Hm ...
ich hatte mein Mechanikpraktikum in der Lehrwerkstatt von KSW - Krupp Stahlwerke Südwestfalen, und das Vergessen des Drehfutterschlüssels war eine ziemlich böse Sache, einer steckte als Anschauungsobjekt in der Ziegelwand des Lehrmaschinensaals. Ich habe damals begriffen, dass diese Teile keine Spielzeuge sind, und mir ist, selbst an der Radsatzdrehmaschine nie was passiert. Aber man kann nicht genug warnen. Vor allem weil die kleinen Maschinen so schnell rotieren ist es doppelt gefährlich, weil alles wie ein Schrappnell durch die Gegend jagd, was ausser Kontrolle gerät.
Nichts desto trotz ist eine Drehmaschine mit PC-Steuerung eine feine Sache, was man da mit wenigen Handgriffen erreicht klappt ohne in Wochen nicht.
Jörg
Aber genug der Gefahren...
Ich stelle mal ein paar Fotos mit Erklärungen ein. Ziel ist es, die Teile der Drehbank (hier eine alte Boley Drehbank) mit ihren Teilen vorzustellen.
(Bitte um Entschuldigung, wenn ich die Termini und Namensgebungen nicht 100%ig treffe, aber ich bin Laie...)
Diese Fotos entstanden bei der Einkürzung eines Meopta Meostigmat 1/50mm für unseren Forenkollegen Wolfhansen.. lassen wir es krachen und die Späne fliegen.
Nach dem Anreißen/Anzeichnen des notwendigen Kürzungsmaß auf 63,80mm mit einem digitalen Höhenreißer (Messwerkzeug) wurde der lange Tubus des Meostimat in ein Dreibackenfutter mit langen Backen eingespannt.
Es bleiben zwei Wege, wie man den Tubus kürzen kann...
1. Abstechwerkzeug (kleine dünne Platte mit geschliffener Schneide, die an der gewünschten Stelle in das Aluminium eindringt und eine Furche schneidet, bis sich der zu kürzende Teil vom Hauptkörper löst...
2. Zustellen mit einer Wendeschneidplatte
Hier entschied ich mich für die etwas länger dauernde, aber sicherere Methode des Zustellens... bei der das Alu zerspant wird... gibt halt ordentlich Abfall, ist aber sicherer, weil so ein Abstechwerkzeug bei so lang vorstehenden Teilen sich gern mal in das Alu "einfrißt" und dann zerreisst es entweder das Abstechwerkzeug oder es reißt den Tubus aus dem Futter.
Abstechen sollte man definitiv nicht an so lang hervorstehenden Teilen, weil die Rundlaufgenauigkeit beim Einspannen nicht absolut gegeben ist in so einem Futter. Und das Einrichten mit der Messuhr - mit dem es zwar ginge - aber aufgrund der nie wirklich exakten Einfassung des Werkstückes durch die Backen (sie haben nie die Rundungskontur, die gerade benötigt wird, um sich mit vollem Umfang an das Werkstück anzuschmiegen)
Man sieht das auch im ersten Bild, wo die Backen nur partiell den Meopta Tubus "greifen" können.
Anhand dieses "Projekts" gehe ich mal auf die verschiedenen Teile der Drehbank ein:
1. Gußeisernes Bett (extrem stabil)
2. Führung für den Kreuztisch, hierdrauf kann der gesamte Kreuztisch verschoben werden.
3. Schwalbenschwanzführung
4. Oberschlitten
5. X-Zustellung
6. Z-Zustellung
7. Vorgelege
8. Schnellspannhebel für Spannzangenbetrieb
9. Schnellwechselwerkzeughalter
(Dieser wird im nächsten Bild detailierter vorgestellt)
Das sind die wichtigsten Teile ... es kommen noch diverse andere wie Rechts/Linkslauf, Riemenkasten mit verschiedenen mechanischen Getriebeübersetzungen über Riemen und Zahnräder dazu... ebenso der Reitstock als weitere Hilfseinrichtung, die ich aber bei Gelegenheit erkläre.
Hier zunächst ein Bild der Detailansichten der eingesetzten Werkzeuge und deren Funktionen:
1. 3-Backenfutter zum Einspannen des Tubus
Die nachfolgenden Punkte zeigen den Werkzeugwechselhalter aus dem Bild darüber unter Punkt 9 zusammengefasst aufgezeigt...
2. Schneideisenhalter (hier mit Wendeschneidplatte)
3. Schnellwechseleinrichtung (Halterung für die vorbereiteten Wechselwerkzeuge)
4. Wendeschneidplatte
5. Schrauben für die Fixierung des Schneideisenhalters ( Punkt 2)
6. Höhenjustierungsschraube für den Schnellwechselhalter
Um die beste Schneidleistung zu erzielen, muss das Schneid-Werkzeug immer auf den Mittelpunkt des Werkstückes "ausgerichtet/zentriert" werden. Da die verwendeten Schneideisen-Halter aber unterschiedliche stärken besitzen und auch die eingeschraubten Wendeschneidplatten ebenfalls variieren, ist diese Zentrierung notwendig... und wird mit dieser Schraube vor Beginn der Arbeiten durchgeführt.
Hierzu wird der Kreuzsupport so ausgerichtet das sich ein tauglicher Bedienungsabstand einstellt und die Wendeschneidplatten werden an das Zentrum des zu bearbeitenden Werkstückes herangeführt, mit der Schraube unter Zuhilfenahme eines Meßschiebers oder einer Messuhr so ausgerichtet, das genau das Zentrum getroffen wird. Das ergibt das sauberste Schnittbild..
7. Fixierungsschraube für die vorbereiteten und eingesetzten Schnellwechselwerkzeuge.
Der Schnellwechselträger wird nur eingesteckt und mit der Fixierungsschraube dann festgezogen/angepresst (sitzt bombenfest und µm genau)
Nachdem der Haupttubus des Meoptas nun auf das passende Maß eingekürzt wurde, folgt nun die Umrüstung der Drehbank zurück auf den Spannzangenbetrieb:
Hierzu wird das Dreibackenfutter von der festgesetzten Drehachse mit einem leichten Hammerschlag wieder heruntergeschraubt (Vorsicht, so ein Ding ist "Sauschwer" und man muss mit beiden Händen energisch "zupacken" beim herunterdrehen)
Dann wird eine zusätzliche Achse wieder eingesteckt, in die nun die Spannzangen eingeschraubt werden und mit dem im zweiten Bild unter Punkt 8 gezeigten Schnellspannhebel angezogen und damit das Werkstück zentriert gespannt wird.
Dies ist der Spannzangenbetrieb:
1. Spannzange mit passendem Durchmesser für den kleineren Meostigmat 1/50mm Rücklinsentubus - innengesteckt.
2. Wieder die Wendeschneidplatte
3. und 4. Fixierungsschrauben für den Stahlwerkzeughalter, der die Wendeschneidplatte trägt
5. Höhenjustierung für die vorbereiteten Werkzeugaufnahmeschlitten.
Diese wechselbaren Werkzeugschlitten können sowohl in X als auch Y Richtung eingespannt und fixiert werden. Aus diesem Grunde gibt es diese Justage-Schraube zweimal.
Die Spannzangen sind das wohl coolste Teil zum Einspannen unserer Adapter, Tuben und Ringe... weil sie es gestatten, ohne große Umwege - passende Durchmesser vorausgesetzt - die meisten Arbeiten in hoher Geschwindigkeit bei hoher Wiederholgenauigkeit zu bearbeiten.
Wenn man sich eine Drehbank zulegen will, sollte man unbedingt darauf achten, viele von den Dingern als Zubehör zu einer Industrie-Drehbank mit zu erwerben.
Diese Teile sind "sauteuer" im Einzelbezug, und wenn man 30 - 50 von den Spannzangen mit beim Kauf erwischen kann, mindestens nochmal den Gebrauchtwert der eigentlichen Drehbank wert.
So hab ich z.B. eine Spannzange, die exakt auf das Halten von Canon EOS EF Adaptern ausgerichtet ist, seit ich dies für meine Umbauten benötigte.
Da brauch ich die Adapter nur noch einspannen und kann da eigentlich alles mit machen, was so notwendig ist...
Zusammen mit zwei präparierten und wechselbaren Werkzeughalterschlitten für die Schnellspanneinrichtung auf dem Kreuzsupport kann ich so alles machen... Innendurchmesser weiten, Adapter um einge zehntel herunterdrehen, Aussendurchmesser verringern usw.
Bei einer Tischdrehbank stelle ich mir das schon deutlich aufwändiger vor, denn nur mit einem Dreibackenfutter und sicherlich notwendigen Hilfsmittel um z.B. allein die vorstehenden "Backen" zu umgehen, wird es vermutlich deutlich aufwändiger.
Beim letzten Bild, dem Einkürzen des Rücklinsentubus hätte ich gern mal gewußt, wie das auf einer kleinen Tischdrehmaschine nur mit einem Dreibackenfutter realisierbar wäre.
LG
Henry
Geändert von hinnerker (04.07.2016 um 07:15 Uhr)
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..
Ich hoffe mal, daß das nun nicht als Klugscheißmodus gewertet wird.
Ich fang mal von hinten an:
Zum Thema Dreibackenfutter; hat man nur die Hartbacken zur Verfügung kann man Messingbleche zwischen Backe und Teil spannen um keine Spannmarken zu erzeugen.
Besitzt man den Luxus von Weichbacken, so dreht man diese auf den erforderlichen Durchmesser ( am besten 1/10 kleiner) aus. Damit ist der Plan/Rundlauf dann gegeben.
Klappt das alles nicht (weil nicht vorhanden) fertigt man seine Spannzange selber.
Die Werkzeughalter sind nicht immer so konfortabel, daß man die Werkzeughöhe mittels beschriebener Schraube anpassen kann. Also auch an einer Tischdrehbank wird man verschieden dicke Bleche als Stahlunterlage verwenden.
Außenwerkzeuge stellt man genau auf Mitte, Innenwerkzeuge gern auch 1/10 höher.
Zur Mittenbestimmung kann man die Reitstockspitze oder einen Höhenreißer verwenden.
Was war noch? Ach ja; Quersupport ist "X" und der Längssupport ist "Z"; "Y" ist einer Fräsmaschine vorbehalten.
Ich hoffe Henry, Du nimmst mir die kleinen Korrekturen bzw. Anmerkungen nicht übel.
Sonst war nämlich alles andere sehr gut erklärt!
Ich lupfe meinen Hut!
VG
Holger
P.S. noch als Tipp - das Fressen von Alu bei der Zerspanung kannst Du mit Petroleum oder Spiritus minimieren
Nein, keinesfalls, im Gegenteil lerne ich immer gern dazu...
Was meinst Du mit Spannmarken?Zum Thema Dreibackenfutter; hat man nur die Hartbacken zur Verfügung kann man Messingbleche zwischen Backe und Teil spannen um keine Spannmarken zu erzeugen.
Besitzt man den Luxus von Weichbacken, so dreht man diese auf den erforderlichen Durchmesser ( am besten 1/10 kleiner) aus. Damit ist der Plan/Rundlauf dann gegeben.
Klappt das alles nicht (weil nicht vorhanden) fertigt man seine Spannzange selber.
Der Reitstock ist selten montiert auf den Maschinen... nur für spezielle Aufgaben... sonst ist das Ding zumeist im Wege. Der Tipp mit dem Höhenreisser ist gut, aber schneller und praktikabler finde ich es, den Kreuzsupport gleich so auszurichten, das man mit der Wendeschneidplatte direkt an den Mittelpunkt fährt und dort nach der Bestimmung des Werkstückdurchmesser mit einem auf Durchmesser/2 eingestellten Mess-Schieber... das Zentrum bestimmt.Die Werkzeughalter sind nicht immer so konfortabel, daß man die Werkzeughöhe mittels beschriebener Schraube anpassen kann. Also auch an einer Tischdrehbank wird man verschieden dicke Bleche als Stahlunterlage verwenden.
Außenwerkzeuge stellt man genau auf Mitte, Innenwerkzeuge gern auch 1/10 höher.
Zur Mittenbestimmung kann man die Reitstockspitze oder einen Höhenreißer verwenden.
Da hast Du mich genau am wunden Punkt "erwischt"...Was war noch? Ach ja; Quersupport ist "X" und der Längssupport ist "Z"; "Y" ist einer Fräsmaschine vorbehalten.
Ich bekomme die Benennung immer durcheinander. Quersupport ist natürlich immer bezogen auf die Dreh-/Arbeits-Spindelachse...
Das Z den Längssupport entlang der Arbeitspindel darstellt, wußte ich nicht... dachte immer das sei das Y... danke für den Hinweis.
wie gesagt auf keinen Fall, denn das festigt einfach nur die Terminologie..Ich hoffe Henry, Du nimmst mir die kleinen Korrekturen bzw. Anmerkungen nicht übel.
Sonst war nämlich alles andere sehr gut erklärt!
Ich lupfe meinen Hut!
VG
Holger
P.S. noch als Tipp - das Fressen von Alu bei der Zerspanung kannst Du mit Petroleum oder Spiritus minimieren
Danke für die Blumen...
Das "Fressen" (besser gesagt das sich festfressen des Schneidwerkzeuges) kam bislang nur zweimal beim "Abstechen" eines Meostigmat - Tubus vom 1.4/70mm mit einem Abstecheisen vor... in einem Falle, weil diese dünnen Klingen nicht exakt genug ausgerichtet waren im Werkzeughalter (nicht genau genug hingesehen und ausgemessen) und im zweiten Falle, weil eine zu hohe Drehzahl bei gleichzeitig zu starkem zustellen mit dem Oberschlitten erfolgte.
Seitdem stehe ich mit den "Abstechwerkzeugen" auf Kriegsfuß...
Nachdem ich nun einen teueren Halter für diese 3 eckigen Abstechschneiden zerstört habe und eine Abstechschneide auf zwei der drei Schneidseiten ruiniert habe (man kann diese Schneiden drehen und neu einspannen am Stahlhalter und jeweils eine neue "frische" Schneide nutzen, aber ein Freund der Dinger bin ich nie geworden...
Beim Abstechen verwenden wir Schneidöle... die mit einem Pinsel aufgetragen werden.. hat sich bewährt.
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Die hier genannten Werkzeuge werde ich auch nochmal in Bildern zeigen und hier einfügen, damit das für Mitlesende verständlicher wird, wovon gesprochen wird.
Also als Merker für mich und noch einzufügende Fotos, damit man der Unterhaltung folgen kann:
Abstechwerkzeug und Halter fotografieren!
Genauen Aufbau des Kreuztisches fotografieren!
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Einen recht brauchbaren Überlick über die Teile und ihrer Benennungen an einer Drehbank findet man übrigens hier
http://universal_lexikon.deacademic....eugmaschinen_I
Lesenswert auch... http://partners.academic.ru/dic.nsf/...d_L.C3.BCnette
Geändert von hinnerker (04.05.2014 um 07:07 Uhr)
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..
Hallo Henry,
Spannmarken sind die häßlichen Abdrücke, welche die Spannbacken auf dem Werkstück hinterlassen. Um dies zu verhindern dienen entweder die genannten Messingbleche oder die speziell ausgedrehten Weichbacken. Hartbacken (innen/außen) sind, wie der Name schon sagt aus einem ziemlich harten Material und dafür da, hohe Spannkräfte auch auf rohen Flächen aufzubringen. Dabei können sie sich regelrecht ins Material "eingraben", das sind also die Spannmarken.
Bei den genau auf den Durchmesser abgestimmten Weichbacken (nicht daß sie weich wie Butter sind aber eben weicher als die Hartbacken und mit den Drehwerkzeugen bearbeitbar) spannen dieselben mit der ganzen Fläche und erzeugen keine Spannmarken.
Auf Deinen Bildern sind übrigens Weichbacken im Futter.
Zur Ermittlung der richtigen Werkzeughöhe gibt es viele Möglichkeiten: Reitstock mit Spitze, Körnerspitze in der Spindel, mit einem grob auf Mitte gebrachten Schruppstahl eine Spitze andrehen, besagter Höhenreißer (oder man baut sich was ähnliches), ein genau passendes Stück Rohr usw. usf.
Noch zu den Begriffen Achse/Spindel: die Spindel ist das Ding was sich dreht.
Die Achse X definiert den Durchmesser und die Achse Z Längendimensionen.
Letztlich zum Schmierstoff: entweder es wird eine Emulsion (Wasser/Öl, dann ist es ein Kühlschmierstoff) verwendet oder Öle,
Fette oder wie bei genanntem Spiritus auch mal Alkohol. Dieser verhindert speziell bei Aluminium das Entstehen der sogenannten Aufbauschneide, also aufpappendes Material auf der Schneidenspitze wodurch weder Schneidengeometrie noch Schneidenhöhe exakt stimmen würde.
Ab-und Einstiche, letztere sowohl axial als auch radial waren auch früher, als der Dreher seine Werkzeuge überwiegend selber schleifen oder auch sonstwie zurichten mußte nicht unbedingt die Lieblingsbereiche der Zerspanung. Da trennte sich schonmal Spreu vom Weizen und der handwerkliche Aspekt trat in den Vordergrund. Vor allem, wenn es um die Wiederholbarkeit des Ergebnisses ging.
Heute alles egal, da muß man die Werkzeuge nur bezahlen können und DA treibt es einem mitunter das Wasser in die Augen.
So, nun lasse ich es zum Wochenende dabei bewenden.
VG
Holger
"Da muss der Ring vom Finger, tragen eines Haarnetzes bei längeren Haaren, keine schlabbernden Kleidungsstücke, die sich verfangen könnten (insbesondere keine Schals oder Halstücher), Sicherheitsschuhe und viele andere Dinge mehr, die es hier unbedingt zu beachten gibt, will man sich nicht selbst schweren Schaden zufügen. "
Hallo,
Sicherheit ist oberwichtig. Immer noch einmal alles kontrolieren !!
Ring vom Finger !! Siehe das zweite Bild bei Henry's Drehbankerklärungen.
Mit einer Tischdrehbank kann man ganz schöne und präzise Teile herstellen, wenn man Respekt davor und Geduld hat.
Sich Können angeeignet hat und Lust am Basteln hat, und ganz wichtig! sich an die Grenzen eines solchen Gerätes herangetastet hat.
Das ein solches Teil Gefahren in sich birgt, weiß wohl jeder, und bei unsachgemäßer Bedienung kann es böse enden.
Gruß Burkhard
Das Bild zeigt einen Kollegen aus der Werkstatt, der für das Foto kurz "Pate" gestanden hat... der ist normal im Büro
Im Normalfall weiß der schon, was wichtig ist... der hats gelernt und hat über 20 Jahre Berufserfahrung... grins.
Den vorletzten Satz mit dem Herantasten kann ich voll unterschreiben..Mit einer Tischdrehbank kann man ganz schöne und präzise Teile herstellen, wenn man Respekt davor und Geduld hat.
Sich Können angeeignet hat und Lust am Basteln hat, und ganz wichtig! sich an die Grenzen eines solchen Gerätes herangetastet hat.
Das ein solches Teil Gefahren in sich birgt, weiß wohl jeder, und bei unsachgemäßer Bedienung kann es böse enden.
Gruß Burkhard
LG
Henry
Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..
Auf die Bitte von GoldMark hin, mische ich mich hier jetzt auch noch ein. Ich habe zuerst einmal den ganzen Tread quergelesen und muss sagen, dass alle hier irgendwie Recht haben.
Klar, wer professionell arbeiten will, braucht eine professionelle Ausrüstung. Aber, ist das bei unseren Vorhaben immer nötig? Einzelanfertigungen lassen sich auch mit recht einfachen Mitteln herstellen. Bis vor einem knappen Jahr hatte ich lediglich eine Billigstausstattung im Keller. Ich hatte bloss gute 500 Franken investiert.
Den Beginn machte eine Einhell-Drehbank vom Baumarkt. Als Austellungsstück fehlten ihr schon ein paar Teile, die sich aber problemlos ersetzen oder neu machen liessen. Die Maschine war so wie sie dastand nicht zu gebrauchen. So ließen sich beispielsweise die Schlitten nicht arretieren. Auch das Stahlhaltersystem war unbrauchbar.
Beides habe ich in der etwas professionelleren Hobbywerkstatt meines Vaters recht schnell beheben können.
als Drehmeissel verwendete ich HSS-Drehstähle, die ich an meiner kleinen Schleifmaschine selbst zugeschliffen habe.
Das Alles konnte ich nur, weil ich vor ca. 35 Jahren einmal eine Lehre als Maschinenmechaniker, Fachrichtung Feinwerktechnik begonnen habe, die ich dann in der Fachrichtung Montagetechnik (Maschinenbau) abgeschlossen habe.
Mit meiner Billigst-Drehbank habe ich schon einige gute Sachen zu Wege gebracht. Das vor Allem, weil ich ein guter Handarbeiter bin und auch vor unkonventionellen Lösungen nicht zurückschrecke. Oft habe ich als Ausgangsbasis irgendwelche China-Adapter benutzt, die ich dann modifiziert habe.
Seit Anfang dieses Jahres steht in meinem Keller nun eine Leitspindeldrehbank der Marke Emco, mit der sich schon so einiges bewerkstelligen lässt. Sie wird durch eine kleine Fräsmaschine derselben Marke ergänzt (beides von meinem Vater geerbt). Diese Ausrüstung geht kostenmässig (wenn neu gekauft) schon in den Bereich eines Mitelklassewagens, würde wirklich professionellen Ansprüchen aber noch nicht genügen.
Die wichtigsten beiden Projekte, die ich seither verwirklicht habe, waren der Bau eines Adapters für MFT und die ganz alten Contaxobjektive und das Abschleifen einer Hinterlinse (Durchmesser verkleinern).
ich werde diese beiden Umbauten bald einmal hier im Forum vorstellen.