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Thema: Carl Zeiss Jena Prakticar 1.4/50 mm MC

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Ich habe eins der ersten Serie (Exportversion "aus Jena", SN 924x). Ist ebenfalls nicht vergilbt und steht bis auf 4-5 Tage im Jahr in einer dunklen Schublade. Hab aber auch schon zwei weitere vergilbte Exemplare und auch mal kurz eins der 2. Version gehabt.

    Die 2. Version ist halt ein solides 1.4/50er, aber man sieht den Bildern keinen Unterschied zu den zeitgenössischen Japan-1.4/50ern.

    Die 1. Version bildet schon sehr speziell bis ca. f/2.8 ab, im extremen Nahbereich sowieso. Sehr wilde, unruhige Hintergrunddarstellung, dazu bekommen helle Lichtpunkten die Ninja-Star-Blendenform; zwar gute Grundschärfe, aber mit niedrigem Kontrast und viel Koma & sphärischen Aberrationen. Ganz ähnliche Bildergebnisse bekommt man übrigens mit dem Revuenon MC 1.4/50 bzw. AGFA 1.4/50 (OEM Chinon) von der Revue AC-3/AC-4, das vergilbt sogar auch, nur hat man da eine "normale" Blendenform.

  2. #2
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    Ah! Mein unvergilbtes Exemplar ist auch "aus Jena" mit der Nr 9044. Ob es da ein System gibt und alle "aus Jena" nicht vergilben?

    Zum Ende der DDR war ich mal in Dresden und habe da natürlich den Pentacon Laden besucht. Leider konnte man schon nicht mehr 1:20 oder 1:7 tauschen, weswegen mir da alles zu teuer war.

    Da gabs dann z.B. eine klassische BX20 mit eckigem Gehäuse und zusätzlichem externen Blitzanschluss. Die hat 1400DM gekostet. Ich hab die gefragt wozu das ist und die Antwort war für Reporter. Ich hab dann auch gefragt, warum sie der Blitzadapter so teuer macht und dann war die Antwort, dass auch der Verschluss für härteren Gebrauch gearbeitet sei. D.h. haben die offensichtlich mindestens drei verschiedene Märkte bedient: Den eigenen Massenkonsum, den eigenen (Semi-)profimarkt (die Top Profis haben auch in der DDR Nikons bekommen), und den Westmarkt.

    Vielleicht haben die auch bei den Objektiven unterschiedlich auf Qualität geschaut.

    Viele Grüße
    Andreas

  3. #3
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    4 Märkte - die StaSi-Truppe war auch Großabnehmer.

  4. #4
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    Dann war die BX20 vielleicht Modell "Stasi"...

  5. #5
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    Hier mal drei Vergleichsbilder (alle Blende 8, Scharfgestellt auf rechte senkrechte Kante Tür, von Stativ):

    Prakticar CZJ Jena 1.8 50
    Name:  DSC03295Striche.jpg
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Größe:  4,19 MB

    Prakticar CZJ Jena 1.4 50 1. Variante
    Name:  DSC03296Striche.jpg
Hits: 373
Größe:  4,15 MB

    Prakticar CZJ Jena 1.4 50 2. Variante
    Name:  DSC03297Striche.jpg
Hits: 363
Größe:  4,13 MB

    Die Tonne gibt sich bei allen drei Exemparen nicht viel auch wenn es nach meinem Gefühl jeweils eine "schöne Tonne" ist, die das Auge gerade biegt. Bei allen ist sie aber deutlich sichtbar sobald eine gerade Linie an den Bildrand kommt. D.h. für Architekturfotografie mit hohem Anspruch und Repro taugen alle drei nicht wirklich.

    Und hier noch zwei bei Blende 1.4 aus der Hand:

    Prakticar CZJ Jena 1.4 50 1. Variante
    Name:  DSC03300.JPG
Hits: 372
Größe:  1,84 MB

    Prakticar CZJ Jena 1.4 50 2. Variante
    Name:  DSC03298.JPG
Hits: 388
Größe:  2,00 MB

    Die letzten beiden lassen sich natürlich nicht wirklich vergleichen, weil einmal Zweige im linken Bildrand scharf sind, und einmal im rechten. Die Tendenz scheint jedoch schon zu sein, dass die 1. Variante bei 1.4 etwas weicher zeichnet, wobei das auch vom ins Objektiv fallende Streulicht verursacht werden kann. Beide Aufnahmen sind ohne Gegenlichtblende und ohne bewusste Abschattung gemacht.

    Die Bubbel erinnern mich mehr an Meyer Design als an Zeiss Jena. Machen das zeitgenössische japanische Objektive auch? Vom 3D Effekt her scheint bei den beiden Aufnahmen auch die Variante 2 die Nase vorn zu haben, warum auch immer.

    Beim Einstellen ist mir zunächst aufgefallen, dass ich keinen vernünftigen Vergleich bezüglich des Ausschnittes hinbekomme, was mir normal schon auch aus der Hand gelingt. Des Rätsels Lösung war, dass ich beide Objektive auf Anschlag näheste Entfernung gestellt habe. Die Variante 1 hat 0,36m die Variante 2 0,4m. Das macht einen deutlichen Unterschied. Bei den beiden Bildern oben waren beide Objektive auf 0,4 eingestellt.

    Viele Grüße
    Andreas

  6. 7 Benutzer sagen "Danke", pandreas :


  7. #6
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    Hallo zusammen,

    die beiden Varianten des 1,4/50mm haben eine relativ identische optische Rechnung, im Hinblick auf den Linsenschnitt.
    Es wurden jedoch bei der zweiten Version andere (günstiger herzustellende) Glassorten verwendet.

    Die erste Version ist bei mir eindeutig von einer deutlich sichtbaren Gelbfärbung der Linsen betroffen, die zweite Version
    nicht.

    Ich habe schon vor längerem mal einige vergleichende Fotos angefertigt. Die erste Version ist oben, die zweite unten.
    Interessanterweise ist die erste Version etwas kühler in der Farbwiedergabe, was ich aber auf den automatischen Weißab-
    gleich meiner Sony schiebe. Ansonsten ist die erste Version etwas weicher, kontrastärmer und mit mehr glow behaftet...

    Name:  002.jpg
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Größe:  1,25 MB


    LG, Christian

  8. 8 Benutzer sagen "Danke", gladstone :


  9. #7
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    Danke Christian!

    Ohne reinzuzommen sehe ich die größere Weichheit leicht am Rand. Ansonsten sind die beiden Bilder auf den ersten Blick tatsächlich recht ähnlich. Was meinst Du mit dem Glow? Der Bildausschnitt passt auch bei Dir nicht ganz überein, und ich vermute, dass die Vergößerung bei der 1. Variante etwas größer ist. Hast Du beide auf die gleiche Entfernung gestellt?

    Viele Grüße,
    Andreas

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