Moin,
vielleicht dann mal etwas zu meinem „Werdegang“ in diesem fotografischen Feld und meinem momentanen Setup.
Nachdem ich mit dem Tamron 2.8/90mm erste Erfahrungen im Bereich bis 1:1 gesammelt hatte, kam schnell der Wunsch nach größeren Abbildungsmaßstäben. Erste Experimente folgten mit einem Retroadapter und einem „umgedrehten“ Canon-Weitwinkelzoom. Ich kam damit schon ein Stück weiter, jedoch waren die Bildergebnisse nicht das Wahre. Selbst an meiner damaligen alten Dame 5D wurde deren Sensorauflösung nie erreicht. Also holte ich ein Canon Lupenobjektiv an Bord, es war glaube ich das 3.5/20mm. Hier experimentierte ich mit Zwischenringen und kam damit der Sache näher. Aber auch hier hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Es war schwierig, damit zu arbeiten. Hauptproblem war das dunkle Sucherbild. Man musste schon ganz schön Licht auffahren, um durch den optischen Sucher überhaupt noch etwas zu erkennen. Vielleicht hatte ich auch die falsche Arbeitsweise, da ich selten offen, sondern bei Arbeitsblende fokussiert habe. Wie dem auch sei, über ein Experimentierstadium kam ich damit nicht hinaus. Vielfach waren die Ergebnisse vielleicht auch so wenig erbaulich, weil ganz leicht verwackelt. Trotz Arbeit im Haus, mit Stativ, Spiegelvorauslösung, Fernauslöser, etc. Bei größeren Abbildungsmaßstäben reicht ja schon ein Lufthauch, kleinste Erschütterungen für einen Einfluss im Bild, je nach Belichtungszeit. Zumindest, wenn man am Küchentisch arbeitet. Ich denke, dass ist mit ein Grund, warum in der Mikroskop-Fotografie der Objektträger und das Objektiv in einer festen Konstruktion verbunden sind. Auch war das gesamte Equipment damals recht „wackelig“ und damit schwingungsanfällig.
Bild aus dieser Anfangszeit: Pyrith, 5DMkII mit Canon Lupenobjektiv 3.5/20mm mit Zwischenringen, beleuchtet durch Halogen-Schreibtischlampe, ISO1250, 1,6 Sekunden (Greenhorn...)
Pyrith.jpg
Damals noch im Glauben, es läge schlicht an der Optik, wurde dann das MP-E angeschafft. Die ersten Tests waren – ebenfalls enttäuschend. Es war zwar gefühlt einen Hauch schärfer, aber die Ergebnisse gefielen mir nach wie vor nicht. Sowohl von der zu erreichenden Schärfe, als auch vom Bildeindruck. Ein echtes „Aha“-Erlebniss kam dann, als ich mit Blitzlicht zu experimentieren begann. Jetzt kam die Schärfe ins Bild! Und auch gleich eine andere Farbgebung, die leicht gelblichen ooc-jpgs mit der Halogenbeleuchtung hatten mich schon immer abgeschreckt – gut, das hätte man natürlich in der EBV noch korrigieren können. Es waren also „vermutlich“ Fehler in meinem Workflow, die es bisher verhinderten, scharfe Bilder zu produzieren. Durch die sehr kurzen Abbrennzeiten der Blitze konnte ich hier nun entgegenwirken. Das MP-E blieb trotz der Erkenntnis, denn es hatte den Vorteil der elektrischen Springblende. Ich hatte also immer mein vergleichsweise helles, optisches Sucherbild. Und das „Gefummel“ mit Zwischenringen konnte ich nun sein lassen, bzw. brauchte ich mir keine Gedanken über einen Balgen zu machen.
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