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Thema: Seriennummern von Emil Busch Objektiven gesucht

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Das wusste ich tatsächlich nicht, dann hat sich Zeiss Stück für Stück bei Busch eingekauft.
    Zeiss war einer der größten Kriegsgewinnler nach 1918. Sie hatten die Kassen voll mit Geld und haben zusammen gekauft was irgendwie zu haben war.

    Nochmal zum Thema Oberflächen Veredlung. Darüber ein Objektiv zu datieren ist schwierig, es geht nur wenn ein Objektiv verchromt ist kann es halt nicht in den 1920ern hergestellt sein, wenn es vernickelt ist kann es aber andersherum auch in den 1950er gebaut worden sein.
    Es geht dabei auch um den technischen Anspruch, eine Vernickelung ist widerstandfähiger als eine Verchromung und daher wird das Vernickeln bis heute genutzt.
    Verchromungen lassen sich nicht herstellen ohne das Mikrorisse entstehen, im Normalfall ist das ohne Belang. Bei Witterungseinflüssen kann es aber zu Problemen führen.
    Man braucht sich nur die verrosteten Stoßstangen der Autos ansehen die verchromt waren, Fahrradlenker und so vieles mehr was neu wunderbar aussah bis durch die Haarrisse Wasser an die Stahloberfläche kam.
    Eine Nickelschicht ist geschlossen, so behandelte Bauteile können sogar starken Säuren ausgesetzt werden.
    Verchromungen sehen aber nun mal edler aus, denke daher das sie sich deshalb durchgesetzt haben.
    Ja, da ist sicher was dran... wird wohl eine Betrachtung mehrerer Faktoren brauchen um eine schlüssige Aussage zum Alter tätigen zu können. Es ist interessant, dass die Seriennummer oft so knapp an der Jahreszahl zu sein scheint. Warum die Vermutung, dass das Emil Busch A.G. Mod. W - 25cm mit der Nummer #284347 "aus den frühen 1920ern" stammt, zum Beispiel? Könnte es auch von 1928 sein? Ich hab schon bei einigen Nummern bedenken, wo das mit der Jahreszahl als erste zwei Ziffern in der Seriennummer nicht schlüssig scheint, baer bei sehr vielen spricht meines Erachtens auch nichts dagegen.

    Hier ist eine Aufnahme meines Mod. Kino Objektivs mit der #209869:

    Mod. Kino.jpg

    Dachte zunächst das müsste wohl noch früher sein als 1920... weil es bronzefarben ist (was oft auf ältere Exemplare deutet bei Projektionsobjektiven). Bin dann aber draufgekommen, dass sich der Farbton nicht vom Material kommt aus dem das Objektiv gemacht wurde, sondern nur eine Legierung ist, die an manchen Stellen (relativ leicht sogar) abgeht. 1920 scheint also doch nicht so unrealistisch zu sein und es wäre auch kein Widerspruch zu älteren Exemplaren, die einen silbernen Look haben, wie dem hier:

    Mod_KINO.jpg

    Manche haben wohl eine extra Schicht bekommen (vermutlich abhängig vom Kunden oder Anwendungsbereich) oder die Legierung hat sich bei einigen einfach im Laufe der Zeit komplett verabschiedet.

    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Wann die Tuben der Objektive von Messing auf Aluminium umgestellt wurden weiß ich nicht genau.
    Zumindest in den Kriegsjahren waren alle Kupferlegierungen knapp und die Verwendung streng reglementiert, daher wurde im Objektivbau auch mehr Aluminium verwendet obwohl die Eloxierung noch gar nicht weit genug war um die Oberflächen zu schützen. Viele frühe Aluobjektive sehen daher richtig übel aus, bis hin zu richtig zerfressenen Gehäusen. Häufig sind die vorderen Gewinde komplett weg, das Alu ist extrem Spröde und bricht bei Berührung ab.
    In der DDR war Kupfer immer knapp und teuer, daher wurden Objektive fast nur in Aluminium gefertigt. Es lässt sich auch deutlich schneller bearbeiten.
    Daher werden wohl alle ROW Objektive aus Alu sein, bis auf wenige Ausnahmen bei denen es aus technischer Sicht nicht ging.
    Von dem was ich bisher von den ROW Neokinos gesehen habe, war das DDR Aluminium das dafür Verwendung fand teils noch um einiges schlechter als das vor dem Krieg. Es wirkt sehr viel dünner und brüchiger und ganz anders bearbeitet. Die Objektive sind optisch sehr gut, nur die Qualität der Gehäuse lässt teils sehr zu wünschen übrig. Auch lose Linsenelemente sind bei der ROW Serie meiner Erfahrung nach häufiger was dafür spricht, dass sich die Tuben oder Zwischenringe verzogen haben. Kann aber natürlich auch Zufall sein und meine Auswahl zu klein um da wirklich Schlüsse draus zu ziehen.

    Aber auch wenn ich anfangs eher skeptisch war, ob an der Idee meines Kollegen Mark etwas dran sein kann, mit den Jahreszahlen als Anfang der Seriennummer, bin ich mittlerweile nicht mehr sicher.... das könnte schon hinkommen in vielen Fällen. Entscheidend wäre zu wissen ob es tatsächlich Neokino Objektive mit #2XXXXX gibt oder nicht... das müsste nämlich ggf. der Fall sein. Hartmut Thiele listet auch solche in seinem Buch, aber Bilder oder andere konkrete Hinweise hab ich bisher sonst noch nicht gesehen.

    Etwas überraschend wären in dem Zusammenhang auch Objektive mit #44XXXX, weil ich mir nicht sicher bin, ob in Deutschland im Jahre 1944 wirklich noch ein Projektionsobjektiv gefertigt wurde in Anbetracht der Umstände.

  2. 2 Benutzer sagen "Danke", simple.joy :


  3. #2
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    Falls noch bei jemandem Emil Busch Objektive mit Seriennummern auftauchen... bitte gerne melden. Ein einigermaßen stimmiges Bild ergibt sich zwar mittlerweile, aber um ein paar Unklarheiten zu beseitigen werden durchaus noch ein paar Seriennummern und sonstige Infos benötigt.

  4. Folgender Benutzer sagt "Danke", simple.joy :


  5. #3
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    Ich habe noch Fotos gefunden von dem Glaukar das 2/80mm das ich mir mal für die Sony A7 adaptiert habe.
    Die Seriennummer ist gut zu erkennen:



  6. 3 Benutzer sagen "Danke", arri :


  7. #4
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Ich habe noch Fotos gefunden von dem Glaukar das 2/80mm das ich mir mal für die Sony A7 adaptiert habe.
    Die Seriennummer ist gut zu erkennen:
    Vielen herzlichen Dank - das ist mir eine große Hilfe! Wie ja bereits einmal erwähnt, war die Qualität als Aufnahmeobjektiv nicht sehr überzeugend, richtig? Ich hab kürzlich herausgefunden, dass diese Objektive teils auch auf Kameras verwendet wurden. Anscheinend waren manche Sonderanfertigungen für das RHSA (Reichssicherheitshauptamt) im Nationalsozialismus, was natürlich auch erklärt, warum dafür keine Werbung gemacht wurde, wenn das so gar nicht zu kaufen war.

    Könnte die optische Konstruktion so ähnlich ausgesehen haben?

    BuschPatent.png

  8. Folgender Benutzer sagt "Danke", simple.joy :


  9. #5
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    Zu der genauen Konstruktion kann ich leider nicht mehr beitragen als ich schon geschrieben habe aber wenn man sich die Adaptierung ansieht kann man erkennen dass das Auflagemaß ziemlich genau 80mm von der Blende beträgt.
    Daher denke ich das es sich vom Sonnar Design unterscheidet das bekanntlich eher in Richtung Teleobjektiv geht, in der Hinsicht dass das Auflagemaß kürzer als die Brennweite ist.

  10. Folgender Benutzer sagt "Danke", arri :


  11. #6
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    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Zu der genauen Konstruktion kann ich leider nicht mehr beitragen als ich schon geschrieben habe aber wenn man sich die Adaptierung ansieht kann man erkennen dass das Auflagemaß ziemlich genau 80mm von der Blende beträgt.
    Daher denke ich das es sich vom Sonnar Design unterscheidet das bekanntlich eher in Richtung Teleobjektiv geht, in der Hinsicht dass das Auflagemaß kürzer als die Brennweite ist.
    Danke - das macht Sinn. Könnte also ein etwas anderes Design sein. Eine Art Petzval-Abwandlung mit zusätzlicher Frontlinse.

    LensDesign_Glaukar_F2.jpg

    Etwas ähnliches (nur umgekehrt) hat Som Berthiot aus Frankreich eingesetzt und auch Boyer hat mit (allerdings etwas anderen) Petzval-Derivaten mit Zusatzlinse experimentiert. Schon faszinierend wie viele Objektive dann doch auch auf die zwei ursprünglichen Konstruktionen von J. Petzval zurückgehen in den Ansätzen.

    Schade, dass die Glaukar Objektive so hoffnungslos überteuert sind... wäre interessant mal eines zu testen, egal ob nun eine f/3.1 Triplet Variante oder eine fünflinsige f/2 Variante. Beim Glaukar-Anastigmat Triplet wäre vor allem der Vergleich mit dem Goerz Hypar eine schöne Ergänzung.

  12. 2 Benutzer sagen "Danke", simple.joy :


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