Diese Frage stellt sich jeder, der sich für Fototechnik und nicht nur für's Fotografieren interessiert, vermutlich mehrfach im Laufe seiner Hobby-Laufbahn.
Ich finde es auch sehr gut, wenn man sich selbst, seine Angewohnheiten und seine Sachen immer wieder hinterfragt - allerdings nicht mit dem zwangsläufigen Ergebnis des "Wachsens" oder "Reifens", sondern als Teil des Prozesses, den wir alle durchschreiten und der völlig unterschiedlich Richtungen einschlagen kann.
Ich halte es für etwas überheblich festzulegen, dass nur derjenige aus der "fotografischen Pubertät" entwachsen ist, der es "geschafft" hat, seine Ausrüstung auf wenige Gegenstände zu reduzieren. Und selbst, wenn da was dran wäre: wir sind hier in der überaus glücklichen Lage, machen zu können, was wir wollen. Und wenn wir eben nie aus unserer Foto-Pubertät herauswollen, dann haben wir absolut das Recht dazu, als Foto-Peter Pans glücklich durch die Gegend zu fliegen, mit Objektiven als Feenstaub.
Wer sein Ziel und seine Erfüllung darin sieht, sein "Kern-Set" herauszuarbeiten und sich damit dann auf alle Ewigkeiten zu begnügen, bitte sehr. Schön, wenn er dieses Ziel zum Verfolgen hat.
Wer glücklich wird, unzählige Projektionsobjektive anzusammeln und zu adaptieren, um auszuprobieren, was die wohl an einer Kamera leisten (Ich kenne da jemanden!), der darf dies mit genau der gleichen Begeisterung tun. Ebenso wie derjenige, der eine Sammlung einer bestimmten Marke komplettieren möchte, mit möglichst vielen Formaten fotografieren möchte oder sich vielleicht sogar dafür entscheidet, nur noch mit dem Handy zu fotografieren. Das ist alles völlig in Ordnung.
Wer kann sich denn auch anmaßen, für andere Erwachsene zu entscheiden, wenn deren Entscheidungen niemanden gefährden oder andere Menschen aufgrund deren Vorlieben irgendwie einzuordnen oder zu benennen, sofern auch diese Vorlieben niemanden anderen einschränken oder belästigen? Niemand kann das.
Ich selbst habe auch schon mehrfach erlebt, dass es eher behindert oder aufhält, wenn man mit zu vielen Sachen unterwegs ist. Da dachte ich mir auch öfters, "Mensch, das hast du alles gar nicht gebraucht" oder "Warum hast du bloß soviel mitgeschleppt". Das hat irgendwie meine Kreativität erdrückt.
Doch wenn ich das nächste Mal wieder viel mehr mitschleppen will, als ich wirklich brauchen könnte, dann ist das alleine meine Entscheidung und hat nichts mit Unreife zu tun. Ich muss ja keine Aufgaben erfüllen. Wenn es dem Profi bei einem Auftrag so ergehen würde, dann könnte man natürlich sagen, er verpasst das Wichtige. Doch wir? Vielleicht erfahren wir ja gerade dann große Freude, wenn wir das gleiche Motiv mit 10 verschiedenen Objektiven aufnehmen und dann zuhause am PC sehen, ob und wie sich die Bilder unterscheiden.
Oder wir nutzen mehrere Kameras und bemerken plötzlich Unterschiede, von denen wir bisher gar nichts wussten.
Von daher, lasst euch nicht von "weniger ist mehr" Sprüchen eingrenzen. Probiert beides mal, sehr wenig mitzunehmen (auf die Gefahr hin, einige Fotos vielleicht nicht machen zu können aber vielleicht "freier" im Kopf zu sein) und sehr viel mitzunehmen (auf die Gefahr hin gedanklich überlastet zu sein aber eventuelle doch das Foto mit dem Ultraweitwinkel aufnehmen zu können).
Für mich geht es beim Hobby auch um die Begeisterung an der Technik und um die Vielseitigkeit der Geräte und da wird es mit 3 Objektiven schnell langweilig.![]()
Hägar, sei doch wirklich bitte so nett und vermeide diese unsägliche Formatierung der Umlaute. Danke.




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