vor paar Tagen habe ich die Wundertüte bei IBÄ gelabelt als Zeiss gesehen, das fiel mir sofort auf, nicht zuletzt auch wegen des exorbitanten Preises von 499 Euro, die der Verkäufer forderte. Aber das muß nichts bedeuten. Wer weiß, was die Koreaner dem klammen DDR-Schalck angeboten haben, wofür sie dann den Namen Zeiss verwenden durften. Da sind beide Versionen möglich.
Im 50FB-Bereich ist das ja noch verzwickter. Jeder der nur irgendwie paar harte Münzen auf den Tisch legen konnte, wurde von der DDR ermächtigt entweder Markennamen zu benutzen (siehe Exakta) oder die Zeiss-Unterlagen der Objektivberechnungen als die eigenen zu benutzen (siehe z.B. LOMO & Samyang). Das kann man heute nicht entwirren.
Das Samyang MF 1.4/85 beruht m.E. auf Zeiss-Sonnar-Berechnungen. Die Koreaner hatten bis 1990 exklusiv den vollen Zugriff auf CZJ. Dafür brachten sie die DDR-Optiken (Pentacon) unter anderem Namen auch auf den asiatischen Markt. Das Sonnar an sich ist ja der Grundvater von vielem, das Nikkor AF-D macro 2.8/60, dass ja heute noch das Referenz-Objektiv für Schärfe ist, ist unbestätigten Gerüchten zufolge ein ein Zeiss-Planar und ein Zeiss-Planar ist ein modifiziertes weiter entwickeltes Sonnar. Im Prinzip ist das ja auch egal - es ist superscharf und das ist wichtig. In der Fotooptik war die Globalisierung über die Wirtschaftssysteme hinweg schon viel eher vorangeschritten, ehe man von Globalisierung überhaupt redete. Die Japaner kauften so z.B. Exakta, wischten damit das Exakta-Bajonett von der Welt und verkauften plötzlich Exaktas mit M42-Anschlüssen, in die aber die DDR-M42 nicht hineingingen - die Gewinde hatten einen geringfügig anderen Anstieg. Dann brachte die DDR eine Exakta RTL 1000 heraus, die hatte auch ein M42-Anschluß, den aber wieder mit dem "DDR-Anstieg" - das war letztendlich ein heilloses Durcheinander, was heutzutage u.U. zu ungewollten Überraschungseffekten bei IBÄ-Käufen führt ;-)


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