Hallo zusammen,
ich war vor einigen Jahren auf der Suche nach Informationen zum o.g. Objektiv weil ich für eine angesehene Zeitschrift einen Artikel darüber geschrieben habe. Die Notizen hierzu (auch aus dem digicamclub) fand ich vor ein paar Tagen wieder und nahm es zum Anlass mich hier anzumelden.
Wie zu vermuten ist, ich benutze auch heute noch gerne das Objektiv und kenne es seit nunmehr über 30 Jahren sehr gut.
Lange Zeit verwendete ich es auf einer analogen Olympus mit dem automatischen Zwischenring, wie auch auf einem Automatikbalgen von Novoflex. Übrigens: entgegen dem Eintrag in olypedia kann man den Objektivkopf problemlos direkt auf den Balgengeräten von Novoflex einsetzen.
Der automatische Zwischenring ist toll wenn man anaolg aus der Hand fotografieren möchte. Für diesen Einsatzzweck wurde er u.a. entwickelt. Er unterstützt die Springblendenfunktion an der alten Olympus OM. Auf dem Stativ ist er weniger angenehm zu nutzen. Hier bevorzuge ich ein Balgengerät. Meist von Novoflex. Auf der alten OM das automatische, heute ein einfacheres, älteres ohne Springblendenfunktion; dafür aber mit der Möglichkeit die Kamera drehen zu können.
Zu meiner Praxis:
Zusammen mit dem alten Novoflexbalgen verwende ich den Objektivkopf auf einer Digitalkamera im Halbformat (APS-C). Im Kleinbildformat reichen mir meist die Balgenauszüge nicht aus um auf die von mir gewünschten Abbildungsmaßstäbe zu kommen. Auch mag ich das kleinere Format für Nahaufnahmen lieber.
Im Halbformat läuft der Objektivkopf zur Hochform auf. Er ist optisch mehr als ausreichend um Doppelseiten zu drucken. Ob das OM 2.0/90 vielleicht schärfer (höher auflöst) ist spielt in der Praxis keinerlei Rolle. Die optische Qualtität reicht mehr als genug. Man kann ihn völlig problemlos offenblendig einsetzen. Die Farbfehler (CA) sind sichtbar geringer, ein Randabfall praktisch nicht vorhanden und die Brennweite bleibt bei jeder Einstellung immer gleich.
Wenn man sich an die Eigenheiten des Balgengeräts gewöhnt hat geht die Fotografiererei vor Ort, in der Praxis, erheblich angenehmer vonstatten als mit den 2,0/90 mm. Allein die Möglichkeit die Kamera ohne Veränderung der Einstellung vom Quer- ins Hochformat drehen zu können spricht für den Objektivkopf.
Sowohl das 2,0/90 wie auch der 4,5/135 bilden abgeblendet helle Reflexe eckig ab. Das können moderne Objektive besser.
Abraten möchte ich die Verwendung im Format 4/3 oder im Mittelformat (bis 6x6). Der Kopf zeichnet mit sehr guter Qualität das Format 6x6 aus. Nicht ohne Grund wurde er zeitweilig direkt von Hasselblad für ihre Kameras vertrieben. Die Balgenauszüge werden für meinen Geschmack zu lang und machen die Geräte zu anfällig für Erschütterungen.
Auch im Format 4/3 sehe ich keine Vorteile.
Zusammengefaßt: für das im Thread genannte 2,0/90 spricht in meinen Augen nur die kürzere Brennweite und das hellere Sucherbild bei Verwendung mit einer SLR. Hinsichtlich der Bildqualität kann der Objektivkopf auch heute noch voll überzeugen. Selbst das Streulichtverhalten ist bei Verwendung einer guten Sonnenblende untadelig. Wer einen hat sollte ihn benutzen. Kaufen würde ich ihn mir wahrscheinlich nicht mehr; moderne Makroobjektive (zumal mit AF) sind zwar zum Teil schwerer einzusetzen, überzeugen aber durch andere Vorteile.


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