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Thema: OM Zuiko Auto Makro 80mm f4.0 + Macro Tubus 65-116mm (tlw.+Zwischenringe)

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    Ich möchte meinen Beitrag zum Olympus Zuiko Auto-1:1 Macro 80mm f/4 auf dem Olympus OM Telescopic Auto Tube 65–116 ergänzen.

    Wie ich schon früher ausführte, bin ich weder ein großer Freund des ausziehbaren Zwischenrings noch ein Freund des Zuiko Auto-Macro 90 mm f/2.

    Warum? Der Balgenkopf ist dem 2,0/90 mm im Bereich 1:1 optisch klar überlegen. Das ist auch nicht verwunderlich. Das ZUIKO AUTO-MACRO 90MM 1:2 wurde für den Bereich 1:10 berechnet, das Zuiko Auto-1:1 Makroobjektiv 80 mm f/4 hingegen für den Bereich 1:1.

    Der Nachteil des Balgenkopfes ist aber, dass sein Einsatzbereich sehr eingeschränkt ist. Wenn man sich ständig um den Bereich 1:1 bewegt, dann ist er eindeutig die erste Wahl. Man kann nicht viele Objektive kaufen welche besser sind.

    Aber diese extrem hohe Qualität erkauft man sich mit vielen Nachteilen in der Praxis. Als erster Nachteil sehe ich den Olympus OM Telescopic Auto Tube 65–116. Er kam 1980 auf den Markt und war zusammen mit dem ZUIKO (MC) AUTO-MACRO 135 mm 1:4,5 ein genialer Wurf von Olympus. Endlich hatte man eine Kombination mit welcher man aus der Hand wunderbar Nahaufnahmen machen konnte. Der automatische Zwischenring hatte Springblende. Der elende Doppeldrahtauslöser war Vergangenheit.

    Olympus tat gut daran den variablen Zwischenring nicht zu lang zu gestalten. Mit dem 4,5/135 erreichte man auf der OM 2 eine Vergrößerung bis 0,43x. Das reichte für die Freihandfotografie. Schon diese Vergrößeringsmaßstäbe sind nur schwer scharf zu bekommen. Darum empfahl Olympus als Standard Blende 16 und der Einsatz von Blitzlicht.

    Wer den Olympus OM Telescopic Auto Tube 65–116 auf dem Stativ einsetzen wollte konnte das über eine Stativschelle machen. Das war und ist heute noch keine vergnügungssteuerpflichtige Angelegenheit. Die Schelle ist zu weit hinten und hindert in nicht wenigen Fällen das Drehen von Hoch- auf Querformat. Weiter neigt die Schelle zu Schwingungen auf dem Stativ. Aber am schlimmsten ist der Verschiebemechanismus. Man kann ihn nur sehr schwer wirklich exakt so einstellen wie man ihn benötigt.

    Ergibt der automatische Zwischenring schon mit dem 4,5/135 auf dem Staitv keinen wirklichen Sinn, so vergrößern sich die Probleme mit dem 4/80 noch mehr. Hier wird es nunmehr zum Geduldspiel scharfe Fotos hinzubekommen. Verdeutlicht man sich dann noch die winzige Schärfentiefe welche man bei 1:1 bei offener Blende hat, kann man verstehen wieso das Balgengerät mit Einstellschlitten die bessere Wahl ist. Zur Verdeutlichung: bei offener Blende und einem Abbildungsmaßstab 1:1 beträgt die Schärfentiefe bei Blende 4 ca. 0,5 mm.

    Was spricht gegen das 2,0/90? ich bin fast geneigt zu sagen alles! Zunächst der Preis. Dann die Tatsache, dass es nur bis 1:2 reicht und zum Schluß die starke Anfälligkeit zu CAs.

    In meiner Praxis komme ich immer wieder in den Bereich in welchem ich auf der Halbformatkamera (APS-C) mit dem 4,5/135 mm, auf meinen uralten Novoflexbalgen, an die Grenzen stoße. Benutzt man das 2,0/90 mm auf einer Kleinbildkamera (sog. Vollformat), dann ist man in einer vergleichbaren Situation. Man möchte das Motiv größer, es geht aber nicht ohne Hilfsmittel. Man braucht mehr Auszug. Das erfordert einen Umbau des Geräts. Möchte man flexibel sein, dann bedeutet das nichts anderes als man ständig Zwischenringe ein- und wieder ausschrauben darf. Das macht wahrlich keinen Spaß.

    Für meich bedeutet das schlicht und ergreifend, dass ich seit einigen Jahren auf die bessere optische Qualität verzichte und auf Bequemlichkeit setze indem ich ein modernes Makrobojektiv einsetzte welches 1:1 erreicht. Ich weiß, es hat bei maximaler Einstellung nicht mehr die aufgedruckte Brennweite und der alte Objektivkopf von Olympus liefert die bessere Qualtiät. Aber sieht man den Unterschied wirklich ? Ich möchte behaupten, nur im direkten Vergleich. Bis heute hat noch niemand meine Bilder aufgrund zu schlechter technischer Qualität abgelehent.

    Darum von mir abschließend folgender Vorschlag: der Olympus 4/80 mm ist immer dann die erste Wahl wenn man weiß dass man sich praktisch ausschließlich im Bereich 1:1 bewegen wird. Das ist bei mir der Fall wenn ich Kleinbilddias mit der digitalen Kleinbildkamera kopieren möchte. Dann läuft er auf dem Balgengerät von Olympus zur praktisch unschlagbaren Höchstform auf. Abgeblendet auf 8 kenne ich keine bessere Kombination. Wer noch bessere Ergebnisse haben möchte muss zum Trommelscanner greifen.

    Für alle anderen Fälle würde ich heute zu einem guten Makroobjektiv und einem Einstellschlitten raten. Apropos Einstellschlitten: das ist ein anderes Thema welche in meinen Augen stark unterschätzt wird.

    Ganz zum Schluß noch ein Foto mit dem 4/80 bei 1:1. Ich denke, die optische Qualität kann sich selbst bei Blende 4-5,6 sehen lassen.
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  2. 9 Benutzer sagen "Danke", Hans Dampf :


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