Ein Vergleich aller Objektive abgeblendet auf 2,8 wäre noch interessant. Ist das 28/2,8 AIS wirklich besser, oder profitiert es nur von der kleineren Anfangsblende?
Freistellung bei 28mm ist dann ein Thema, wenn es um Weitwinkelporträts, also Porträts mit viel Umgebung, geht. Porträt heißt bei der Brennweite fast immer Ganzkörperporträt, denn sonst werden die Nasen zu groß. Bei der für Ganzkörperporträts nötigen Entfernung ist (bei 28mm) mit Blende 2,8 keinerlei Freistellung möglich, bei Blende 2 gibt es gerade mal so etwas Freistellung, bei Blende 1,4 dann schon etwas mehr. Der Hintergrund verschwimmt nicht in Unschärfe - soll er auch nicht, denn dafür könnte man einfach eine längere Brennweite nehmen, die unproblematischer mit perspektivischen Verzerrungen ist, sondern man möchte die Umgebung noch erkennen - aber das Motiv wird deutlich hervorgehoben. (Beispiele gibt es im Thread zum 28/1,4 AF-D: klick und klack.)
Als das 28/1,4 erschienen ist, war Reportage auch noch ein Thema, wo man die Lichtstärke aber nur brauchte, um akzeptable Verschlusszeiten zu erhalten.
Das 28/1,4 AF-D ist übrigens kein Altglas. Es übertrifft die echten Altgläser wie das Nikon 35/1,4 AIS deutlich. Die modernen 28/1,4 von Nikon, Zeiss und Sigma sind offenblendig nochmals schärfer und besser korrigiert, aber das 28/1,4 AF-D gefällt mir vom Bokeh her wesentlich besser als zumindest das Zeiss und das Sigma.



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