Ich greife – auch nach vielen Jahren – das Thema noch einmal auf.
In meinen Augen ist das Jammern auf sehr fragwürdigem Niveau. Natürlich ist das neuere 2/90mm-Makro im Bereich 1:2 oder näher an 1 zu Unendlich besser als der genannte Objektivkopf. Dafür ist er aber auch gar nicht gebaut bzw. gerechnet. Er wurde ausweislich der damaligen Erklärungen (1980) von Olympus für den Bereich 1:1 konstruiert. Und genau dort liefert er – selbst heute noch - sehr gute Ergebnisse ab. Wahrscheinlich besser als wenn man ein Spitzenvergrößerungsobjektiv benutzt. Auf jeden Fall besser als das 2/90 mm. Ferner ist seine Handhabung im genannten Abbildungsmaßstabsbereich einfacher als das o.g. klassische Makroobjektiv; vorausgesetzt man benutzt nicht den genannten variablen (automatischen) Zwischenring von Olympus.
Dieser ist super wenn man mit dem 4,5/135 mm aus der Hand fotografieren möchte. Dafür wurde er geschaffen. Im Bereich 1:1 ist er suboptimal. Mit einem Balgengerät geht das deutlich besser und genauer. Auf dem Balgengerät läuft der Olmypus 4/80mm zur Hochform auf. Einerlei ob auf dem originalen Balgengerät von Olympus, oder auf meinen uralten Balgen von Novoflex; mit dem Teil welches es ermöglicht die Kamera zu drehen. Also nix Automatikbalgen von Novoflex. Im Feld bevorzuge ich den alten Balgen von Novoflex, wenn ich genau weiß was ich fotografieren möchte und genügend Platz in der Tasche habe nehme ich den Balgen von Olympus. Der ist länger und praktischer für das 4,5/135 mm. Aber auch schwerer, sperriger und schwieriger zum Einstellen.
Aus der Hand läuft beim Abbildungsmaßstab 1:1 nicht mehr viel wenn man mit weit offener Blende fotografieren möchte. Wenn die Bilder zufällig doch dort scharf sind wo man möchte ist man entweder ein Ausnahmetalent oder man hat schlicht unverschämtes Glück. Mir zumindest ist weder das Talent noch das notwendige Glück gegeben. Ich verwende für meine Fotos in natürlicher Größe ein Stativ.
Für mich ist der kurze Objektivkopf eine sinnvolle Ergänzung zum 4,5/135. Gerade draußen, wenn ich mit dem Novoflexbalgen unterwegs bin, verwende ich ihn sehr gerne. Nicht selten reichen mir die möglichen 12 cm Auszug nicht aus, um die von mir gewünschten Maßstäbe zu erzielen. Dann bin ich um die kürzere Brennweite dankbar. Dass dann auch noch die technische Qualität zunimmt, weil das 4/80 im Bereich 1:2 bis 2:1 optisch besser ist als das 135er, nehme ich dankbar zur Kenntnis.
In meinen Augen übertrifft der kurze Objektivkopf sogar meine modernen Makroobjektive in technischer Hinsicht. Zumindest im Abbildungsmaßstab 1:1 ist er ihnen ebenbürdig, wenn nicht sogar überlegen. Dass man sich diese Qualitäten quasi durch den Zwang zum Balgengerät erkauft und man nicht Unendlich erreichen kann, ist eine Tatsache welche man akzeptieren muss.
Wer es sich leicht, kompakt und einfach machen möchte, der greift zum modernen Makroobjektiv mit Autofokus. Diese sind vielleicht beim Abbildungsmaßstab 1:1 minimal schwächer, liefern aber dennoch mehr als ausreichende Qualität und können vielseitiger benutzt werden.
Da ich für mich Nahaufnahmen mit sehr wenig Schärfentiefe gewählt habe, kann ich mit den uralten Objektivkopf von Olympus super leben. Er liefert selbst bei ganz offener Hose super ab. Wollte ich etwas in vergleichbarer optischen Qualität kaufen, dann müßte ich gewaltig in die Tasche greifen. Einverstanden, ich habe auch solche Objektive, aber diese müssen mit einem Hochformatwinkel auf einem Einstellschlitten verwendet werden. Das mag ich nicht immer und leichter ist die Kombination auch nicht.



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