Da ich nun selbst zu so einem Zoomar gekommen bin, kann ich mir auch eher eine Meinung bilden.
Das Zoomar kann selbstredend nicht mit modernen Entwicklungen mithalten, aber es ist viel besser, als es hier in den hier gezeigten Bildern zu sein scheint![]()
Dieser Thread basiert bislang auf einer Menge Unkenntnis der Zusammenhänge rund um das Zoomar und unzweifelhaft auch den "fotografischen" Möglichkeiten des TO.
Dies beginnt bei Nahaufnahmen, die bei Zoomar eigene Zusatzlinsen erfordern, die hier überhaupt nicht erwähnt wurden. Es handelt sich um die Focare A und B in 95mm Durchmesser, die für Arbeitsabstände von 1.01 m bis hinunter zu 53 cm benutzt werden sollen (Focar A).
Das Focar B deckt den Bereich von 50cm bis 34,5cm ab und die Kombination von Focar A und Focar B reicht von 33cm bis hinunter zu 25,6 cm.
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Damit man das Zoomar etwas besser versteht, gestatte ich mir, mal den komplette Liefer-Umfang eines Voigtländer Zoomar 2.8/36-82mm im Bild zu zeigen und zu beschreiben.
All seine zum Arbeiten vorgesehenen Zubehöre wurden hier im Thread bisher leider mit keinem Wort erwähnt, gleichwohl aber wurden Vergleiche im extremen Nahbereich angestellt - gedruckte Zeitungsseiten - in dem das Zoomar und dann gegen ein anderes, moderneres Objektiv "antreten" mußte, ohne die Vorgaben des Herstellers für die Nutzung des Zubehörs einzuhalten, geschweige sie überhaupt zu kennen oder gelesen zu haben.
Ich werde gleich genauer erläutern, wie das mit dem 'Einsatz' des Zoomar von Voigtländer eigentlich mal gedacht war !!!
Ultramatic CS mit Zoomar, Focar A und Focar B, UV Filter und Gelbfilter vor dem Lederköcher, der die Kamera und Zubehörteile aufnehmen soll, zeig ich noch.
Dann folgt ganz noch die Klemmring - Reduzierung und die Gummistreulichtblende, die - wie die Filter und Nahlinsen - in diese Klemmring - Reduzierung eingeschraubt werden sollen.
Packen wir einmal ein komplettes Zoomar aus seinem Köcher aus und gucken was da zum Lieferumfang gehörte und gepackt wird:
Zunächst gehört - wichtig - zum Zoomar die Bedienungsanleitung und der Schärfentieferechner. Der lederne Köcher ist quasi gedacht als "Case" für die Kamera und das komplette Zoomar Zubehör.
Die Stauräume:
In diesen Stauräumen können - neben der Kamera nebst Objektiv - die Nahlinsen, Filter und die Streulichtblende transportiert werden.
Desweiteren befindet sich auf der Rückseite des Leder-Case ein weiteres, abnehmbares (3 Druckknöpfe) Leder-Etui, in dem die Streulichtblende und der Reduzierring untergebracht sind.
Hier ein bißchen was aus der Bedienungsanleitung... zunächst zur Packordnung!
Hier nun ein Auszug aus der Bedienungsanleitung zum Zoomar für die Nahlinsen Focar A und Focar B, damit klar wird, das es eben nicht reicht, das Zoomar in einem nicht dafür vorgesehenen Nahbereich zu betreiben und mit der
Kernaussage zu hantieren, es würde im Nahbereich mit moderneren Objektiven nicht mithalten...
Es muss schon gewährleistet sein, ein Objektiv nicht abseits der Vorgaben seiner Schöpfer zu betreiben, denn die haben sich etwas dabei gedacht, was die nachfolgende Seite aus der Bedienungsanleitung verdeutlichen mag.
Die Befestigung der Focar A und B Nahlinsen geschieht über die Klemmfassung. In diese Klemmfassung werden die Filter und Nahlinsen eingeschraubt.
Zur Verdeutlichung hab ich das mal mit einem Gelbfilter gemacht, weil sich das besser abhebt und zeigen läßt...
Klemmfassung heißt dieser Ring, weil er am Zoomar mittels einer Rändelschraube an der Objektiv - Fassung festgeklemmt wird...
Alternativ oder ergänzend kann die Streulichtblende an diesen Klemmring/Filter/Nahlinseaufbau geschraubt werden.
Und ein Schema aus der Bedienungsanleitung, das dies verdeutlicht...
Hier nun ein paar Bildbeispiele des Zoomars im Nahbereich mit den entsprechend dafür vorgesehenen Focar Nahlinsen, die letztlich auch die Fehler mit ausgleichen sollen... weglassen wie bei unseren heutzutage gewohnten Objektiven ist bei den DKL Linsen keine Lösung.
Nimmt man - wie vorgesehen - die Focar Nahlinsen zu Hilfe, ergeben sich offen und leicht abgeblendet schon gut brauchbare Bilder...
Zoomar 2.8/36-82mm an der Sony A7 mit indirektem Deckenblitz beleuchtet, f 3.5
Und ein Crop aus dem Bild auf den fokussierten Zentralbereich...
Zusammen mit der Focar Nahlinse neigt es in einigen Bereichen und unter ungünstigen Umständen zu kissenförmiger Verzeichnung im Nahbereich...
was nachfolgendes Bild mit den nach innen gewölbten vertikalen Linien verdeutlicht.
Ein weiteres, in Zeiten der digitalen Bildbearbeitung aber "verschmerzbares" Problem besteht in den unverkennbaren CAs an weißen Kontrast-Grenzflächen, die das Objektiv zu den Rändern des KB Sensors erzeugt.
Bevorzugt ist hier der blaue Farbkanal, der sich aber auch ganz hervorragend im PS in der Sättigung zurücknehmen läßt.
und ein korrigierte Crop...
Bislang ergibt sich eigentlich eine eindeutig besser Bewertung als das, was hier bislang geschrieben steht und ich werde es die Tage noch genauer überprüfen.
Bitte achtet darauf, bevor ein Objektiv "zerrissen" wird, das es letzlich nachher nicht der Fotograf und die Herangehensweise an so altes und traditionsträchtiges Gerät sowie seine fehlerhafte Bedienung wird,
die zu einem solchen falschen Fazit führt.
Bei dem im ersten Beispiel des Eingangsposting gezeigte Zoomar und der Bilder scheint es mir eher am Fotografen und der "Aufgeregtheit" in Sachen "Neuerwerbung" - gepaart mit einer schlecht für das manuelle Fokussieren geeigneten Kamera gelegen zu haben, dass so ein Fazit dabei heraus kommt.
Das Zoomar erscheint mir deutlich besser zu sein, als das was bisher gezeigt wurde.
LG
Henry


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