Ergebnis 1 bis 10 von 19

Thema: Kern-Paillard Switar 50mm f: 1.4 H16RX C-Mount für meine Nex

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    07.01.2010
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    2.718
    Danke abgeben
    446
    Erhielt 546 Danke für 283 Beiträge

    Standard

    Hier ist nur auch noch die Frage, ob die Original-Klebung noch mit Kanada-Balsam erfolgte, oder z.B. mit UV-härtendem Klebstoff.
    Der optische Klebstoff wird nur einmal hart - mit UV Strahlung aktiviert. Bei Kanada-Balsam könnte die Wieder-Verklebung funktionieren, wenn man den die Blasen auch wirklich raus gestrichen bekommt - und die Blasen nicht schon ein Zeichen sind, das im Kanada-Balsam jetzt Bestandteile fehlen.
    Bei meinen Versuchen mit Kanada-Balsam war das Verkleben damit nicht beliebig wiederholbar - genaugenommen waren die zweiten Versuche meist oder immer von schlechter Qualität.

    Meine Bedenken bezüglich der Backofen-Methode bei 80-90° scheinen zumindest die Bläschen auch zu entsprechen. Die wären vermutlich auch beim komplett verbauten Objektiv entstanden.

    Auch sollte bedacht werden, dass die Temperatur im Backofen durchaus mal 20°C von der eingestellten Temperatur abweichen kann.
    ---------------------------------------------------------------------------
    Kameras und Zubehör selbst reparieren, umbauen oder gänzlich selbst erstellen:
    http://www.4photos.de

  2. #2
    de Vörstand Avatar von hinnerker
    Registriert seit
    11.12.2008
    Ort
    Hamweddel
    Beiträge
    15.571
    Bilder
    81
    Danke abgeben
    3.685
    Erhielt 10.457 Danke für 3.563 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Keinath Beitrag anzeigen
    Hier ist nur auch noch die Frage, ob die Original-Klebung noch mit Kanada-Balsam erfolgte, oder z.B. mit UV-härtendem Klebstoff.
    Der optische Klebstoff wird nur einmal hart - mit UV Strahlung aktiviert. Bei Kanada-Balsam könnte die Wieder-Verklebung funktionieren, wenn man den die Blasen auch wirklich raus gestrichen bekommt - und die Blasen nicht schon ein Zeichen sind, das im Kanada-Balsam jetzt Bestandteile fehlen.
    Bei meinen Versuchen mit Kanada-Balsam war das Verkleben damit nicht beliebig wiederholbar - genaugenommen waren die zweiten Versuche meist oder immer von schlechter Qualität.
    War Kanadabalsam und beliebig wiederholbar !

    Meine Bedenken bezüglich der Backofen-Methode bei 80-90° scheinen zumindest die Bläschen auch zu entsprechen. Die wären vermutlich auch beim komplett verbauten Objektiv entstanden.
    Und das ist eben nur eine Vermutung.. und kein gesichertes Wissen. Denn mit einer Zwangsfürhung entsteht das nicht.

    Auch sollte bedacht werden, dass die Temperatur im Backofen durchaus mal 20°C von der eingestellten Temperatur abweichen kann.
    Sie kann sogar noch deutlich höhere Temperaturabweichungen haben..

    Tja, und da muss ich leider Deinen Bedenken ein erneutes Mal wiedersprechen..

    Da ich dieses Objektiv gerade repariert habe.. kommen nun die direkten Erwiederungen aus den Ergebnissen der Reparatur mit den daraus klar ersichtlichen Randbedingungen und sich ergebenden Schlussfolgerungen:

    Das Objektiv wurde vorher zerlegt und das führte zum eigentlichen Schaden, da nur die einzelnen verkitteten Elemente in den Backofen geschoben und deutlich zu heiß "gebadet" wurden.. mit dem Effekt, des seitlichen Abscherens einer Linse durch falsche Ablage im Backofen.. also ein reines "verrutschen" der beiden Linsen gegeneinander ergab und andererseits durch die zu starke Erhitzung zur Bildung von Blasen führte..

    Es ist eine Verkittung mit Kanadabalsam, welche die Linsen zu Glieder zusammenfügte, was schon klar wurde, durch erneute Erhitzung der Linsen.
    Damit gelang es, die verrutschte Linse in den Originalzustand "zurück zu schieben".

    Danach wurde die Gruppe an den vorgesehenen Ort im Tubus eingebaut.. und ist nun glasklar.

    Die vorher entstandenen Blasen konnten zu einem Großteil aus dem Zentrum dadurch an die Ränder zurück getrieben werden, das bei ebenso starker "Übererhitzung auf ca. 150-180 ° die Verriegelungen der Linsensysteme gleichmäßig im erhitzten Zustand weiter angezogen wurden. Dadurch wurden die Bläschen immer weiter an den Rand gedrängt. Einige sind noch an den Rändern verblieben, weil ich den Druck auf die Linsen nicht allzu groß werden lassen wollte.

    Da auch die zweite verkittete Gruppe direkt hinter der Frontlinse, welche durch zu hohe Hitzeentwicklung und die fehlende Zwangsführung die meisten Blasen "geworfen hatte" - eben weil im ausgebauten Zustand in den Backofen gelegt - nun endlich wieder eingebaut und zwangsgeführt dann erneut in den Backofen geschoben und "hocherhitzt" werden konnte, ist die Geschichte nun wieder "rund".. bis auf ein paar kleine, am Rand verbliebene Blasen, die sich nicht bildwirksam zeigten.

    Hier führte eben gerade der ausgebaute Zustand der Linsengruppe zusammen mit einer viel zu hohen Temperatur für das Abtöten des Fungus zu dem Problem.
    Ich habe mehrfach schon kurz vor der Separation stehende Linsen auf diese Art wieder zusammen bekommen, ohne auch nur ein bißchen neu verkitten zu müssen.
    Wichtig ist hierbei einfach nur die Zwangsführung durch den Verbleib der Linsen im System.. und kein Ausbau der Gruppen.

    Gerade wenn man die Linsen zum Reinigen.. wegen des Fungus - aus dem Tubus entnimmt, so ist in jedem Falle anzuraten, sie vor der Erhitzung an Ort und Stelle "stramm verriegelt" wieder in den Tubus einzubauen.

    Dieses unsachgemäße Vorgehen führte zu dem Ärger, aber keinesfalls irgend ein zu starkes erhitzen allein oder auch die Frage ob nun im Kanadabalsam irgendwelche Bestandteile fehlen..

    Insofern wiederspreche ich Deinen Vermutungen durch die praktisch erzielten Ergebnisse nach diesem REttungsversuch.

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  3. #3
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    07.01.2010
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    2.718
    Danke abgeben
    446
    Erhielt 546 Danke für 283 Beiträge

    Standard

    Was sich mir nicht erschließt: Woher weiß der genneigte Backofen Nutzer, ob sein Objektiv nun mit Kanada-Balsam verkittet ist, oder mit einem UV-Kleber - oder mit verschiedenen Klebern?
    Wenn man eine verpilzte Optik die mit UV-Kleber verkittet ist in den Ofen steckt und auf 90°C oder gar höher erhitzt, können alle Verklebungen drauf gehen.

    Das sich Blasen am Rand vielleicht nicht direkt bildwirksam zeigen bei Deinem Test glaub ich gerne - aber ich denke die Optikhersteller machen Linsen nicht aus Jux und Tollerei aufwendig größer, ohne das diese Fläche einen Einfluß aufs Bild hätte.
    ---------------------------------------------------------------------------
    Kameras und Zubehör selbst reparieren, umbauen oder gänzlich selbst erstellen:
    http://www.4photos.de

  4. #4
    Teilzeit-Mod. ;) Avatar von LucisPictor
    Registriert seit
    12.12.2004
    Ort
    Oberhessen
    Alter
    55
    Beiträge
    13.335
    Bilder
    12
    Danke abgeben
    3.614
    Erhielt 4.393 Danke für 1.834 Beiträge

    Standard

    Ich frage mich, wer die 90°C ins Spiel gebracht hat.
    Eiweise werden bei 60°C bereits zerstört. Eine "Behandlung" bei 65-70°C sollte also genügen. Sie muss eben lange genug dauern.
    Plize sind widerspenstige Bastarde. Die brauchen schon eine gehörige Dosis - allerdings in der Dauer, nicht in der Höhe.
    Klar, 150° für zwei Minuten würde wohl auch reichen, doch dann hat man auch kein Objektiv mehr.
    Carsten, berufsbedingt immer mal wieder auf Forum-Pause. In grün schreibe ich als Mod.
    ​Leica, Sony, Nikon, Fuji, Olympus, Pentax, Panasonic, Canon, Sigma und viel zu viele Linsen sowie andere digitale und analoge Kameras.
    >> Einführung | Meine "Uralt" (Stand 2015) Linsenliste | Noch eine Linsenliste | RetroCamera.de (Blog) | Altglasphase : 10
    >> Aktuelle Verkaufsangebote! <<>> Auf EBAY <<

  5. #5
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    26.01.2013
    Beiträge
    294
    Danke abgeben
    77
    Erhielt 61 Danke für 38 Beiträge

    Frage Temperatur und Anfängergründlichkeit

    Servus Lucis,
    danke für den Austausch, der wichtig ist, denn zur genauen Vorgehensweise der Backofenkur hatte ich vor meinem Versuch nix gefunden.
    Meine Gedanken waren folgende:
    Zunächst die falsche Annahme, das man wegen unterschiedlicher Wärmeausdehnung von Metall und Glas die Elemente besser trennt um nix zu beschädigen. Ich dachte da auch daran, das verdampfendes Fett nicht eingeschlossen bleibt, aber das Ergebnis kennen wir ja nun.
    Dann zur Temperatur hatte ich von 80 Grad gelesen und in Gründlichkeit mal 10 Grad mehr zugegeben.
    Folgende Annahmen könnten für die Bildung der Blasen sprechen:
    a) im Harz ist noch ein geringer Anteil Feuchtigkeit enthalten, der bei hoher Temperatur Dampfdruck bekam und sich als Blase einmalig sammelte und mein Herdofen war eben nahe am kochen oder hat die 100 überschritten.
    Oder b) durch die entspannte Erwärmung und Entspannung der Gläser entstand ein Vakuum und zog Luft zwischen die Gläser. Dann hätte ich aber eher eine Trennung der Linsen erwartet. Die Lage der Blasen spricht nicht für b)

    festgestellt werden kann, dass sich die Struktur der Pilzkanäle durch die mehrfache teils hohe Erwärmung nicht verflüchtigt hat. D.h. es scheinen keine Hohlraumstrukturen zu entstehen, die durch das flüssige Harz wieder gefüllt werden.
    Mich würde noch interessieren, ob Eure Erfahrung bestätigt, daß verästelnde Pilzstrukturen gerne in solchen Zwischenräumen verklebter Linsen entstehen?
    Sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, stelle ich einmal Bilder ein.
    Grüße aus dem Zug.

  6. #6
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    26.01.2013
    Beiträge
    294
    Danke abgeben
    77
    Erhielt 61 Danke für 38 Beiträge

    Standard Kanadabalsam oder UV-Kleber?

    Lieber Keinath,
    seit wann werden denn die UV-Kleber verwendet?
    Bei einem Kern-Paillard, also aus einer Bauzeit vor
    Vermutlich 1960 hätte ich wohl keinen UV-Kleber erwartet.

  7. #7
    Spitzenkommentierer
    Registriert seit
    07.01.2010
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    2.718
    Danke abgeben
    446
    Erhielt 546 Danke für 283 Beiträge

    Standard

    Herny hat mal bis 90° empfholen, für die Sporen selbst halte ich das nicht unbedingt ausreichend - aber jeder nach seiner Fasson. Ich steck lieber kein kompletes Objektiv in den Backofen als Pilzkur.

    Ich hatte bei meinen zig verpilzten Optiken nur eine mit dem Pilz innerhalb einer Verklebung - vom Baujahr und Typ (Tokina 60-300) gehe ich dabei von UV-Klebstoff aus.

    Wenn ich bei einigen heute großen US-Herstellern von UV härtendem Kleber suche, finde ich ~1973 als deren Anfang.
    Allerdings finden sich in der Patentliteratur bei den Amis auch schon ab 1945 mehrere Patente zu optischen Klebern abseits des Kananda Balsams - die waren höchstwahrscheinlich schon auch im Einsatz.
    In Deutschland und wohl auch der Schweiz hat die Optikindustrie das derzeit wohl nicht verschlafen - und vermutlich teils Klebstoffe abseits des Kanada Balsams im Einsatz.

    Ich bin da selbst etwas überrascht, wie lange optische Kleber schon existieren. Allerdings gehts mir nicht nur um diese Optik, sondern schon um die generell gegebene Empfehlung der Backofen-Methode.
    Selbst bei hochwertigen älteren Optiken kann man auch nicht sicher sagen, ob sie eventuell mal repariert wurde - mit moderneren Klebstoffen eventuell.



    ---------------------------------------------------------------------------
    Kameras und Zubehör selbst reparieren, umbauen oder gänzlich selbst erstellen:
    http://www.4photos.de

  8. #8
    de Vörstand Avatar von hinnerker
    Registriert seit
    11.12.2008
    Ort
    Hamweddel
    Beiträge
    15.571
    Bilder
    81
    Danke abgeben
    3.685
    Erhielt 10.457 Danke für 3.563 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Keinath Beitrag anzeigen
    Henry hat mal bis 90° empfholen, für die Sporen selbst halte ich das nicht unbedingt ausreichend - aber jeder nach seiner Fasson. Ich steck lieber kein kompletes Objektiv in den Backofen als Pilzkur.
    Sondern wenn Du es nicht in den Backofen steckst, nimmst Du es dann komplett auseinander vorab.. ?

    Baust dabei dann die Linsen aus und läßt den Pilz dann in den Seitenwänden des Objektivs, der Blende und wo er sich überall sonst noch eingenistet haben könnte?
    Dabei billigend die Gefahr in Kauf nehmend, die Frederik mit der Linsengruppe seines Kern Switar gerade erlebt hat, nämlich dem Abscheren einer Linse in einer zementierten Gruppe?

    Scheinbar nimmst Du dann auch in Kauf, dass unter Umständen ein Ausbau bei einem schon pilzbefallenen Objektiv zur Separation der Linsen einer verkitteten Gruppe führen kann, wenn sich der Pilz schon dazwischen eingenistet hat?

    Sorry, aber wie Du schon schreibst, jeder nach seiner Fasson.. nur wohin der Ausbau von Linsengruppen führen kann, hab ich nicht nur bei einem Objektiv und nicht nur bei diesem Objektiv gesehen und selbst erlebt.

    Insofern bleibt es von meiner Seite unbedingt bei der Empfehlung, das komplette Objektiv auf die Weise in den Backofen zu schieben. So bekommt man die Pilze abgetötet, ohne zusätzlichen Schaden an den Linsen und Gruppen anzurichten. Über die Dauer, wie lange es denn nun braucht bis der Fungus eliminiert ist, kann man sicher streiten.. aber jeder redet hier nur über seinen Erfahrungen und die meinigen sagen mir eindeutig, dass bei den beschriebenen 80 Grad für eine halbe Stunde nach der Aufwärmung im Backofen bislang sich kein Pilz in irgendeinem meiner Objektive die jemals davon befallen waren, weiter ausgebreitet hat.

    Beim hier beschriebenen Kern Switar, das nach dem "zurechtrücken" der verrutschten Linse nochmals hocherhitzt wurde, hab ich mir in erster Linie Gedanken über den Kunststoff gemacht, in welchem die Rücklinse sitzt.

    Aber auch da.. kein Problem.. keine Deformation, alles absolut formstabil geblieben. Da man nun nicht von jedem Teil vor der Reparatur eine chemische Analyse - und nein, Keinath, auch Du wirst keine durchführen - machen kann, welchen Werkstoff und welchen Kleber man da vor sich hat, sind das wieder mal ehr akademische Betrachtungen, als dass die Einwände irgendeinen Nutzwert hätten, wenn jemand vor dem konkreten Problem mit seinem Objektiv steht.

    Bei alleinstehenden Linsen kann man alles probieren und extremen Aufwand betreiben.. ob das aber alles in der Relation zum Nutz- oder Wiederverkaufswert stehen wird, ist mehr als fraglich, denn eine durch Fungus beschädigte Linse bleibt eine durch Fungus beschädigte Linse.

    Und den Aufwand Gläser neu vergüten zu lassen, wird sicher niemand bei den Kosten auf sich nehmen.

    Aber nach all den theoretischen Einwänden wäre ich dann doch mal gespannt, wie denn Deine Wege zur Pilzbekämpfung aussehen.
    Geändert von hinnerker (25.02.2013 um 07:23 Uhr)
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  9. Folgender Benutzer sagt "Danke", hinnerker :


Ähnliche Themen

  1. Kern Switar 1.9/75mm
    Von Helge im Forum Cinema Objektive
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 04.06.2020, 12:07
  2. APO-Rodagon N 2.8/50mm an E-Mount
    Von moriice im Forum Objektiv/Kamera-Adapter
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 03.03.2019, 23:28
  3. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 08.09.2017, 02:16
  4. 7artisans 50mm F1.1 Leica M-Mount (399€)
    Von Tedat im Forum "Café Manuell" - Hier wird geplaudert..
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 30.06.2017, 07:44

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •