Hallo, ist es normal, dass Führungen bzw. Gleitschienen in Pancolar 80 aus Kunststoff sind??? So eine hochwertige Linse und so ein Misst verbaut ist.
Das Problem war folgendes. Ich habe mir so ein Objektiv gegönnt. Wollte Streulichblende drauf schrauben (sie ging etwas schwergängig), und plötzlich verdrehte sich der Tubus. Ok, in Ruhe hintere Abdeckung aufgemacht und sah ich 2 abgebrochene Führungen da, wobei die angewendete Kraft bei Blende drauf schrauben nicht so groß war - ich habe es schon mit Gefühl gemacht.
Es ist voll frustrierend - vom Zeiss habe ich so was nicht erwartet. Dann sind die Russen mit ihren Panzer-Linsen aus Metall und Glas ein Schritt voraus.
LG
wassja
Ich hatte einige Pancolare offen, eigentlich alle, die ich hier habe und hatte. Soweit ich mich erinnere, sind die Führungen nicht aus Kunsstoff. Was aber möglich ist: wenn der Tubus voll ausgefahren ist, liegen nur noch die unteren Enden der Führung in der Nut. Ich kann mir vorstellen, dass die dann bei Gewaltanwendung brechen können, immerhin hat es dann ordentliche Hebelkräfte, die darauf wirken. Also immer den Tubus bis auf unendlich einfahren und dann Filter oder Blenden lösen. Oder halt den ausgefahrenen Tubus am äußeren Ende packen, falls genug Platz da ist. Aber eigentlich sollte man das auch wissen...
Geändert von Waalf (18.04.2014 um 19:21 Uhr)
Als normaler Anwender sollte man es eben nicht wissen, als Erfahrener Bastler schon, vorausgesetzt, man weiß noch über die eingesetzte Werkstoffe Bescheid. Egal wie ausgefahren der Tubus ist, bei Metallschienen wäre es nie passiert. Die Führungen sehen übrigens so aus wie die hier auf den Bildern zu erkennende. Bei Pancolar 50 werden Metallschienen eingesetzt, und beim Pancolar 80 mit größerem Durchmesser uns somit größeren aufzutretenden Kräften auf die Schienen sind welche aus Kunsstoff - ein großer Minus für Ingenieure - es ist no go. Vor allem die Ausmaßen von Schienen in 50-er und in 80-er Pancolar sind gleich (Länge, Dicke, Breite).
LG
wassja
Geändert von wassja (18.04.2014 um 22:02 Uhr)
Also: ich mache das immer so, dass ich den Tubus am Ende zu packen bekomme, wenn ich bspw. ein festsitzendes Filter abschrauben will. Alles andere ist wirklich eine extreme Belastung für den Aufbau. Ich glaube nicht, dass man da 100 Jahre Bastlererfahrung braucht, um sich das zu denken.
Das stimmt, erfahren muss man nicht sein, man sollte jedoch wissen, wie es aufgebaut ist, und es gibt sicherlich reine Anwender, die fern von den mechanischen Aufbaus von Objektiven sind. Dann muss doch für diese Fälle solch teurere Optik ausgelegt sein, nicht wahr?
Es wäre doch sinnvoller bei 50-er Kunststoff einbauen, da dort der Durchmesser kleiner ist und somit für gleiches Drehmoment größere Kraft angewendet werden müsste, die man wiederum nicht aufbringen mag.
Für mich ist es eindeutig ein Minus-Punkt für Zeiss, und das noch Made in Germany - es darf nicht sein.
Kann sein, dass die Führungen schon vorbeschädigt waren, mit Ansatz von Materialermüdung.
Ist ja auch eine müssige Diskussion, ob man nun oder ob man nicht und wer, wie etc..
Mist ist es allemal und es geht nun ja eher um die Frage, wo man diese Teile als Ersatz bekommen kann.
Zwei Dinge würden mir dazu einfallen:
1. Kontaktaufnahme mit Philipp Urban aus unserer Reparaturliste (der hat hin und wieder auch Ersatzteile für die Objektive
2. Fotoservice Olbrich in Görlitz kontaktieren, ob die was liegen haben oder (da sie viele CZJ Ostobjektive Warten, Reparieren etc... ) Dir sagen können, ob diese
Geradführungen aus dem Pancolar eventuell auch in anderen (billigeren) Objektiven verbaut wurden
Liste der Rep. Werkstätten..http://www.digicamclub.de/showthread.php?t=12708
So könntest Du vielleicht auf dem Wege wieder zu intakten Ersatzteilen kommen.
LG
Henry
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..