Wenn man sich online die bei Auktionen erzielten Preise bei Verkäufen von photographischen Werken mal ansieht, so hat das auch keinen Einfluss. Es hängt vielmehr mit dem Bild und dem Renommee des Photographen zusammen, sowie Anzahl der Prints und etwaiger Dokumentation.
Als Vergleich vielleicht noch mit Druckstempeln arbeitende Techniken wie Holzschnitt, Radierung oder Stahlstich. Das vom Künstler erzeugt Werk ist ersmal dieser Druckstempel. Das Umformen zum finalen Werk auf Papier ist eher mechanisch. Je nach Technik kann man auch Jahrhunderte später noch einen neuen Druck herstellen. Der Künstler schreibt in der Regel auf den Druck etwas wie 17/100 drauf. Dann weiss man, was man hat.
Kunstfotografie nur noch mit Altglas!
Es passt nicht so ganz in die Diskussion um Pigmentdruck etc. aber mich beschäftigt, besser gesagt es ärgert mich was da alles passiert.
In letzter Zeit werden verstärkt neue AF Objektive auf den Markt gebracht, welche zwar schön leicht sind und phänomenale Daten aufweisen aber bei denen die Kamera massiv durch elektronische Korrektur Abbildungsfehler ausgleicht. Da wird insbesondere die Verzeichnung, nahe am Fish Eye und die Randabdunklung herausgerechnet also das teuer verkaufte Objektiv erzeugt ein Bild welches nur durch einen extrem umfangreichen rechnerischen Ausgleich einigermaßen der Vorlage entspricht.
Sicher gab es bei Objektiven schon immer Abbildungsfehler oder gewollte aber ein solch extremes Objektivkonzept befremdet mich schon sehr und trägt bei mir gerade nicht dazu bei den Wunsch nach "kunstvoller Fotografie" zu fördern, die angewendeten Kniffe werden mir einfach zu groß.
Da gibt es in der Zukunft möglicherweise ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für ein ehrlicheres Altglas.
VG Ulrich
Bei allem Verständnis für die Leidenschaft zum Altglas, aber genau das ist das Problem bei vielen Hobbyknipsern, die ich bei Facebook & Co sehe. Die glauben, dass ein Foto deswegen zeigenswert ist, weil für sie eben leider der Weg das Ziel ist. Die größte Banalität und Nichtigkeit wird hoch gehoben, nur weil es mit X oder durch Technik Y aufgenommen wurde.
Wenn ich mir aber von Nicht-Hobbyisten Fotokunst anschaue, Bildbände kaufe, Ausstellungen besuche dann ist immer das Ergebnis der einzig entscheidende Faktor -- so wie das auch sein sollte. Wenn etwas beeindruckendes mit möglichst wenig Tricks entstanden ist, dann mag das ein zusätzlicher Bonus sein, aber nur on top.
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Ich schaue mir Bilder auch von "Hobbyknipsern" immer mit Interesse an und überlege mir was den Fotografen bewogen hat gerade dieses Bild zu machen. Erkennbar ist immer eine gewisse Freude etwas zu erschaffen und anderen zu zeigen, wobei das künstlerische Level dann von mir bestimmt wird und eben nur aussagt was ich über das Bild denke und keinesfalls geeignet ist den künstlerischen Wert des Gezeigten abschließend zu bestimmen. Wollte man diesem Wert näher kommen so müßte man eine Vielzahl von Urteilen zu dem Bild einholen und könnte so dessen "künstlerischem Wert" näher eingrenzen.
Ein einzelnes Werturteil über ein Werk sagt leider nur etwas über denjenigen aus der diese Aussage getätigt hat und keinesfalls über das bewertete Objekt. Das dürfte auch in der Zukunft der Kunstfotografie gelten.
VG Ulrich
Ich musste gerade innerlich lachen. Daher die kurze Anekdote: Auf der Suche nach einigen alten Bildern bin ich in mein Archiv von ca. 1985 gestiegen und habe in alten Abzügen und Negativen gewühlt. Bei sehr vielen Bildern habe ich mir genau diese Frage gestellt: Was um Himmels Willen hat mich dazu bewogen, genau in dieser Situation auf den Auslöser zu drückenUnd damals hat ja so ein Bild noch richtig Geld gekostet. Man hat sich das also grundsätzlich vor dem Abdrücken gut überlegt. Na ja, ich war jung.
Das Thema, was ist Kunst und was nicht, sollten wir gar nicht weiter verfolgen ebenso wenig wie der Weg ist dorthin zu kommen.
Die eingesetzte Technik bestimmt es zumindest nicht, die Vorstellung des Fotografen bestimmt wie das Foto wird, wenn er oder sie die Ausrüstung gut genug kennt ist auch das Wissen vorhanden wie man dorthin kommt.
Bestimmte Objektive können dabei helfen ein gewünschtes Ziel zu erreichen aber es macht daraus nicht automatisch ein besonderes Fotos.
Es wird Heute von den Objektiven erwartet das sie scharf, verzeichnungsfrei, kontrastreich sind und alle weiteren optischen Fehler komplett behoben sind. Es soll dann aber eine gewisse Größe nicht überschreiten, zu schwer soll es nicht sein und bitte nicht zu teuer.
Dass das nicht alles auf einmal erfüllt werden kann liegt auf der Hand und solange nur die Vignettierung und Verzeichnung durch den Bordcomputer korrigiert werden spielt das für mich keine Rolle.
Das gab es z.B. schon bei der ersten Ausführung der Minox B. Dort war das Complan 3,5/15mm verbaut. Bis Heute eines der schärfsten Objektive mit einer sehr hohen Auflösung. Die optischen Fehler wurden bei diesem Objektiv bis an das technisch machbare auskorrigiert. Um es aber bezahlbar zu machen und so klein zu halten das es in das Gehäuse der Minox passte hat man die enorme Verzeichnung des Objektives nicht korrigiert sondern in die Kamera eine sphärische Filmführung eingebaut, der Film wurde dadurch konkav zum Objektiv hin durchgebogen.
Die meisten Nutzer dieser Kameras haben davon nie etwas gewusst und auch Heute ist das kaum bekannt. Die Nutzer haben sich aber gefreut ein solch gutes Objektiv in der Kamera zu haben. Wären alle Aufnahmen verzeichnet hätte die Kamera wohl niemand gekauft.
Inzwischen werden solche Fehler halt numerisch korrigiert was zum selben Ergebnis führt. So erhalte ich ein bezahlbares Objektive dass das macht was es soll.
Viel schlimmer finde ich wenn die Elektronik in das Bild dahingehend eingreift das es schärft, den Kontrast anhebt, was immer auch ein Teil der Schärfung ist, eine Farbkorrektur durchführt oder in sonstiger Weise die Datei verändert ohne das ich es möchte.
Das machen leider viele Kameras, auch im RAW Format. Leider auch wenn Altglas angesetzt ist. Als Kunde wird man darüber nicht informiert, man muss es schon selber herausfinden. Ebenso finde ich die Tiefpassfilter vor den Sensoren nervig die das Bild extra weicher machen damit der Moire Effekt zurück gehalten wird. Diese Filter beeinflussen das Ergebnis sehr. Inzwischen gibt es einige Kameras ohne diese Filter aber das hat ganz schön lange gedauert.
Wie ich oben bereits geschrieben habe ist das Wichtigste seine Ausrüstung gut zu kennen. So kann ich das Ergebnis am ehesten vorhersehen, übrigens auch wenn ich analog mit Film arbeite. Ich habe genaugenommen für jedes Foto nur einen einzigen Versuch, da macht es keinen Unterschied wenn ich mir das Bild gleich nach der Aufnahme anschauen kann oder erst einen Film entwickeln muss. Ist der Augenblick vertan wird das nächste Bild anders. Table Tops jetzt mal ausgenommen.