Henry, das was Du schreibst hat wie üblich Hand und Fuß. Ich bin dennoch in einigen Punkten deutlich anderer Meinung, aus drei Gründen:
- Erfahrungen aus den 90er Jahren sind nicht unbedingt ein Maß für heute. Fünfzehn Jahre sind ein langer Zeitraum, in dem sich viel verändern kann. Wir haben auch ein EU-Mitglied, das noch zehn Jahre vor dem Beitritt eine Diktatur war und in dem es vier Jahre vor dem Beitritt noch einen Militärputsch gab. Wer weiß, von welchem Land ich rede?
- Vor einigen Jahren gab es genau die gleichen Bedenken bei der Grenzöffnung zu Tschechien. Jeder faselte von tschechischen und polnischen Autoknackerbanden und sonstigen Kriminellen. Was ist passiert? Nichts.
- Man sollte politische Entscheidungen mit Weitsicht treffen und dabei natürlich auch unerwünschte Nebeneffekte von Zuwanderung und Auswanderung berücksichtigen. Das sind dann letztendlich Fragen der Statistik. Aber man sollte nie Statistiken oder gar reine Spekulationen über theoretische oder zukünftige Statistiken heranziehen, um Vermutungen über konkrete Einzelfälle in Form von Schuldzuweisungen auszusprechen - und nur darum ging es hier ursprünglich.
Im Übrigen bin ich persönlich ein Gegner der EU-Osterweiterung, allerdings aus ganz anderen Gründen.


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