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Thema: Carl Zeiss Jena Flektogon 2.4/35mm electric MC

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Förderndes Mitglied Avatar von Helge
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    Zitat Zitat von Bastl Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil! Die Kerben in dem Alugussträger sind sogar sehr tief. hattest du die Mechanik komplett zerlegt oder nur den M42 Tubus vom Linsen Tubus getrennt?
    Denn es kann auch sein das das selbe Problem wie oben aufgetreten ist. Der Kunststoffhebel überträgt nich nur die Blendenstellung sonder fasst auf der Gegenseite die Feder samt der Kugel in der Fassung. Wenn diese nicht festgezogen sind hat bekommt die Kugel zu viel Spiel. Ich behaupte sogar das das Flektogon einen der knackigsten Blendstellringe der DDR Gläser besitzt. Das Elektric als auch das Nichtelektric und die Version 2 sind nach meinen Erinnerungen identisch konstruiert. Falls nicht, wäre ich dir für ein/zwei Bilder dankbar. Ich habe momentan kein Elektric in meinem Repertuar.
    Die Blendenrasterung ist bei meiner Version des Flektogon electric MC in der klassischen Art mit Feder und Kugel (axial, nicht radial) ausgeführt und hat nichts mit dem von Dir beschriebenen Kunststoffhebel zu tun:

    Name:  flek_blendenring-1.jpg
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    Die Rillen sind nicht übermäßig tief als simple Kerben ausgeführt und sind ebensowenig ausgeleiert wie die Feder. Beim erneuten Zerlegen und genaueren Betrachten scheint mir das Problem eher darin zu bestehen, dass die Kugel einen zu großen Durchmesser für die Rillen hat und daher kaum hineingreift. Leider habe ich momentan keine kleinere Kugel in meinem Fundus entdeckt, aber ich denke, dass dies die Lösung wäre.

    Zitat Zitat von Bastl Beitrag anzeigen
    Wenn alle 4 in gleicher Ausprägung unscharf sind heisst das nur, das die Dezentrierung genau waagerecht von links nach rechts in der bei dir vorhandenen Objektivposition zum Sensor verläuft. Kannst du aber sehr gut testen, indem du das Objektiv aus der üblichen Lage um 45° aus dem M42 Adapter drehst und erneut ein Testbild aufnimmst. Man sollte dort schon einen Unterschied sehen.
    Dezentrierung bedeutet nicht zwingend nur eine Verschiebung der Frontlinse sondern kann auch bedeuten diese nicht korrekt in der Fassung sitzt und somit im Auflagewinkel versetzt ist.
    Danke für diesen Hinweis, das war mir nicht bewusst, dass eine Dezentrierung auch eine gleichmäßige Verschlechterung der Randschärfe verursachen kann. Um ehrlich zu sein, verstehe ich es auch immer noch nicht, wie das optisch möglich ist, aber ich glaube es jetzt einfach mal. Außerdem habe ich es ausprobiert und tatsächlich, beim Drehen um 45° verbessert sich die Schärfe (hier am Beispiel linke obere Ecke) ein wenig. Allerdings ist der Effekt recht gering:

    f/2.4, normale Position, linke obere Ecke
    Name:  flek_dezentrierung-1.jpg
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    f/2.4, 45° gedreht, linke obere Ecke
    Name:  flek_dezentrierung-2.jpg
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Größe:  194,5 KB

    Ob es sich tatsächlich lohnt, das Objektiv zu einem professionellen Service zu schicken, der mindestens das doppelte von dem kostet was ich dafür bezahlt habe, bezweifle ich allerdings.

  2. #2
    Hardcore-Poster Avatar von CsF
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    Wow, angestoßen durch diesen Thread habe ich mir meines mal genauer angesehen und in Normalstellung sehen die Ecken gut aus, aber wenn ich es ~45° drehe bricht es am linken Bildrand völlig ein.
    Interessant auf jeden Fall, wie extrem sich das auswirken kann.

  3. #3
    optikus64
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Helge Beitrag anzeigen
    ... Ob es sich tatsächlich lohnt, das Objektiv zu einem professionellen Service zu schicken, der mindestens das doppelte von dem kostet was ich dafür bezahlt habe, bezweifle ich allerdings.
    Hallo,

    ich denke, wenn Du es zu Olbricht nach Görlitz oder zu einem der vergleichbaren Dienstleister in den NBL schickst bekommst Du ein wirklich top eingestelltes Objektiv zu einem guten Preis. Das Flektogon ist vielleicht absolut betrachtet kein Referenzobjektiv, aber es ist trotz schwächen ein sehr gutes Weitwinkel mit Charakter. Ich habe es vorwiegend als Normalobjektiv an der Crop-Kamera und bin absolut zufrieden. Wie immer - Streulichtblende nicht vergessen!

    Was die mechanische Qualität der Fassungen der "MC"-Generation der Jena-Objektive angeht denke ich etwas differenziert, ich hatte eine weitgehend vollständige Sammlung der M42-Linsen von CZJ und Pentacon in den bekannten Varianten, bis ich sie umständehalber verkaufen musste, man kann durchaus Qualitätssprünge feststellen, die sich m.E. aber quer durch die verschiedenen Produktionslinien ziehen, ich denke das ist serienweise den verfügbaren Materialien geschuldet, man darf nicht vergessen dass es sich bei der DDR-Wirtschaft um ein Mangelwirtschaftssystem handelte, bei dem in der Produktion ein hohes Maß an Improvisation herrschte, um die vorgegebenen Produktionszahlen zu halten, auch wenn es bei der Zulieferung manchmal haperte.

    Dann wurde auf Ersatzmaterialien ausgewichen, Teileabmessungen angepaßt um mit verfügbaren Teilen arbeiten zu können, zudem mussten zunehmend mehr Artikel des Konsumbedarfs erstellt werden, so dass die Diskrepanzen zwischen einem gesunden Produktionsvolumen, dass mit den spezifizierten Materialien gefertigt werden konnte und dem angeordneten Soll wohl zunehmend größer wurden, mit den entsprechenden Folgen für die Qualität, wenn auf Teufel komm raus produziert werden musste. Auf der anderen Seite kann man feststellen, dass z.B. mit den Metallfassungen zur Praktica B m.E. die besten Fassungen entstanden sind, in denen die Linsensätze je sassen. Und das sowohl bei Zeiss Jena als auch Pentacon.

    Zudem wurde zu der Zeit eine Reihe neuer Entwicklungen aufgelegt (2.4/28 mit Floating Elements), die sicher verdient gehabt hätten, die Wende länger zu überleben als dies letztlich möglich war. Auch hier kam dann der Wechsel zu den Kunststoff-Metall-Verbundfassungen, wobei ich hier die Mechanische Qualität verglichen mit den Kunststoffassungen die ISCO und ENNA teilweise produziert haben, für gar nicht mal schlecht halte.

    Insofern kann man den auch hier im Forum oft genug angebrachten Hinweis nur nochmals betonen, bei Objektiven aus diesen Quellen, vor allem mit Produktionsjahren in den 80ern und 90ern sind die Schwankungen sehr groß, bei älteren Jahren kleiner, so dass eine Stückprüfung auf jeden Fall angebracht ist. Und vielleicht ist es auch nicht so verkehrt, einen kleinen Betrag für einen fundierten Service einzurechnen, denn das beste Schnäppchen macht keine Freude, wenn es nicht korrekt in Ordnung ist. Und das ist dank der rel. übersichtlichen Technik dieser Linsen i.d.R. erreichbar, sofern kein ersatzteilpflichtiger Schaden vorliegt.

    LG Jörg

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