Ja, die Fokussierung bekommt "Spiel", wenn diese Gleitlager verschließen sind. Dies führt insgesamt zu inkonsistenten Ergebnissen beim Fokussieren, da die radiale Bewegung des Fokusringes in eine axiale vor- oder Rückwärtsbewegung des Elemententrägers umgewandelt wird.
Zwar wird hierbei das Element nicht kippen, jedoch "eiert" man beim Fokussieren um den Schärfepunkt herum.
Vorbedingung für das Kippen dieses inneren Elements wäre wenn eine dieser "Käfigmuttern" lose ist, die Du auch in Deinem Bild am Elementträger sicherungsverklebt sehen kannst.
Sitzen beide "Käfigmuttern" beim Fokussieren gleichmäßig an der selben Stelle, so wird da nix zu befürchten sein.
Dreht sich eine der Muttern aus ihrer Position am oberen Ende des Trägers, so könnte sie soweit gelockert sein, das es in der Tat zu geringfügigem Kipp kommen kann.
Ein "kippendes" Element erkennst Du an der Schärfeverteilung z.B. einer verputzten Häuserwand, wo sich die Bereiche der Randunschärfen dann ungleichmäßig über das Bild verteilen. Ich hab früher häufig zum Kennenlernen eines Objektivs solche Mauerbilder gemacht, um den Zustand des Objektivs beurteilen zu können.
Die Linsen würden nicht mehr ganz planparallel im Abstand sein.. und eben dadurch gegebenenfalls Unschärfen erzeugen.
Aber mach erstmal vom Stativ aus ein statisches Mauerfoto mit planparalleler Ausrichtung zur Wand und schau, ob da irgendeine Seite Unschärfen aufweist.
Das ganze dann auch im Hochformat...
Glaub ich aber nicht dran, denn die großen Linsen im System können eigentlich nicht verkippen und die bewegliche Gruppe hat zuwenig Spiel in den Ineinander laufenden Tuben, um große Unschärfen zu erzeugen.
Es wird vielmehr daran liegen, das die Gleitlager "auf sind" und damit die eingangs schon beschriebenen Probleme der Umwandlung der radialen Bewegung in die Vorschubbewegung eben ein "Loch" von 1-2 mm aufweist.
Dies führt - weil der Vorschub des Elemententrägers nicht mehr absolut synchron mit der Drehbewegung des Fokusrings erfolgt, zu einem "OFF" beim Scharfstellen und man schiebt den Schärfepunkt immer vor sich her oder zieht ihn nach, statt direkt 1:1 die Umsetzung dieser Bewegungen zu haben.
Damit "eiert" man quasi ständig um den Schärfepunkt herum, statt ihn absolut exakt einstellen zu können. Diese Exaktheit geht durch die verschliessenen Lager verloren und aus diesem Grund müssen sie getauscht werden.
Hierzu muss man den Vorschub verstehen:
Diese Gleitlagerköpfe laufen innen am Fokusring in einer ansteigenden Steuerkurve, um dadurch die Vorschubbewegung des Elemententrägers beim Drehen des Fokusringes zu erzwingen.
Sind diese Lager verschlissen, so schmiegen sie sich nicht mehr exakt an diesen Kurvenverlauf an, sondern haben in der Steuerkurve des Fokusrings dieses Spiel um eben die "Dicke" der aufgelösten Schicht des Lagerkunststoff/Gummis.
Das wiederum heißt, der Elemententräger - an dem ja diese verschlissenen Lager befestigt sind, kann sich jederzeit auch um diese 1-2mm selbstständig wieder verstellen... eben weil er bei "Stillstand des Fokusringes " nicht an dieser einmal eingestellten Position bleiben muss sondern sich noch bewegen kann. Bewegt sich dieser Elementträger aber selbstständig wegen dieses 2mm Spieles in der Führung... schlackert also ein wenig hin und her nachdem Du den Punkt der höchsten Schärfe glaubst gefunden zu haben, bekommst Du wieder minimal unscharfe Ergebnisse.
Das muss nicht jedesmal so sein, aber ist eben ein undefinierter Zustand. Und den kann man nun gar nicht gebrauchen. Der bewegliche Vorschub sollte definiert an der Position bleiben, wenn Du den Fokusring losläßt. Durch dieses Spiel aber kann er - je nach Erschütterung oder Deiner Eigenbewegung - jederzeit noch minimal seinen Lage/seinen Stand um mindestens 1mm verändern, was zu diesen leicht unscharfen Bildern beitragen kann.
Man kann das ein wenig verbessern, in dem man die ganze Geschichte neu und dick fettet, so das der Tubus durch Fett besser an seiner Position in der Steuerkurve gehalten wird, jedoch ist der Austausch der Lager der wohl beste Weg.
LG
Henry



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