Ich muss gestehen, dass ich die Analoge nicht vermisse. Das letzte Mal, als ich die analoge Praktica rausgeholt hatte, fand ich den großen und hellen Sucher klasse, aber mit der 5D hat sich auch das erledigt. Dazu kommt, dass ich dann immer warten muss, bis der Film voll und entwickelt ist, während bei digital die Bilder praktisch sofort zur Verfügung stehen. Auch bei der Qualität sehe ich (zumindest für meine Anwendungen) keinen Unterschied mehr. Bei analog muss man sorgfältig belichten, um die Dynamik des Films auszuschöpfen -- und bei digital auch.

Meiner Meinung nach spricht für analog nur noch das Filmkorn. Das gibt mir eine Struktur im Bild, auf die meine Augen scharf stellen können, auch wenn das eigentliche Bild darunter unscharf ist. Ohne das Korn (und eventuell die Struktur des Papiers) sind meine Augen sonst am suchen -- quasi wie ein AF, der keine Kontrastkante findet. Das empfinde ich dann als unangenehm. Ein pixeliges Farbrauschen ist dagegen "nur" nicht schön. Aber am liebsten ist mir immer noch ein richtig scharfes Foto (ohne Korn-Weichzeichner).

Der andere Aspekt ist, dass ich mir bei analog meistens mehr Gedanken über Ausschnitt und Ausrichtung des Bildes gemacht habe, da beschneiden ohne eigene Dunkelkammer nicht so wirklich geht (Schere halt). Während analog mich zu solch einem bedachten Fotografieren "zwingt", ist das bei digital eine Option -- ich kann auch, aber ich muss nicht. Oder man kauft sich eine DP1

Fritz'sche Grüße