Natürlich ist Schärfe nicht alles. Aber ohne Schärfe wirkt meistens auch die Unschärfe nicht. Der Freistelleffekt z.B. hängt für mein Empfinden nicht allein vom Bokeh ab sondern auch davon wie klar und scharf sich das Hauptmotiv von dem Hintergrund abhebt.
Man muss das allerdings immer auf die Größe des gezeigten Bildes beziehen und was ich hier in Forumsauflösung von Urmelchens Ennaston sehe finde ich absolut ausreichend in Sachen Schärfe und absolut begeisternd was die Hintergrundgestaltung betrifft. Wenn ich mir das Verkehrsschild in der Vollauflösung anschaue, dann ist da zwar im Detail alles von Koma und Überstrahlungen verschmiert, aber das sieht man in normaler Auflösung kaum.
Oder anders formuliert: Objektive, die Bilder machen, in denen ich in der Vollauflösung gestochen scharfe Details erkennen kann, gibt es wie Sand am Meer. Ein Objektiv, das in 1200x800-Ansicht so traumhafte Bilder macht, muss man dagegen lange suchen.
Richtig, Helge.
Wenn ich an die Fotos denke, die du mit deinem Lichtmonster an der PEN in Wetzlar gemacht hast, die sind doch traumhaft, ohne superscharf zu sein!
Carsten, berufsbedingt immer mal wieder auf Forum-Pause. In grün schreibe ich als Mod.
Leica, Sony, Nikon, Fuji, Olympus, Pentax, Panasonic, Canon, Sigma und viel zu viele Linsen sowie andere digitale und analoge Kameras.
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Schön gesagt Helge. Es ist klar, bei Verwendung hochlichtstarker Objektive wird meistens ein nicht unerheblicher Bildbereich Unscharf werden. Daher ist es besonders wichtig, in dem Fall auf "Linsen mit Charakter" zu setzen und das schafft eben meist nur die alte Liga. Relativ neue Objektivrechnungen sind meist auf Schärfe getrimmt, unter Vernachlässigung einer gefälligen Hintergrundunschärfe.
Wenn ich so ein wunderschönes Objektiv sehe, wie dieses mir bislang unbekannte Ennaston, freue ich mich total, daß ich mir gerade die analoge Fotografie aneigne. Mit Hauptfokus auf M42 Objektiven, da ich diese auch an meine 1er EOS adaptieren kann...
Das Ennaston ist wirklich ein Traum!
Hallo Urmelchen,
auch von mir aus besten Dank für den Bericht, ich habe das Ennalyt 85mm F/1.5, ist gar nicht aus Plastik, sondern auch verdammt schwer...
Das Objektiv bereitet mir aber Kummer, bei Sonnenschein kann ich quasi nicht abblenden, ich vermute die Blendenlamellen reflektieren dann soviel Licht,
dass das ganze Bild von Flare nur so überstrahlt wird. Daher eine Frage: kann man Blenden schwärzen - hat jemand Erfahrung mit schwärzen von Blenden?
Danke!
Und hier noch ein paar Ennalyt-Bilder bei Dunkelheit:
und nun noch eins gegen Licht:
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WeaselX100
Normales anmalen geht nicht - zu dick. Je nach Material könnte brünnieren oder eloxieren (wird aber eher kein Alu sein) helfen. Oder man findet einen sehr dünn auftragenden möglichst abriebfesten Lack - immerhin ist es keine Automatikblende. Aber vermutlich macht man damit eher was kaputt. Und bei so einer Optik sollte man meiner Ansicht kein großes Risiko eingehen.
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Hallo,
in dem Fall gilt nach meiner Ansicht das alte Dogma, dass mir schon meine Mutter eingehämmert hat mit ihrer damaligen Vito - nie ohne PASSENDE Streulichtblende. Es gibt/gab in meiner Sammlung eine Reihe von eigentlich verschrieenen Linsen, denen genau das zur Nutzbarkeit fehlte. Denn viele vergessen auch, dass z.B. am APS-C viel längere Blenden funktionieren als am KB - und das macht es manchmal aus. Und lieber länger und dank Step-Up-Ring kürzer als im Originaldurchmesser zu kurz. Probier es mal aus - kleine Kosten - toller Effekt!
Jörg