohl anzuraten.
    Gruß, Michael

  5. Folgender Benutzer sagt "Danke", waldbeutler :


  6. #4
    Spitzenkommentierer
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    Zitat Zitat von waldbeutler Beitrag anzeigen
    Hallo Andreas!

    Das glaube ich nicht.
    Vielmehr glaube ich, dass der "goo" (verflüssigter Schaumstoff) Sandkörnchen durch seine Klebekraft an einer Stelle festgehalten hat, an der die Lamelle durch diese Sandkörnchen eingebeult wurde.
    Die Karton-Methode ist da sehr wohl anzuraten.
    Der goo ist so etwas wie der Klabautermann der Schrauber

    Ich denke, der Verschluss ist noch ok, was meinst du aus der Entfernung?
    Gruß,

    Andreas

  7. #5
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
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    Hallo Andreas!
    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    Ich denke, der Verschluss ist noch ok, was meinst du aus der Entfernung?
    Da diese zwei Dellen noch nicht eingerissen sind, sehe ich aktuell keine Gefahr.
    Ich hatte schon ein paar Verschlüsse, bei denen die Dellen angebrochen oder eingerissen waren, da wurde es mit jeder Auslösung schlimmer, bis zum Exitus.
    Gruß, Michael

  8. Folgender Benutzer sagt "Danke", waldbeutler :


  9. #6
    Spitzenkommentierer
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    Zitat Zitat von waldbeutler Beitrag anzeigen
    Die Karton-Methode ist da sehr wohl anzuraten.
    Der Copal-S-Verschluss sollte eine Einheit sein, die man ausbauen kann.

    Die Frage ist, ob es machbar ist, den Verschluss so zu zerlegen, dass man an die Problemstelle herankommt. Und ihn dannach wieder funktionsfähig zusammenzusetzen inklusive Justierung.

    In der mir bekannten Literatur gilt dieser Verschluss als Modul, das man komplett austauscht aber nicht repariert. Eben, weil der Verschluss derart komplex ist.

    Hier das Repair Manual zum Copal-S:

    https://learncamerarepair.com/produc...=0&secondary=0


    Was es bedeutet, die T90 zu zerlegen, sieht man hier:

    https://aidilj.com/2017/05/canon-t90...g-the-shutter/


    Ohne darin geübt zu sein ein Himmelfahrtskommando, spätestens dann beim Zusammenbau.

    Die Lösung mit den Kartonstreifen zwischen den Lamellen - das kann ja auch schiefgehen, womöglich verteilt man damit „den Klabautermann“ noch mehr oder beschädigt durch das Ein- und Ausbringen die Verschlussrollos.

    Wie ich mich kenne, werde ich das wohl ausprobieren, aber nicht heute
    Gruß,

    Andreas

  10. #7
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
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    Hallo Andreas!
    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    Die Lösung mit den Kartonstreifen zwischen den Lamellen - das kann ja auch schiefgehen, womöglich verteilt man damit „den Klabautermann“ noch mehr oder beschädigt durch das Ein- und Ausbringen die Verschlussrollos.
    Es sind hier ja keine Rollos, sondern einzelne Lamellen.
    Und davon ist nur eine am Rand leicht beschädigt.
    Wenn du aus Interesse an seiner Konstruktion den Verschluss ausbauen und zerlegen willst, ok - das Zerlegen ist immer viel einfacher als das richtig wieder zusammen bauen.
    Gruß, Michael

  11. #8
    Spitzenkommentierer
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    Ich möchte schon wissen, wo der Klabautermann seinen Verschlag hat.

    Aber dafür eine T90 zu opfern, wäre ein zu hoher Preis.

    Allerdings, gibt man das Problem zur Werkstatt, würde mich interessieren, wie man dort vorgeht. Aufwand und Kosten einmal unberücksichtigt.

    Wir bewegen uns ja oft auf Neuland und müssen improvisieren.

    Wäre die T90 noch im Serviceplan von Canon, würde ein darauf trainierter Techniker den Verschluss wohl austauschen. Wenn man das schon hundert Mal gemacht hat, ist auch das bewältigbar.

    Unsereins - insbesondere ich - steht allermeist vor den Monumenten der besten Ingenieure und muss schauen, wie er das hinkriegt. Ohne Sicherungsnetz. Geht es schief, ist einmal Schluss. Denn Ersatz liegt ja nicht originalverpackt auf Lager, sondern muss erst aus einer anderen Kamera organisiert werden.

    Mein Vater war Höhlenforscher und bis zu 14 Tage auf Expedition.

    Wenigstens riskiere ich nicht mein Leben, aber verrückt muss man in jedem Fall sein, wenn man solche Hobbys hat
    Gruß,

    Andreas

  12. #9
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    Hier eine detaillierte Betrachtung der technischen Details der T90.

    Aus dem SPT-Journal, das heißt, ausführlich mit Beschreibung und Fotos.

    Dieser Scan ist in Graustufen und damit gut lesbar, das ist ja leider nicht immer so:

    https://www.manualslib.com/manual/914438/Canon-T90.html


    Gleich zu Beginn wird der Verschluss gezeigt.

    Ich würde mich bereits vor der Kraft der dort aufgespannten Federn fürchten


    Und hier das original Repair Manual von Canon:

    https://learncamerarepair.com/produc...=2&secondary=1
    Gruß,

    Andreas

  13. #10
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
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    Hallo Andreas!
    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    ... gibt man das Problem zur Werkstatt, würde mich interessieren, wie man dort vorgeht.
    Ich bezweifele, dass irgendeine Werkstatt sich dieses Problems vollumfänglich annehmen würde - eine T90 ist ja nichts außerordentlich besonderes und nicht selten und hat daher keinen großen Wert.
    Gruß, Michael

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