Man muss erst einmal klar differenziere zwischen Handelsmarken (Porst, Autorevuenon, Soligor, Hanimax, Walimex), zwischen Unternehmen die mehrere Manufakturen unter sich vereinten (Cosina, Komura, Mamyia) und zwischen den Manufakturen selbst (Firmennamen weitestgehend unbekannt). Nur bei wenigen Unternehmen war ein eigener Fertigungsbereich vorhanden, hier zählen beispielsweise Canon, Olympus und Asahi/Takumar/Pentax dazu. (Nikon, Yashica und Topcon habe ich noch nicht näher untersucht).
Eigene Rechnungen wurden aber sowohl von Komura als auch von Canon angefertigt.
Die Handelsmarken selbst, stellen nur die reinen Händler dar, die (ich spekuliere) in kleinen Gruppen nach Japan von Unternehmen zu Unternehmen (NICHT von Manufaktur zu Manufaktur) reisten und Handelsverträge zu möglichst günstigen Konditionen einkauften. Es ging also über die großen Unternehmen! Eine einzelne Manufaktur war nicht in der Lage ein vollständiges Objektiv herzustellen, geschweige denn große Produktionsreihen zu konkurenzfähigen Preisen bereitzustellen.
Sowohl Komura als auch Cosina besaßen hier eine überragende Produktbreite und Produkttiefe - die angebotenen Objektive waren durchaus auch Eigenrechnungen. Die Manufakruen selbst, die du gern als Hinterhofmanufakruen bezeichnest hatten sowas nicht, sie fertigten in Auftrag von z.B. Komura und diese verkaufen es weiter beispielsweise an Porst. In den 80ern verschwanden kleine Manufakturen, wurden zusammengeschlossen oder gleich in die Unternehmen intigriert. Das hatte auch Auswirkungen auf die Qualität der Objektive. Man findet deutlich weniger "eigenständige" technische Lösungen in der Feinmechanik der Objektive ab 1980. Besonders bei Linsen aus den 60ern ist das Spektrum Dieser noch deutlich größer, was meine Vermutung bestärkt.
Da sind wir ausnahmensweise mal einer Meinung!
Jedoch ist es nicht leicht an wirklich seriöse Quellen zu gelangen, geschweige denn Personen zu finden, die an damaligen Fertigungsprozessen selbst beteiligt waren. Das muss vielleicht auch gar nicht unbedingt sein. Ich beispielsweise versuche mich mit Hilfe der Fotoclubs in alter japanischer Hochschulliteratur in diesen Bereichen zu informieren. Hier findet man nicht nur Namen von Professoren und Universitätsstandpunkten die in dem Gebiet lehrten sondern auch automatisch die Industrieballungsgebiete der japanischen Optikindustrie von Einst. Ich versuche auch mit japanischen Technologiehistorik Studenten Kontakt aufzunehmen aber leider konnten mir die beiden Fotoclubs hier nicht weiterhelfen. Es ist noch ein langer Weg aber vielleicht ergibt sich ja noch die ein oder andere Chance über mein Studium selbst ein Jahr nach Japan zu gehen um persönlich Nachforschungen anzustellen.



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