@ Heiko
Einverstanden, aber die erwähnten Dinge wie Lensbabys und andere Spielereien gehören eher in den Bereich der "Spielerei". Verzerrte Perspektiven waren auch mit jeder Fachkamera am Auszug möglich und stellen insofern nur eine "Neuerfindung" von Dingen dar, die es schon lange gab.
Das sicherlich der Fotograf von damals sich über "Teilbelichtete Filme" ärgerte, er dann im Profibereich entweder das Rückteil der Hasselblad oder sonstigen Kamera, bei denen die Magazine wechselbar waren, eben wechseln mußte, ist unbestritten und nervig gewesen. Aber inwieweit das nun mit neuen Bildgestaltungsmöglichkeiten zu tun hat, erschließt sich mir immer noch nicht. Es sind einfach nette "Vereinfachungen", die jeder gern nimmt. Auch die alten und berühmten Fotografen hätten sich über diese "praktischen Neuerungen" gefreut, aber diese nicht wirklich gebraucht. Längst hatte man sich damals, wenn auch auf umständlicheren Wegen entsprechende "Hilfskonstruktionen" erdacht um z.B. bei den Filmwechseln
für unterschiedliche Empfindlichkeiten der Filme oder halt mit entsprechenden Konversionsfiltern zwischen Tageslicht und Kunstlicht in Innenräumen (unterschiedliche Farbtemperaturen) klar zu kommen.
Es ist eben vieles nur einfacher geworden, was aber für das eigentliche Fotografieren im Sinne der Bildgestaltung keinen erkennbaren Mehrwert geschaffen hat, ausser das die technischen Parameter und das Handling erheblich einfacher, die Nachbearbeitung billiger und damit eben "massentauglich" gemacht wurde. Seitdem wird uns alles mögliche als Vorzug der neuen Techniken verkauft. Die meist jüngeren User preisen dann die Vorzüge der neuen Technik gegen die Umständlichen Verfahren der Vorzeit und dabei weiß kaum einer, was eigentlich mit der alten Technik so alles ging. Manchmal klingt es schon so, als ob die Fotografie erst heut erfunden wurde... alle Probleme waren damals schon bekannt und wurden entsprechend den technischen Möglichkeiten sehr gut gelöst.
Selbst heute streiten sich die Gelehrten noch darüber, ob das Auflösungsermögen von korrekt entwickelten Dias nicht doch noch detailreicher als jede moderne High - Tech - Kamera daherkommt nach dem Scan..
Unbestritten ist aber, das die Technik neue Bereiche der Fotografie erschlossen hat. Es ist nur die Frage, welche Jahrgänge man hier miteinander vergleicht. Mit einer alten Daguerre - Kamera (Camera obscura) wird sicherlich keine Makroaufnahme gemacht werden können, mit einer Analogen Leica am Balgen sicherlich...
Und da Du den AF ansprichst, ist es eigentlich eine erweiterte Hilfefunktion, die mehr oder weniger präzise menschliche Unzulänglichkeit ausgleicht, aber kein gestalterisches Mittel an sich darstellt. Es ist letztlich eine Art "Schnappschuss - Einstellung" par excellance.. die aber auch entsprechend
oft versagt und sogar in diversen Situationen schlicht nicht mithalten kann gegen die MF... insbesondere bei "zweifelhaften Situationen" (Mückenschwarm vor einem kontrastigen Hintergrund, als ein Beispiel) da das Objekt zu klein ist oder halt irgend etwas im Bildvordergrund den AF
irritiert...
Aber so ist es nunmal. Altes gerät in Vergessenheit und damit dies nicht wirklich passieren kann, finde ich es gut, das es dieses Forum gibt, in dem sich Leute treffen, die sich mit den Wurzeln des Ganzen beschäftigen und entsprechend aufgeschlossen der Moderne mit ihren technischen Möglichkeiten gegenüber treten.
Liebe Grüße
Henry


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