Dann würde ich Folgendes vermuten:
Das eingebaute UV/IR-Sperrfilter versucht, so gut es geht UV und IR vom Sensor fernzuhalten. Dazu ist es ja eingebaut.
Das zusätzlich aufgesetzte IR-Pass-Filter lässt (wenn es ein ordentliches ist) nur IR ab einer bestimmten Wellenlänge durch.
Die beiden Filter arbeiten also sozusagen "gegeneinander", und wären sie jeweils perfekte Kantenfilter, dürfte bei einem
aufgesetzten 720nm oder gar 780nm Filter nur noch ein tiefschwarzes Bild entstehen, egal wie lange Du belichtetest.
Das ist offensichtlich nicht der Fall.=> Es gibt ja auch keine "perfekten" Filter auf dieser Welt.
Durch das Weitwinkelobjektiv gibt es nicht nur senkrecht durch die Filter fallende Strahlen, sondern auch besonders an den
Rändern schräg passierende Strahlen. Die Filtercharakteristik des aufgesetzten IR-Pass-Filters ist grundsätzlich relativ immun
gegen schrägen Lichteinfall, denn das Glas solcher Filter ist wohl vermutlich in der Masse durchgefärbt.
Ganz anders das interne UV-IR-Sperrfilter! Wahrscheinlich handelt es sich hier um ein als Bandpassfilter für das sichtbare
Lichtspektrum designedtes Interferenzfilter. Interferenzfilter sind sehr sensibel, und ändern ihre spektralen Durchlass-
und Sperreigenschaften in Abhängigkeit vom Durchfallswinkel des Lichtes stark. Im normalen Tageinsatz der Kamera
fällt das nicht auf, denn das sichtbare Licht "übertönt" diesen Effekt und es wird nicht sichtbar, ob das UV-IR-Filter nun
bei z.B. 720nm nun nur noch angenommen 2%, 5% oder schon 10% des IR durchlässt.
Durch das Aussperren des sichtbaren Lichtes betreibst Du jetzt aber sozusagen das eingebaute UV-IR-Filter im kritischen
Bereich auf der Filterkante. Daher die deutlich sichtbar werdende Änderung des Spektrums je nach Einfallswinkel des Lichtes.
Soweit meine Theorie dazu.
Dazu gibt es nur eine Lösung:
Ernsthafte IR-Fotografie nur mit Kameras, wo der UV-IR-Sperrfilter vor dem Sensor entfernt wurde.
Herzliche Grüße vom Waldschrat!


) nur IR ab einer bestimmten Wellenlänge durch.
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