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Thema: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Zitat Zitat von fbjochen Beitrag anzeigen
    Mal ne blöde Frage. Wieso nimmts du nicht einen Adapter von FD auf EOS?

    Den hier zum Beispiel

    So einen Adapter kennst du sicherlich und wirst dein Gründe haben, den nicht zu nutzen. Es interessiert mich einfach, wieso an einer so tollen Linse der Adapter nicht genutzt werden soll.
    Hallo Jochen,

    für Dich als "Mini Manuellen" die etwas längere Erklärung:

    Durch das unterschiedliche Auflagemaß der alten FD Objektive, die eine Bajonettauflage/Distanz die vom Film/Sensor 42 mm entfernt war, kommt der Streß.
    Das bedeutet für uns heute, die Linsen müssen dichter an den Sensor gebracht werden, als unser bekanntes EOS Auflagemaß von 44mm vorgibt!
    Setzt Du die Linse mit einem Adapter an, so geht die Linse davon aus, genau 42mm vom Sensor/Film entfernt zu sein. Ein FD Objektiv geht also davon aus, an der Bajonettauflage genau 42 mm entfert vom Sensor zu sein.. ist es aber nicht, sondern mit dem Adapter im besten Fall 44mm vom Sensor weg.

    Das Canon zudem ein Aussenbajonett hatte, macht die Sache bei der Anpassung schlimmer, weil das alles umgestrickt werden muss, um vom Aussenbajonett auf das heutige Innenbajonett und zudem noch die 2mm Differenz weiter nach innen zu bekommen um das gesamte Kleinbildformat "auszuleuchten". Daher gelten die FD Objektive eigentlich im klassischen Sinne als nicht anpassbar oder eben mit dem verschlimmernden Adapter.. dann kann man es gleich lassen. Erstens mindert das Glas die Lichtstärke und gleichzeitig erhöht es die Brennweite in diesem Fall um den Faktor x1.25

    Deshalb kamen die Jungs aus Asien und auch Canon selbst auf den Trichter, einen Adapter zu schaffen, der mit einer rückwärtigen Erweiterungslinse eben die Entfernung vom Sensor durch das Aussenbajonett durch eine zusätzliche Linsenkonstruktion zu ersetzen. Canon bot für die Besitzer großer Mengen an hochwertigen Objektiven dieses Kalibers eine zeitlang einen Adapter an, der mit dem Glaselement überzeugen konnte, aber auch damals 250 USD kostete.
    Wenn man diese heute bekommt, liegen die Gebraucht beim 4 fachen, also rund 1000 USD. Mit diesen auf viele Objektive abgestimmten Adapter war die Qualität noch erträglich. Was die Asiaten da an Kram zusammenschustern kannste vergessen.

    Jedes zusätzlich eingebaute Glaselement, das eigentlich bei dem Abstand nur die Funktion hat, den Bildkreis entsprechend anzupassen, schwächt leider auch gewaltig die optische Qualität dieser hervorragenden Linse.

    Um diesen Effekt einmal nachzuverfolgen, schau mal durch den Sucher wenn Du eines Deiner beliebigen Objektive nicht einschraubst, sondern sie nur vor das Kamera-Loch hälst und auf unendlich (Schalter mal auf manuell stellen) dann verstehst Du. Die Canon FD Linse liegt viel zu weit vor dem eigentlichen "Loch". Und das wird eben mit der rückwärtigen Linsenkonstruktion des Adapters ausgeglichen. Aber eben wird leider auch die gesamte optische Grundformel des Objektives so sehr verändert, das die Qualität so sehr drunter leidet.

    Es gibt diese Adapter auch ohne die Glaskonstruktion, aber dann ist nur noch Nahbereich möglich und das ist nicht der Sinn der Linsen.

    Ein Teufelskreislauf, den man nur durch so einen Umbau durchbrechen kann.

    Einerseits muss die rückwärtige LInse also näher an den Sonsor gebracht werden, was an den Cropkameras mit den kleinen Spiegeln auch funktioniert, aber auf das volle Kleinbildformat wie bei der EOS 5D leider nicht, weil der Spiegel anschlägt. Deshalb ist dieses Objektiv, ein hervorragendes übrigens, eben leider nur an einer Crop mit kleinem Spiegel nutzbar.

    Hoffe, die Erklärung leuchtet ein wenig ein.

    Liebe Grüße

    Henry
    Geändert von hinnerker (15.01.2010 um 08:03 Uhr)

  2. #2
    Spitzenkommentierer Avatar von fbjochen
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    Hallo Jochen,

    für Dich als "Mini Manuellen" die etwas längere Erklärung:
    ...

    Liebe Grüße

    Henry
    Danke für die ausführliche Erklärung Henry. Leuchtet ein.
    I schwätz schwäbisch! Ond du?

    Erfahrungs- und Testberichte findet ihr in unserer übersichtlichen Excell-Tabelle KLICK
    Für die Recherche von Objektivdaten findet ihr hier eine Linkliste KLICK
    Wer eine
    Reparaturwerkstatt für Altglas sucht, findet hier eine Adressliste KLICK


    Body: Canon EOS 6D und Sony Nex 5
    AF Objektive: Canon 70-300
    MF Objektive: Vivitar 3,5/17mm, Vivitar 2,0/28mm, Tokina 2,8/28mm, Lydith 3,5/30mm, Rikenon 2,8/35mm, Canon FD 1,2/50mm, Nikkor-S 1,4/50mm, Yashica ML 1,9/50mm, Summicron 2,0/50mm,
    Focotar 4,5/50mm, Yashica DS-M 1,7/55mm,
    Carl Zeiss Biotar 1,5/75mm, Tokina AT-X 2,5/90mm, Trioplan 2,8/100mm, Rolleinar 2,8/105mm, Carl Zeiss Sonnar 4,0/135mm, Orestegor 4,0/200mm

  3. #3
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Es ließ mir dann doch keine Ruhe...

    Hier ist der Umbau. Geht bis etwas über 8 Meter, danach nur noch LiveView...



    Schön sieht es an der Canon 5D MKII aus...



    Und so sind die Bilder damit...

    Alle Bilder OFFENBLENDE 1.2/ ISO 800





    Hier die max. Entfernung ohne Spiegelschlag..



    Und der 800 Pixel Crop daraus..



    Und noch eines, draussen.. bös kalt. ISO 400 !! OFFENBLENDE



    Und wieder ein Crop auf das Schild im beleuchteten Teil..




    Definitiv, ich werde es behalten. Wenn der Spiegel irgendwann nach der Garantiezeit gekürzt wird, halte ich ein wunderbares Objektiv für diese Kamera in Händen. Ich weiß nun, wie es geht. Kann die Sache noch verfeinern und verschönern. Zudem ist das Ganze voll rückbaubar.

    An der Cropkamera ergibt sich ein wunderbares Portraitobjektiv, das ich überwältigend finde... sobald das Wetter etwas mehr Licht hergibt, werde ich es mal ausgiebig an der Crop testen und damit Portraits machen.

    Dieses Canon FD 1.2/55mm S.S.C. ist ein sehr schönes Objektiv, das sehr gut an die 5D MKII passt. Die Größe des Objektives an der Kamera passt optisch so gut zu ihr, das man glauben möchte, es sei für diese Kamera gemacht.




    Somit ist es jetzt ein Kreis. Das was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich zwar nicht ganz umsetzen, weil der hintere Linsenteil immer noch streift, aber ich bin mit der optischen Qualität sehr, sehr zufrieden. Der Umbau hat sich gelohnt, hat Spaß gemacht sich diese Gedanken zu machen und letztlich in der Ausführung auch gut funktioniert.

    Dieses alte und hervorragende Objektiv läßt sich auf unendlich bringen und wenn der Spiegel dann irgendwann gekürzt ist, macht es noch mehr Spaß, weil ich dann ohne Gedanken an den Spiegel den Bereich hinter 10 Metern nutzen kann.

    LG
    Henry
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    Geändert von hinnerker (15.01.2010 um 18:53 Uhr)

  4. #4
    verstorben Avatar von Fraenzel
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Gut, dass Du nicht locker gelassen hast, Henry!
    Diesen dicken Glasklotz gleich wieder zu verscherbeln, wäre doch eine Sünde.
    Die Bilder <10 Meter sehen doch alle Klasse aus. Selbst bei Offenblende!
    Das wäre die richtige Linse für ein Rockkonzert oder Theater.
    Interessant wäre ein nüchterner Vergleich zum 1,2er Porst. Aber das hast Du ja sicher längst auf dem Zettel.
    Viel Spaß und Glückwunsch zum erfolgreichen Umbau
    Gruss Fraenzel

  5. #5
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Um das Ganze nun rund zu machen.

    Beim Umbau ist es nur nötig, den besagten Olympus - Adapter mit einer Stärke von ziemlich genau 2mm zu benutzen.

    Dieser Adapter wurde von den Olympus "Klauen" befreit. Dieser Weg erweist sich später als sehr hilfreich, denn anschließend ging es darum, die Löcher für die Schrauben des alten Gewindeauflageblockes einzuzeichnen und zu bohren. Hierbei war das entfernen der Olympus - Bajonettklauen insofern sehr sehr hilftreich, weil beim Übertragen/Ankörnen der notwendigen Löcher für die Befestigung des Adapter mit den Schrauben des Auflageblockes mit hoher Präzision vorgenommen werden konnte.

    Hierbei ist darauf zu achten, das die Löcher so in den Adapter eingebracht werden, das nachher die Skala des Canon auch oben, wie gewohnt, liegt.
    Das heißt, man muss sich schon beim Anzeichnen der Löcher klarmachen, wo der Einrastpunkt des Adapters an der Kamera ist und wie der Adapter dann am alten Auflageblockes ausgerichtet werden muss.

    Der Rest ist dann nur noch exaktes "Körnen" und Bohren. Hierfür zunächst mit 1mm Bohren.. dann im zweiten Gang mit einem 3mm Bohrer die Löcher nochmals nachbohren bis zur Hälfte der Adapterdicke, damit die Schrauben nachher sauber im Bajonett verschwinden.

    Nun ein weiterer, wichtiger Teil. Die Blendenübertragung. Hierzu genügt eine gebogene Langfeder von etwa 5cm Länge. Diese wird innen an einer Führung der Blendengabel (sieht aus wie eine Gabel mit 2 Zähnen) befestigt und dann gegen eine der zwei Schrauben der Begrenzung gezogen und befestigt. Durch die Federkraft wird die Blende ständig in Richtung "Schließen" gezogen und durch die am Blendering befestigte Begrenzung wieder aufgedrückt und damit unter Federspannung gehalten. Sehr clevere Methode.

    Es sei hier noch kurz erwähnt, das diese Blendengabel auch beim Umbau und den Versuchen mit der Blende "überdreht" werden kann. Dies bedeutet, nach einem kleinen Gelenk zu am Boden zu suchen, das sich im Normalfall an den Drehwegauschnitt eines Metallringes auf dem die Gabel sitzt "anschmiegt". Aber dieses Gelenk am Boden kann auch durch ein zu weites drehen der Gabel soweit umschwenken und dann geht die Blende nicht mehr auf. Dann muss ein kleiner Pin des Gelenkes wieder mit einem spitzen Stift oder Klammer wieder nach Aussen gedrückt werden und die Mitnehmergabel läßt sich dann wieder zurückziehen. WICHTIG..

    So ist nun auch die Blende wieder einwandfrei hergestellt, ohne das es der äußeren Kupplungsorgane des Auflageblockes weiter bedarf.

    Zu guter letzt habe ich mir aus einem alten Objektivdeckel von Yashica einen Plastikring geschnitten, der nun als Lichtdichtung und Staubschutz dient und die letzen Lücken schließt.

    Ich finde es war eine gelungene Operation und es ging soweit ohne die Drehbank ab.

    Anbei nochmal so ein bißchen "Bokeh-Spielerei"...

    LG
    Henry
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    Geändert von hinnerker (15.01.2010 um 20:11 Uhr)

  6. #6
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Und nochmal zwei, erstmal mit den Spitzlichtern im Bokeh.. dann ein Crop wegen der Schärfe.. beides Offenblende 1.2/ISO 320/ 1/125




    Crop 792 pixel.. um die Schärfe bei Offenblende zu zeigen.

  7. #7
    Spitzenkommentierer Avatar von OpticalFlow
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    Standard AW: Canon 1,2/55mm S.S.C.... Umbaufrage

    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    Es sei hier noch kurz erwähnt, das diese Blendengabel auch beim Umbau und den Versuchen mit der Blende "überdreht" werden kann. Dies bedeutet, nach einem kleinen Gelenk zu am Boden zu suchen, das sich im Normalfall an den Drehwegauschnitt eines Metallringes auf dem die Gabel sitzt "anschmiegt". Aber dieses Gelenk am Boden kann auch durch ein zu weites drehen der Gabel soweit umschwenken und dann geht die Blende nicht mehr auf. Dann muss ein kleiner Pin des Gelenkes wieder mit einem spitzen Stift oder Klammer wieder nach Aussen gedrückt werden und die Mitnehmergabel läßt sich dann wieder zurückziehen. WICHTIG..
    So, nachdem ich den Umbauthread komplett gelesen habe und das Objektiv auch umgebaut, entdecke ich auf einmal durch Zufall diesen alten Thread hier. Schoen, die Entwicklung des Umbaus auch nachlesen zu koennen.
    Das oben beschriebene Problem des Ueberdrehens der Blende ist mir genau so auch passiert ! Die Loesung fand ich dann doch ziemlich schnell in unter 5 minuten, aber manchmal stehe ich bei solchen Sachen auch auf dem Schlauch.

    Vielleicht koenntest Du den oben zitiierten Ausschnitt noch irgendwo auf den ersten beiden Seiten der Umbaueinleitung reineditieren, da waere es naemlich gut aufgehoben.

    Ich denke, dass fast jeder, der sich an dem Umbau wagt, die Blende zumindest einmal ueberdreht. Wenn man das Bajonett abschraubt, will man sich ja schliesslich mal den Blendenmechanismus in Action ansehen um ihn zu versthen.

  8. #8
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von OpticalFlow Beitrag anzeigen
    Vielleicht koenntest Du den oben zitiierten Ausschnitt noch irgendwo auf den ersten beiden Seiten der Umbaueinleitung reineditieren, da waere es naemlich gut aufgehoben.

    Ich denke, dass fast jeder, der sich an dem Umbau wagt, die Blende zumindest einmal ueberdreht. Wenn man das Bajonett abschraubt, will man sich ja schliesslich mal den Blendenmechanismus in Action ansehen um ihn zu versthen.
    DONE und in die Umbaudokumentation mitaufgenommen..

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

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