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Thema: Fotografisches Sehen...

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Fotografisches Sehen...

    Uff, langer Beitrag, aber schaftt Verständnis, geht in die Richtung, in die ich den Titel lenken wollte.

    Im fotografischen, sowie in allen Bereichen gibt es die "'Selbst" und "Fremdwahrnehmung"..

    Kurz, was hat der Fotograf gesehen und wollte er mit welchen Mitteln ausdrücken und zeigen. Selbst wenn es nur ein spontanes "Sehen" und der Versuch es umzusetzen ist, so geht in jedem etwas vor, das den Blickwinkel, die geeignete Methode, das Gesehene umzusetzen betrifft.

    Bei dem einen Fotografen ist es einfach ein "draufhalten", weil ich irgendwie emotional eine Szene sehe und mir hinterher, wenn etwas gelungen ist in den tausend Aufnahmen, einen Kopf darüber mache. Beim anderen Fotografen ist es ein bewusster Vorgang, der in Bruchteilen einer Zeiteinheit dafür sorgt, den Standort zu wechseln, ein anderes Objektiv für die perspektivische Darstellung oder den Abbildungsmaßstab zu benutzen.

    Die Reduktion auf aussagewichtige Details des Gesehenen zu lenken und die geeigneten Mittel zurück zu greifen.

    Hier gibt es verschiedene Fotografen, die unterschiedliche Vorgehensweisen haben. Dies ist der Sinn hinter diesem Thread. Die Unterschiedlichen Interpretation und die Herangehensweise erschliesst sich aber nur dann, wenn sie als bewusster Vorgang auch für die Kollegen einmal offen gelegt wird.

    Klar kann man jetzt so vorgehen und sagen ein Bild wirkt aus sich selbst...
    aber mit der Eingangsfrage hat das wenig zu tun.
    Jeder Mensch folgt, wenn er nicht gerade völlig gelangweilt irgendetwas fotografiert, weil ihm nichts einfällt, uninteressantes interessant zu machen oder folgt einem "Impuls", den er ausarbeitet. Man sieht etwas, das eine gewisse Faszination ausübt und versucht, das Gesehene so umzusetzen, das es einen Betrachter berührt, wenn es nicht nur "Selbstzweck" sein soll.

    Zwischen dem Gesehenen und dem Foto selbst stehen aber 1000 Hürden um das im Bild auszudrücken was der Fotograf sah.

    Ein Beispiel:

    Riesiges Bergpanorama... völlig langweilige und unbeeindruckend, wenn nicht ein Vergleichsmaßstab, der die Dimension der Berge aufzeigt.
    Also ist die Überlegung in einem solchen Foto, wo bekomme ich Elemente ins Bild, die aus den Sehgewohnheiten einen Maßstab für die Größe ableiten lassen um die "Mächtigkeit" der Berge zu betonen und hervortreten zu lassen.

    Klar kannste jetzt auf das Bergpanorama draufhalten und hoffen, das das Bild "wirkt"..

    Soll heißen, in jedem fotografischen Motiv gibt es "Dreh- und Angelpunkte", die mal mehr oder weniger wahrgenommen werden und wie alles von verschiedenen Seiten gesehen werden können.

    Nehmen wir Dein Beispiel mit der "Freiluftverdrahtung" und den darunter in chaotischem Treiben fahrenden Motorräder. Interpretiere ich die Analogie "Chaos im Mast" und "Chaos" auf der Straße nur hinein und Du überlässt mich ohne Worte meiner Interpretation oder kannst Du mitteilen, was Du ausdrücken wolltest.

    Da ist nach meiner Ansicht der Unterschied zwischen "draufhalten" und den Betrachter etwas interpretieren lassen und einem komponierten Foto mit einer gewollten Aussage.

    Im Übrigen...zu Deinem Statement über die Direkteinbindung, die wir ja schon mal erörtert hatten, hier der Link und Verweis, nach dem Du fragtest, wo das denn stünde...

    http://www.digicamclub.de/showthread.php?t=10100

    LG
    Henry

  2. #2
    Hardcore-Poster Avatar von kuuan
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    Standard AW: Fotografisches Sehen...

    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    .....
    Bei dem einen Fotografen ist es einfach ein "draufhalten", weil ich irgendwie emotional eine Szene sehe und mir hinterher, wenn etwas gelungen ist in den tausend Aufnahmen, einen Kopf darüber mache...
    LG Henry
    warum auch nicht? Viele außergewöhnlich gute Fotos entstanden zufällig.

    aber generell ticke ich da wie Du Henry und kann nur jeden herzlich empfehlen:
    verwende manuelle Fixbrennweiten!
    man macht viel weniger Fotos diese aber viel bedachter. Ich verwende fast ausschließlich manuelle Objektive, es macht sehr viel mehr Spaß, außerdem ist die Freude groß wenn der Fokus wirklich einmal dort sitzt wo ich ihn wollte ,auf einer dSLR ja nicht so einfach. und jetzt hast Du mich erwischt, also doch denken vor dem Knipsen..
    meine Fotos: https://www.flickr.com/photos/kuuan/collections/
    meisst mit manuellen Objektiven aufgenommen, Takumars, Pen-F Zuikos, LTM Objektiven etc. auf Sony NEX5n, A7, Ricoh GXR M, Pentax *istDS und K-x

  3. #3
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Fotografisches Sehen...

    Andreas, ich will niemanden erwischen.

    Es geht mir darum dieses wie ich finde wichtige Thema einmal zu diskutieren und zu hören und sehen, am besten mit Beispielen, was Fotografen sich denken wenn ihre Aufnahmen entstehen. Welche Überlegungen angestellt werden, ob es ein über das "ich sehe etwas und halte drauf" hinaus bei wem gibt.
    Durch die Erzählungen und Beispiele, von denen ich hoffe, das noch einige kommen, glaube ich kann sich vielleicht der eine oder andere etwas aus dem Gedanken- und Vorgehen unter uns Kollegen, vielleicht Interessantes für sein eigenes Handeln/Fotografieren "herauspicken" und mitnehmen beim Lesen.

    Denn alle Fotografen sehen Dinge mit ihren Augen. Die Wahrnehmung von Situationen und Szenen, die Idee zum Bild, die Umsetzung ist immer etwas, das zu erörtern lohnenswert ist, gerade für Kollegen, die eher in der technikverliebten Schiene und weniger in der Bilderwelt wandeln.
    Dies war auch der Ursprung dieses von mir aus einem Thread von Padiej stammenden, abgeleiteten Threads, wie in dem Eingangspost bereits geschildert.


    LG
    Henry

    Würde mich freuen, wenn mehr Leute sich dazu äußern und Beispiele beisteuern könnten.

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