So arbeitest du auch als Leichenbestatter, Michael![]()
So arbeitest du auch als Leichenbestatter, Michael![]()
Gruß,
Andreas
Zum Thema defekte Elkos gibt es übrigens eine richtige Krimigeschichte:
Capacitor Plague
„Als Capacitor Plague (deutsch ‚Kondensatorpest‘) oder auch badcaps[1] (deutsch ‚schlechte Kondensatoren‘) wurde das vorzeitige massenhafte Ausfallen von Aluminium-Elektrolytkondensatoren mit flüssigen Elektrolyten bezeichnet, das Ende 1999 begann, überwiegend Elektrolytkondensatoren taiwanischer Hersteller[2] betraf und in den Jahren 2002 bis 2007 zu hohen Ausfallraten bei PC-Motherboards, Stromversorgungen, LCD-Monitoren und vielen weiteren elektronischen Geräten führte. Die Ausfälle wurden durch wassergetriebene Korrosion verursacht und konnten auf einen fehlerhaften Elektrolyten zurückgeführt werden.“
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Capacitor_Plague
Gruß,
Andreas
gute Doku, sauber gemacht..ich trau mich da bisher gar nicht ran, aber dank deiner Beschreibungen scheint das doch machbar zu sein. Das Entfernen von Grünspan und Korrosion ist immer so ne Sache, bei alten Plattenkameras is das eher ne rein physikalische Sache ( kratz, kratz) aber auf Platinen muss man vorsichtig sein, schnell ist da ne Leiterbahn irgendwo unterbrochen..dann wird richtig fummelig..
tolles Werkezeug, wo hast du denn deine Pinzetten her?
Bücherwurm-Motte![]()
..bleibt gesund!
Grüsse
Andreas
Mein Satz Pinzetten ist von Bernstein:
https://www.conrad.at/de/p/bernstein...ig-406845.html
Es ist mit dem Schrauben so eine Sache.
Grundsätzlich ist es riskant, besonders, wenn man das Werkl zum ersten Mal vor sich hat. Da helfen Erfahrungen nicht immer, da es Hersteller X bei der Sache A eben anders gelöst hatte als Hersteller Y.
Die Minoltas X-700/500 und die XG-M bekomme ich inzwischen immerhin schadlos auf und zu![]()
Und man soll ja keine Spuren hinterlassen.
Das passiert aber schnell. ZB rutscht man mit dem Spannschlüssel ab, weil er eben nicht perfekt sitzt. Oder überdreht dann doch eine Schraube und ruiniert ihr den Kopf. Alles aus Messing ist sofort beleidigt, eines der feinen Kabel rasch übersehen und aus der Lötstelle gerissen oder abgeklemmt usw.
Minen räumen, Bomben entschärfen wären die martialischen Metaphern dazu
Das Löten ist Übungssache, aber zumindest bei mir zickig. Da ich bleifreies Lot mit bleihaltigem (in der Kamera) kombinieren muss, stimmt für das bleihaltige die Flusstemperatur nicht, sie ist zu hoch. Das bleifreie kommt da aber gerade erst in Stimmung. Mittlerweile lasse ich originale Lötstellen möglichst bestehen, da ich mir bei einer X-700 den Lötpunkt buchstäblich weggesaugt hatte mit der Entlötpumpe. Es war kein Anschluss mehr zu sehen - unheimlich.
Jedenfalls konzentriere ich mich auf Minolta X und dann noch XD. Die scheinen mir im Vergleich zu Nikon und Canon einigermaßen gnädig aufgebaut.
Mein Ziel ist, da auch einmal am Verschluss arbeiten zu können. Und die Schaltungen zumindest im Blockbild nachzuvollziehen.
Die X-700 hat zB vier IC, zwei davon sind tatsächlich eingewickelt in die flexible Leiterbahn, dh man muss davon alles abmontieren um dorthin zu kommen. Die Schaltung ist digital. Zig feine Kabel gehen durch die Kamera, müssen dafür abgelötet werden usw.
Wie diese Kameras damals gefertigt wurden - zumindest die Montage und Kabelauflötungen werden Handarbeit gewesen sein.
Ich bin froh, zu meinen Lieblingen die Service Manuals als Nachdrucke auf Papier zu haben.
Die beste Quelle dafür ist
https://www.ebay.at/sch/i.html?isRef...sid=goodygifts
Perfekter Service!
Befreundete Elektroniker staunen, wenn ich ihnen Fotos vom Innenleben der Kameras zeige. Höchste Verdichtung. Großartige Ingenieursarbeit![]()
Gruß,
Andreas
Die Bücher von Thomas Tomosy sind die Klassiker zum Thema Reparatur.
Englisch, aber deswegen gut zu lesen - mit Fachwörterbuch
Camera Maintenance & Repair, Book 1: Fundamental Techniques: A Comprehensive, Fully Illustrated Guide (English Edition) https://www.amazon.de/dp/B003ZSIS5I/...YTANNQHR24YPPD
Camera Maintenance & Repair, Book 2: Advanced Techniques: A Comprehensive, Fully Illustrated Guide (English Edition) https://www.amazon.de/dp/B00B5ZZ7NE/...YPV53BQDBKJPCZ
Gruß,
Andreas
Was bringt die Arbeit mit der Lupe?
- Einen neuen Zugang zum Gerät. Die Blackbox hellt sich auf
- Respekt vor der Genialität der einstigen Konstrukteure und ihren Teams.
- Ein interessantes Anwendungsgebiet für Elektronik.
- Erholung - die Konzentration beim Arbeiten schaltet andere Gedanken ab. Gerade in Zeiten wie wir sie jetzt erleben, wichtig.
- Zufriedenheit, wenn doch einmal etwas wie geplant geklappt hat
- Mehr Unabhängigkeit vom Dienstleister - wenn man überhaupt einen findet.
- Und ein endloses Lernthema
Gruß,
Andreas
Werkzeug, das auch der Zahnarzt verwendet
https://www.conrad.at/de/p/ideal-tek...k-1369218.html
Zum feinen Arbeiten beim Korrosionputzen, Anheben aufgeklebter Belederung, Wegdrücken von Kabeln usw.
In Kombination mit einer Kopflupe:
https://www.reichelt.at/at/de/kopflu...ls-p50331.html
Und so weiter![]()
Gruß,
Andreas
Hey Andreas,
erstmal vielen Dank für die tolle Dokumentation deiner Arbeit und die zahlreichen, mir zum Teil noch nicht bekannten, Quellen!
Hier gilt wohl der alte Mechanikergrundsatz "Nach fest, kommt ab!"
Falls die Entlötpumpe zu rabiat und teilweise sicherlich auch zu groß und sperrig ist, versuch es doch mal mit Entlötlitze! (hier zum Beispiel bei Reichelt)
Weiterhin viel Erfolg und nochmals Danke!
Viele Grüße
Chris
Danke, Chris, auch für den Tipp!
Die Entlötlitze zerstört unter meinem Lötkolben nur meist mehr, als ich wieder reparieren kann
Damit sie das Lot aufsaugen kann, muss ordentlich Hitze draufgelegt werden und damit tu ich mir auf den verwinkelten bzw. Flexplatinen schwer.
Aber ich werde es damit wieder beim nächsten (Ent)Lötjob probieren![]()
Gruß,
Andreas
Immerhin gewann bis jetzt immer der Schraubendreher, aber schön ist es nicht.
In den Minolta X bin ich bis jetzt fast nur auf Phillips-Kreuzschlitzschrauben getroffen, dafür bin ich gerüstet.
Ich gehe davon aus, dass es sich um diese Schraubenart handelt, sie werden auch in den Minolta-Service-Manuals zur X-Serie so bezeichnet, soweit ich gesehen habe.
Phillips-Recess:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Phillips-Recess
Und Ersatz für Schraubopfer hat sich inzwischen auch schon angesammelt.
Aber ich möchte nichts kaputtmachen, auch bei Übungskameras nicht.
Respekt ist eine der Grundlagen dieser Arbeit
Festsitzende Schrauben bekomme ich mit Sonax-Elektronikreiniger allermeist wieder flott.
Einmal kurz aufsprühen und etwas warten. Dann vorsichtig weiter mit dem Schraubendreher.
Der Reiniger sucht sich seinen Weg ohne destruktiv zu sein. Es ist kein Schmiermittel und verdunstet rasch. Es bleibt ein Schutzfilm auf elektrischen Kontakten. Bis jetzt nur beste Erfahrungen damit gemacht.
Gruß,
Andreas