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Recht am eigenen Bild
Habe im Rahmen einer Sportveranstaltung (Stadtlauf Buchholz) die Läufer; meistens als Portrait, fotografiert.
Darf ich diese Bilder ohne besondere Einwilligung der abgebildeten Personen veröffentlichen (z.B. Homepage, DCC-Galerie) oder muss dazu die schriftliche Einwilligung vorliegen.
Denke mal das bei so einer Veranstaltung im öffentlichen Raum die Personen es hinnehmen müssen; bin mir aber nicht sicher.
Mal ein paar Beispielfotos:
Anhang 13679Anhang 13680Anhang 13681
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AW: Recht am eigenen Bild
Bilder dieser Personen dürfen nur im Zusammenhang mit diesem Ereignis ohne deren Einwilligung veröffentlicht werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild
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AW: Recht am eigenen Bild
Da diese Leute im Rahmen eines für Buchholz zeitgeschichtlichen Ereignisses an dieser Veranstaltung als "laufende Akteure" beteiligt waren, darfst Du die Bilder verwenden.
Bei Portraits am Rande der Laufstrecke stehende Personen, die nicht aktiv an dem Lauf teilnahmen hingegen nicht...
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AW: Recht am eigenen Bild
Dann schränke ich aber mal etwas ein:
Zitat:
Da diese Leute im Rahmen eines für Buchholz zeitgeschichtlichen Ereignisses an dieser Veranstaltung als "laufende Akteure" beteiligt waren, darfst Du die Bilder verwenden.
Nur in zeitlich und räumlich beschränktem Rahmen für die tagesaktuelle Berichterstattung. Demnach müssen die Bilder anschließend wieder aus den Archiven verschwinden (online zumindest) und das kannst Du gar nicht kontrollieren. Außerdem sind die Personen so abgelichtet, dass kein Zusammenhang zu dem entsprechenden Ereignis zu erkennen ist. Dies also im Kontext einer Sportreportage zu deklarieren, finde ich eher nicht zutreffend.
Außerdem ist das Zeigen in Galerien und auf Webseiten keine Reportage über ein zeitgeschichtliches Ereignis, das zieht dann schonmal gar nicht.
Mithin: Finger weg. Ich jedenfalls würde mich wehren, wenn mein Bild irgendwo im Netz auftaucht und ich denke, ich hätte keine schlechten Karten dabei. Nur mal so...
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AW: Recht am eigenen Bild
Die Bilder lassen sich auf das Ereignis zurückführen.. das reicht. Es sind erkennbar teilnehmende Läufer und aus dem Kontext gehen die restlichen Dinge hervor.
Es wird auch nicht von tagesaktueller Berichterstattung gesprochen, sondern von Akteuren, die als Personen öffentlichen Interesses (nämlich durch ihre Teilnahme an dem Lauf) sowohl mit der tagesaktuellen Berichterstattung leben müssen, als auch im zeithistorischen Kontext zu sehen und dauerhaft und nachvollziehbar als Akteure zu belegen sind, schon durch Ort, Datum und Uhrzeit .
Zudem ist überhaupt nicht ausgeführt worden, unter welchen Bedingungen die Bilder veröffentlicht/erscheinen werden. Werden diese in einen Text eingearbeitet, der sich mit der Veranstaltung auseinander setzt ist da erstmal gar nichts los. Beispielsweise wäre dann ja jede Form von Veröffentlichung der Stadt Buchholz über ihre durchgeführten Veranstaltungen ausgeschlossen nach Deinem Verständnis, das aber nicht zutreffend ist.
Wenn dem so wäre, so hätten wir in der Presseagentur jeden Tag massenweise Verstöße gegen irgendwelche Teile dieses Persönlichkeitsrechtes begangen.
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AW: Recht am eigenen Bild
Danke Euch erst mal für die Infos.
Die Bilder würde ich auf meiner HP veröffentlichen, ähnlich wie diese hier: http://www.rainerkleinedowe.de/de/bi...2010/index.php , also kurzer Begleittext; und dann die Fotos.
Dem Ausrichter habe ich die Bilder für die Vereinshomepage ebenfalls angeboten. Ob, und in welcher Form er sie veröffentlichen würde; darauf habe ich natürlich keinen Einfluß.
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AW: Recht am eigenen Bild
http://www.photoscala.de/Artikel/Das...m-eigenen-Bild
Vielleicht hilft Dir das ja besser zu Beurteilen,wie Du Dich jetzt verhalten sollst.
Mir ist das Gegenteil auf dem CSD am Samstag passiert.Zwei Jungens drängten sich vor meine Kamera und wollten unbedingt geknipst werden.Ich tat ihnen den Gefallen,sie bedankten sich und verschwanden dann witziger weise.Ein Foto,aber jetzt für wen?Einen konnte ich doch noch einholen,um ihn nach einer e-mail Adresse zu fragen.Er hat nach dem Erhalt des Fotos höflich zurück gemailt und sich bedankt.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Wenn dem so wäre, so hätten wir in der Presseagentur jeden Tag massenweise Verstöße gegen irgendwelche Teile dieses Persönlichkeitsrechtes begangen.
Das mag schon sein Henry, aber sei dem der alte Kaiser abgedankt hat, ist auch schon eine Menge Wasser die Elbe runter und die technischen Möglichkeiten haben sich verändert. Da ist dann auch die Rechtssprechung mehr als einmal angepasst worden.
Ich such es jetzt nicht extra raus, aber zu einem ähnlichen Fall gabs ein Urteil. Da wurde zwar keine Personen sondern eine Marke im Zusammenhang mit einer tagesaktuellen Berichterstattung verwendet und anschließend im Online-Archiv der Zeitung vorgehalten. Und genau das haben die Richter moniert, da ein Online-Archiv (wenn es denn öffentlich zugänglich ist) sich nicht mehr auf aktuelle Berichterstattung berufen kann. Der Verlag wurde also verdonnert, die Bilder rauszunehmen, oder das Archiv nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Ehrlich gesagt sehe ich da keinen Unterschied zwischen Markenrecht und Recht am eigenen Bild. Schließlich ist eine Berichterstattung kein Freibrief auf Lebenszeit, es sei denn der abgebildete Läufer wird mal Weltmeister oder Bundeskanzler und steht dann natürlich etwas mehr im öffentlichen Interesse.
Davon abgesehen wage ich zu bezweifeln, dass sich jeder mit einer Kamera in der Hand auf diese jounalistischen Ausnahmeregelungen berufen kann. ;)
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AW: Recht am eigenen Bild
Nach §23 KUG ist es nicht erlaubt,Personen (aus Veranstalt./Aufzügen) herauszuheben.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
jbw
Nach §23 KUG ist es nicht erlaubt,Personen (aus Veranstalt./Aufzügen) herauszuheben.
Dann ließ mal das nachfolgende...
§23 KUG, Absatz 1 Ziffer 3..
http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html
Zitat:
§ 23
(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:<dl><dt>1.</dt><dd>Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
</dd><dt>2.</dt><dd>Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
</dd><dt>3.</dt><dd>Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
</dd><dt>4.</dt><dd>Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
</dd></dl>
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.
Ein besonderes Interesse nach Absatz 2 müsste dargelegt werden, wovon ich in dem hier geschilderten Fall nicht ausgehe, da die Beteiligten des Laufes sich wohl eher über ihren "Auftritt" in der Öffentlichkeit freuen.
LG
Henry
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Heiko
... Da wurde zwar keine Personen sondern eine Marke im Zusammenhang mit einer tagesaktuellen Berichterstattung verwendet und anschließend im Online-Archiv der Zeitung vorgehalten. Und genau das haben die Richter moniert, da ein Online-Archiv (wenn es denn öffentlich zugänglich ist) sich nicht mehr auf aktuelle Berichterstattung berufen kann. Der Verlag wurde also verdonnert, die Bilder rauszunehmen, oder das Archiv nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Ehrlich gesagt sehe ich da keinen Unterschied zwischen Markenrecht und Recht am eigenen Bild. ...
Der Verstoß gegen ein Markenrecht ist etwas komplett anderes und nicht vergleichbar mit der Ablichtung von Personen im Öffentlichen Raum im Zuge einer Veranstaltung. Bei der Nutzung einer Marke geht es um die Verwertbarkeit zu Werbezwecken. Diese kommerziellen Verwertungsrechte wurden dann verletzt.
Hier aber geht es erkennbar bei dem Stadtlauf nicht um eine kommerzielle Verwertung der Bilder, mit denen irgendjemand etwas verdient, was der/den abgebildeten Person/en einen monetären Verlust (der zwar von den Abmahnanwälten eh nur konstruiert wird) aber eben hier nicht vorliegen dürfte.
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AW: Recht am eigenen Bild
Hallo Henry, der Gesetzestext sagt tatsächlich nichts über ein herausheben aus.Wäre jetzt (für mich) interessant wo dies 'nicht herausheben' herkommt;vielleicht ein Urteil oder nur Interpretation von irgend woher.
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AW: Recht am eigenen Bild
Hier habe ich nochmal was gefunden,was zu @ rakls Sportveranstaltung besser passt: http://lexetius.com/2004,2717
Henry,das mit dem von mir genanntem herausheben,kommt mehr aus der Rechtsprechung und wird von Anwälten wohl so gesehen,da diese auch viel differenzierter auf den §23 eingehen.Zum Beispiel das berühmte zulächeln, als Zustimmung gewertet,kann sich hinterher für den Fotograf auch als Beweislast herausstellen.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
jbw
Hier habe ich nochmal was gefunden,was zu @ rakls Sportveranstaltung besser passt:
http://lexetius.com/2004,2717
Henry,das mit dem von mir genanntem herausheben,kommt mehr aus der Rechtsprechung und wird von Anwälten wohl so gesehen,da diese auch viel differenzierter auf den §23 eingehen.Zum Beispiel das berühmte zulächeln, als Zustimmung gewertet,kann sich hinterher für den Fotograf auch als Beweislast herausstellen.
Nicht ganz.
In dem zitierten Urteil geht es um die Privatsphäre von Kindern der ansonsten im Rampenlicht stehenden Personen öffentlichen Interesses. Diese genießen einen besonderen Schutz, gerade weil es hier erkennbar in dem "Welt" Artikel eben nicht um eine Berichterstattung über die Veranstaltung ging, sondern die Kinder dieser Prominenten Persönlichkeiten in den Mittelpunkt einer sehr wenig mit der Veranstaltung im direkten Zusammenhang stehenden Berichterstattung gerückt wurden. Erkennbar wird dem Interesse der "Welt am Sonntag" an der kommerziellen Auflagesteigerung in Form von "Bildern der Kinder von Schönen und Reichen" abzuheben, Einhalt geboten. Zudem wäre, und das stellt der BGH ja auch heraus, gerade in einem solchen Falle, wo es um die weiteren Persönlichkeitsrechte geht, noch die Einwilligung des Erziehungsberechtigten erforderlich gewesen.
Zitat:
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist das Berufungsgericht auf der Grundlage der von ihm in rechtsfehlerfreier Weise getroffenen Feststellungen mit Recht zu der Auffassung gelangt, daß die Veröffentlichung des Fotos der Klägerin in der "Welt am Sonntag" vom 30. Juni 2002 ohne die dafür erforderliche Einwilligung erfolgt ist. Der mit dem Bildnis der Klägerin illustrierte Artikel ist keine Berichterstattung über das Reitturnier. Zutreffend stellt das Berufungsgericht darauf ab, daß weder die beanstandete Abbildung selbst noch der begleitende Textbeitrag dazu dienen, das Informationsinteresse der Öffentlichkeit hinsichtlich des Turniers zu befriedigen, sondern sich nahezu ausschließlich mit der äußeren Erscheinung und persönlichen Belangen der Klägerin befassen. In dem für die Abwägung in seiner Gesamtheit zu beurteilenden Artikel wird lediglich über das Auftreten der Klägerin und Athina Onassis' berichtet. Der Beitrag liefert keinerlei Informationen über weitere Teilnehmer des Turniers, dessen Verlauf oder die Plazierungen anderer Reiter. Im Vordergrund steht die Präsentation der Klägerin, die u. a. mit den Attributen "bildschön" und "Glamourprinzessin der Zukunft" beschrieben wird. Daneben werden Vermutungen angestellt über ihre Beziehung zu Pferden und zu Jungen. Zu Recht hat das Berufungsgericht angenommen, daß die Beklagte von einem Einverständnis der Klägerin und ihrer Mutter, das Foto zur Illustration eines solchen Artikels zu verwenden, nicht ausgehen konnte.
Diese personengebundenen Informationen/Anmerkungen zu Dingen aus der Privatsphäre dürften sich in Rakl's Bildern von der Laufveranstaltung wohl nicht finden lassen, solange er über die Veranstaltung und nicht über die abgebildeten Personen durch Nennung von Namen und näheren "schutzbedürftigen Dingen aus der Privatsphäre" berichtet, also näher auf die gezeigten Personen eingeht und sich auf die eigentliche Veranstaltung bezieht in seinem BLOG oder der Homepage.
Aber der Fairniss halber bei den Bildern in einer Art Disclaimer auf Rakls Homepage die Bereitschaft zu bekunden, auf per Mail geäußertem Wunsch eines Abgebildeten innerhalb einer Zeitspanne, das jeweilige Bild wunschgemäß wieder aus dem Netz zu nehmen, halte ich für eine gute Idee, um eventuellen Streits schon von vornherein aus dem Wege zu gehen (die ich hier aber nicht sehe)
Ich denke mal, man kann sich die Köpfe heiß reden, aber wie an anderen Stellen oft nachzulesen, kommt es hier immer auf eine "Einzelfall-Prüfung" an, die letztlich im Streitfall die Gerichte durchführen und entscheiden.
In diesem Beispiel dürfte aber nicht von Streitfällen auszugehen sein, denn das Gericht hat selbst in dem zitierten Urteil festgestellt, das Personen, die an einer öffentlichen Veranstaltung als Akteuer teilnehmen, davon auszugehen haben, abgelichtet zu werden und schon durch ihre Teilnahme damit stillschweigend ihr Einverständnis geben. Dieses gilt letztlich auch nur auf diese entsprechende Veranstaltung bezogen. Die gleiche Person an anderer Stelle dann abzulichten und die Bilder zu zeigen dann hingegen nicht mehr, da diese Person dann wieder die vollen Schutzrechte einer Privatperson besitzt.
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AW: Recht am eigenen Bild
Das nicht Herausheben aus der Menge bei Veranstaltungen ist mir auch bekannt. Ich dürfte ja sonst Portraits - wie teilweise oben gezeigt - mit einem Tele schiessen und die Personen damit aus der Menge und dem Kontext herauslösen, oder? Und genau das geht eben mach der aktuellen Rechtssprechung nicht.
Sicher kannman Sportler auch formatfüllend ablichten, aber gerade was die sehr komplizierte Rechtssprechung in solchen Fragen angeht, würde ich mir als Privatmann die Veröffentlichung auf einer Homepage / Galerie gut überlegen, bevor ich eventuelle Abmahnung in Kauf nehme. Dazu ist die Rechtssprechung viel zu komplex, als dass wir da zweifelsfrei durchblicken.
Fakt ist, dass mit Persönlichkeitsrechten wie eben dem Recht am eigenen Bild im Netz viel zu lax umgegangen wird und mE. die genannten Ausnahmen zum KuG wohl eher für journalistische Belange ausgelegt waren. Ansonsten wäre ja keine sinnvolle Berichterstattung möglich.
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AW: Recht am eigenen Bild
Das nicht Herausheben aus der Menge gilt für solche Sachen wie Demo's oder andere Massenaufläufe, in denen eine Einzelperson aus der Menge explizit hervorgehoben wird. Beispielsweise auf einer Mai-Demo Dich erkennbar aus dem Kontext einer größeren Gruppe heraus zu stellen, womöglich noch mit einer
Fahne, die eine Zugehörigkeit zu einer Partei aufzeigt, wäre vollständig unzulässig.
In Rakl's Beispiel wäre es unzulässig, Menschen, die als Zuschauer am Wegesrand dieser Laufveranstaltung als Zuschauer stehen, im Portrait zu veröffentlichen. Dagegen aber muss der zufällig ins Bild geratene, als Teil einer größeren Gruppe abgebildet, es hinnehmen, wenn er sich in der Öffentlichkeit aufhält und es sich erkennbar nicht in der Berichterstattung um ihn als Einzelperson "dreht".
Man sollte es nicht überfrachten, denn beispielsweise ist bei den meisten Veranstaltungen eher ein Eigeninteresse an der Verbreitung der Bilder zu Werbezwecken für die Veranstaltung zu sehen. Auch sind in den wohl allermeisten Fällen die Personen eher mit Stolz erfüllt, in einer Teilnahme an einer Veranstaltung gezeigt zu werden, als das da mit irgendeinem Problem zu rechnen wäre. Schon weil letztlich jeder, der an einem solchen Lauf teilnimmt, sogar damit rechnet, auf dem Siegerpodest landen zu können.
Da wird einfach viel zu viel theoretisiert, weil man im Netz und insbesondere aus der Berichterstattung im fotografischen Bereich in Rechtsfragen auch viel "Blödsinn" hört. Es ist im Grunde gar nicht kompliziert, sondern eher "verworren" und durch "Kaugummiartige Auslegung des Rechtes" von Gerichten halt in vielfach anders gelagerten Fällen schwer zu "durchschauen", weil die Sachverhalte die zu den Urteilen führen, immer Rechtsgüterabwägungen sind und auf den Einzelfall bezogen somit immer unterschiedlich ausfallen, weil die Randbedingungen und schutzwürdigen Details ebenso vielschichtig sind. Deshalb finde ich eine amerikanische Regelung (von der ich aber nur gehört habe), die es in anderen Bereichen gibt oder geben soll, gut.
Dort kann bei Auftreten eines Problems unter Fristsetzung direkt von den betroffenen Personen aufgefordert werden, Inhalte aus dem Netz zu nehmen. Hierbei ist eine entsprechende Reaktionszeit zu gewähren (ist ja nicht jeder immer erreichbar). Erst nach Ablauf dieser Fristen (und da kann sich ja jeder Publisher selbst überlegen, ob er es darauf ankommen lassen will), wäre es möglich im Falle einer Weigerung anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Gleichwohl führt das in diesem "Mini-Beispiel" von Rakl sicher zu weit, hier diese theoretischen Aspekte zu diskutieren. Fakt ist, er darf die Personen zeigen, wenn diese erkennbar in dem Kontext stehen.
Wenn ich derart ängstlich wäre, könnte ich mir massenweise Bilder von Veranstaltungen einfach schenken. Bad Pyrmonter Hutmodenschau, an der nur Laien mitwirken, Theateraufführungen, wo Laien auf der Bühne stehen, die Mitarbeiter einer Sparkasse bei der Überreichung von Medaillien oder Urkunden, Amateurbands etc.. die Liste wäre endlos.
Daraus wird schon ersichtlich, das in den allermeisten Fällen die Akteure bei "Auftritten" in der Öffentlichkeit in "exponierter Stellung" im Geschehenskontext konkludent davon ausgehen, abgelichtet zu werden. Nur weil der "vorsichtige und ängstliche" Amateur-Fotograf zumeist in genau diesen Fällen sich alles mögliche durchliest, aber die dahinter stehenden juristischen Abwägungen kaum kennen kann, bedeutet dies nicht, alles zu unterlassen, von dem man sich nicht sicher ist.
LG
Henry
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AW: Recht am eigenen Bild
Hier mein Senf als Nicht-Jurist. :D
Ich würde die Bilder nicht ins Netz stellen.
1) Es sind keine Personen des öffentlichen Lebens.
2) Die Person steht im Vordergrund / Mittelpunkt.
Kein Problem hätte ich bei einem Foto mit 5 Läufern.
Grüße :)
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AW: Recht am eigenen Bild
Mag sein Henry und eigentlich sollte es ja auch so sein, nur Hab ich schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, will sagen Berichte gelesen. Und genau das macht mich dann vorsichtiger, denn ich habe weder Zeit, Geld noch Muse mich mit allerley windigen Advocaten herumzuplagen. Auch wenn ich mich im Recht wähne, es kostet in so einem Fall Nerven.
Aber das muss jeder für sich abwägen.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Alzberger
Hier mein Senf als Nicht-Jurist. :D
Ich würde die Bilder nicht ins Netz stellen.
1) Es sind keine Personen des öffentlichen Lebens.
2) Die Person steht im Vordergrund / Mittelpunkt.
Kein Problem hätte ich bei einem Foto mit 5 Läufern.
Grüße :)
Genau so!
:)
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AW: Recht am eigenen Bild
Falls es noch nicht aufgefallen sein sollte.. die Bilder stehen mit dem Einstellen hier im Forum im Eröffnungspost bereits im Netz und sogar in einem anderen Kontext (Hilfe suchen bei einer juristischen Frage).
Will man es in der Form auslegen, sollte ein Moderator sie sogleich löschen !!
:peace:
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Alzberger
Hier mein Senf als Nicht-Jurist. :D
Ich würde die Bilder nicht ins Netz stellen.
1) Es sind keine Personen des öffentlichen Lebens.
2) Die Person steht im Vordergrund / Mittelpunkt.
Kein Problem hätte ich bei einem Foto mit 5 Läufern.
Grüße :)
Eben doch.. für die Zeit des Laufes und in diesem Kontext sind es mit ihrer Teilnahme Personen öffentlichen Interesses (nicht öffentlichen Lebens), bis hin zum Sieger des Laufes, über die eine Bildberichterstattung erlaubt ist. Dies war schon in dem Beispielsurteil klar erkennbar, wie dies juristisch gesehen wird.
Gerade ein Sieger (und das kann jeder sein bei einem Lauf), muss davon ausgehen, nach dem Lauf im Mittelpunkt zu stehen und will dies ja auch, sonst würde er vermutlich in seinem Kämmerlein bleiben.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Heiko
Mag sein Henry und eigentlich sollte es ja auch so sein, nur Hab ich schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, will sagen Berichte gelesen. Und genau das macht mich dann vorsichtiger, denn ich habe weder Zeit, Geld noch Muse mich mit allerley windigen Advocaten herumzuplagen. Auch wenn ich mich im Recht wähne, es kostet in so einem Fall Nerven.
Aber das muss jeder für sich abwägen.
Ist aber eine gänzlich andere Frage, ob Du aus Ängstlichkeit, Streßvermeidung oder sonstigen in Dir selbst zu suchenden Gründen es nicht tätest oder ob es rechtlich in Ordnung ist, wie es im Eingangspost gefragt wurde.
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AW: Recht am eigenen Bild
Grundsätzlich sehe ich das auch so wie Henry und würde das KUG §23 erst einmal in meinem Sinne auslegen.Meine Fotografiergrenzen sehe ich wie im normalen Umgang mit Menschen, in respektvollem Handeln,aber ohne vorauseilende Selbstzensur.
Hier noch einmal zwei Fragen die sich jeder Knipser stellen sollte:
- Liegt eine Ausnahme gemäß § 23 Abs. 1 KUG vor? (Stichworte hier sind Zeitgeschichte / Beiwerk)
- Verletzt die Verbreitung des Bildnisses die berechtigten Interessen des Abgebildeten?
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AW: Recht am eigenen Bild
Noch mal vielen Dank, vor allem @Henry, für die Erklärungen.
Recht am eigenen Bild; und auch alles andere was man so beachten muss (Urheberrecht bei Architektur, Markenrecht, ...) ist für einen Laien gar nicht so einfach zu durchschauen.
Werde in den nächsten Tagen die Bilder (outofcam) online stellen.
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AW: Recht am eigenen Bild
Also ich sehe das vollkommen anders. :D
Nicht jeder der am AOK-Radwandertag teilnimmt, möchte am nächsten Tag
seine Visage im I-Net wiederfinden.
Aber macht nur, Juristen und Abmahnvereine wollen ja auch leben. :D
Grüße :)
PS: ach ja, wo ich überhaupt kein Verständnis habe, ist dann hinterher
das große Geschrei, wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt. ;)
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Alzberger
Nicht jeder der am AOK-Radwandertag teilnimmt, möchte am nächsten Tag
seine Visage im I-Net wiederfinden.
Da wirst du aber leider nicht gefragt. Wenn du z. B. auf ein Konzert gehst, kann es auch passieren, das du auf der Musik-DVD auf einmal auftauchst, ohne das Irgendeiner dein ok eingeholt hat. Genauso verhält es sich mit öffentlichen Veranstaltungen, wie z. B. der AOK-Radwandertag, Hanse-Marathon oder Stadtlauf-Buchholz. Wenn Ihr Pech/Glück habt, landet euer Gesicht auf dem nächsten Flyer oder Werbeplakat, ohne das ein Euro in eure Tasche geflossen ist.
Zitat:
Zitat von
Alzberger
Aber macht nur, Juristen und Abmahnvereine wollen ja auch leben. :D
Leider wissen die in der Hinsicht auch nicht mehr als wir (trotz ´zig Semestern Jura). Selbst die obersten Richter fanden bisher keine eindeutige Rechtssprechung. Genau das ist ja das Problem!
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AW: Recht am eigenen Bild
@mirko
ich in einem Pulk von zig Leuten, da würde ich Dir Recht geben.
Ein Foto, eine Person formatfüllend, da kenne ich das Urteil
ohne ein Semester Jura.
Grüße :)
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
hinnerker
Die Bilder lassen sich auf das Ereignis zurückführen.
:D Es sind Läufer, und man sieht nicht mal die Beine!
Der Lauf wird nur zum Anlass genommen, Portraits zu zeigen.
Grüße :)
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AW: Recht am eigenen Bild
@Alzberger Der Bezug zum Ereignis muss schon im Bild wieder gegeben werden!
Meist ist es ja schon der Stofffetzen mit der Läufernummer, ein Plakat des Veranstalters im Hintergrund oder jubelnde Fans mit Anfeuerungsschildern.
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
Alzberger
:D Es sind Läufer, und man sieht nicht mal die Beine!
Der Lauf wird nur zum Anlass genommen, Portraits zu zeigen.
Grüße :)
Ähm.. Kontext ist das Zauberwort. Und mal offen gesagt, um Portraits zu zeigen, sind nun verschwitzte Gesichter mit beim Laufen wehenden Haaren erkennbar keine Bilder, die eines Portraits im klassischen Sinne wert wären. Hier wird anhand der Gesichter schon vermittelt, wie verbissen ernst und ehrgeizig die Läufer ihre Sache nehmen.
Und genau da kommt der Begriff "Kontext" ins Spiel.
Da weder Du noch ich wissen können, wie die endgültige Präsentation der Bilder mit Text unterlegt sein wird, ist es eigentlich müssig, sich über die Intention von Rakl in Bezug auf das Zeigen der Bilder einzulassen.
Wir werden es sicher sehen und lesen können..
LG
Henry
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
hinnerker
Da weder Du noch ich wissen können, wie die endgültige Präsentation der Bilder....
Mir reicht es, dass die Bilder HIER veröffentlicht werden! :devil:
Grüße :)
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AW: Recht am eigenen Bild
Die Bilder habe ich jetzt mal hochgeladen (bzw. zur Zeit läuft der Upload noch) damit man den Zusammenhang sehen kann.
Denke schon das der Zusammenhang zwischen Bildern und dem Stadtlauf zu erkennen ist und damit der Kontext gegeben ist.
http://www.rainerkleinedowe.de/de/bi...holz/index.php
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AW: Recht am eigenen Bild
Rainer, das sind aber echt viele gute Bilder.
Der Bezug ist vorhanden und ich denke, einige der Läufer sind bestimmt an Ihrem Foto sehr interessiert. Du kannst ja mal der lokalen Zeitung von Buchholz eine Mail schicken und auf die Bilder hinweisen. Vielleicht schreiben die ja einen Artikel darüber und geben deinen Link mit an.
PS: Deine Seite hat sich aber ganz schön positiv verändert. Ich kenne sie nämlich noch von früher (da ging es noch um Homepageerstellung).
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
mirko
...
PS: Deine Seite hat sich aber ganz schön positiv verändert. Ich kenne sie nämlich noch von früher (da ging es noch um Homepageerstellung).
Danke für das Lob.
Die Seite zum Thema Homepageerstellung "schlummert" auch noch im Netz.;)
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von
rakl
Die Seite zum Thema Homepageerstellung "schlummert" auch noch im Netz.;)
Ich weiß :prost:
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AW: Recht am eigenen Bild
Zitat:
Zitat von mirko
Wenn Ihr Pech/Glück habt, landet euer Gesicht auf dem nächsten Flyer oder Werbeplakat, ohne das ein Euro in eure Tasche geflossen ist.
Das sollte mal einer versuchen... Eine solche Verwendung ist ja nunmal schon gar nicht von oben zitiertem Recht gedeckt. Never ever! Da würde dann sogar ich mal einen netten Kaffeeplausch mit einem Anwalt meines Vertrauens führen. ;)
Btw.: Die Homepage von rakl - d.h. die Seite vom Stadtlauf - zeigt die Bilder (wesentlich mehr als anfangs hier gezeigt) mit einem Begleittext und dann sieht das Ganze eben doch schon anders aus. In diesem Sinne war die Diskussion hier mal eben ein dicker Sack voll heißer Luft, weil wir die Präsentation nicht kannten.
So wie eingangs nämlich gezeigt - herausgerissen aus dem Kontext - bin ich immer noch der Auffassung, dass das nicht geht und das hat absolut nix mit vorauseilender Selbstzensur zu tun.