Hallo Henry,
Spannmarken sind die häßlichen Abdrücke, welche die Spannbacken auf dem Werkstück hinterlassen. Um dies zu verhindern dienen entweder die genannten Messingbleche oder die speziell ausgedrehten Weichbacken. Hartbacken (innen/außen) sind, wie der Name schon sagt aus einem ziemlich harten Material und dafür da, hohe Spannkräfte auch auf rohen Flächen aufzubringen. Dabei können sie sich regelrecht ins Material "eingraben", das sind also die Spannmarken.
Bei den genau auf den Durchmesser abgestimmten Weichbacken (nicht daß sie weich wie Butter sind aber eben weicher als die Hartbacken und mit den Drehwerkzeugen bearbeitbar) spannen dieselben mit der ganzen Fläche und erzeugen keine Spannmarken.
Auf Deinen Bildern sind übrigens Weichbacken im Futter.
Zur Ermittlung der richtigen Werkzeughöhe gibt es viele Möglichkeiten: Reitstock mit Spitze, Körnerspitze in der Spindel, mit einem grob auf Mitte gebrachten Schruppstahl eine Spitze andrehen, besagter Höhenreißer (oder man baut sich was ähnliches), ein genau passendes Stück Rohr usw. usf.
Noch zu den Begriffen Achse/Spindel: die Spindel ist das Ding was sich dreht.
Die Achse X definiert den Durchmesser und die Achse Z Längendimensionen.
Letztlich zum Schmierstoff: entweder es wird eine Emulsion (Wasser/Öl, dann ist es ein Kühlschmierstoff) verwendet oder Öle,
Fette oder wie bei genanntem Spiritus auch mal Alkohol. Dieser verhindert speziell bei Aluminium das Entstehen der sogenannten Aufbauschneide, also aufpappendes Material auf der Schneidenspitze wodurch weder Schneidengeometrie noch Schneidenhöhe exakt stimmen würde.
Ab-und Einstiche, letztere sowohl axial als auch radial waren auch früher, als der Dreher seine Werkzeuge überwiegend selber schleifen oder auch sonstwie zurichten mußte nicht unbedingt die Lieblingsbereiche der Zerspanung. Da trennte sich schonmal Spreu vom Weizen und der handwerkliche Aspekt trat in den Vordergrund. Vor allem, wenn es um die Wiederholbarkeit des Ergebnisses ging.
Heute alles egal, da muß man die Werkzeuge nur bezahlen können und DA treibt es einem mitunter das Wasser in die Augen.
So, nun lasse ich es zum Wochenende dabei bewenden.
VG
Holger


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