Jetzt habe ich seit einem halben Jahr eine Kamera, die über ein High-Tech AF System mit grandioser Motiv-Erkennung und -Verfolgung verfügt, mit dem 40 Bilder pro Sekunde mit AF Nachführungen möglich sind und mache plötzlich Fotos mit manueller Festbrennweite. Warum?
Mit alten oder generell mit manuellen Festbrennweiten ist die Fotografie für mich wieder ein bewusstes Erlebnis und es fühlt sich an wie in der Vergangenheit. Durch die intensivere Konzentration auf das Motiv ist das Fotografieren wieder ein neues Erlebnis. Ein Foto dauert viel länger, denn ich muss viel mehr Zeit in das Motiv und das Foto investieren - das wirkt entschleunigend. Alleine schon der Weg zur Festbrennweite eröffnet eine neue (alte) Welt, denn die Perspektive bekommt jetzt einen ganz anderen Stellenwert. Bewusst die Blende wählen, etwas experimentieren und der konzentrierte Vorgang des manuellen Fokussierens ist intensiver. Dazu kommt der Charakter und das Bokeh der alten Objektive - das war übrigens der Grund für mich beim Einstieg in de Welt von Altglas. In Zeiten der sterilen digitalen Welt, wo alles perfekt sein muss (Schärfe bis in die Ecken, keine Vignettierung und Verzeichnung) ist auch das Ergebnis individueller - eben weil es nicht perfekt ist. Fotografie macht wieder Spaß :-)


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