Ergebnis 1 bis 10 von 146

Thema: Weichzeichner-Objektive und -Filter im Vergleich

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Ist oft mit dabei Avatar von schlicksbier
    Registriert seit
    09.12.2020
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    408
    Danke abgeben
    143
    Erhielt 1.401 Danke für 267 Beiträge

    Standard

    Manche alten Linsen überraschen dann auch mal mit einem dreamy weichen Look. Leider ist es eine No-Name Linse, so dass ich gar nichts über sie sagen kann ...

    Name:  petzval.jpg
Hits: 616
Größe:  459,0 KB

    Name:  DSCF7436.jpg
Hits: 577
Größe:  509,0 KB

  2. 5 Benutzer sagen "Danke", schlicksbier :


  3. #2
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    11.02.2023
    Beiträge
    429
    Danke abgeben
    72
    Erhielt 1.555 Danke für 341 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von schlicksbier Beitrag anzeigen
    Manche alten Linsen überraschen dann auch mal mit einem dreamy weichen Look. Leider ist es eine No-Name Linse, so dass ich gar nichts über sie sagen kann ...
    Das ist eine typisches Petzval Projektionsobjektiv, zumindest wenn es keinen Schacht für die Steckblenden hat. Falls ein Schacht dafür vorhanden ist dann war es als Aufnahmeobjektiv vorgesehen.
    Optisch sind sie eh identisch.
    Weichzeichner Objektive waren es aber nicht, im Gegenteil, wenn diese Objektive in Ordnung sind dann sind sie überraschend scharf in der Bildmitte im Bereich zwischen 15-35° je nach Alter. Sehr frühe Objektive diese Bauart, wie das Original von Voigtländer hatte eine sehr lange Brennweite im Verhältnis zum Bildformat weil der richtig scharfe Bereich wirklich nur diese 15° hatte.
    Spätere Objektive, wie z.B. ein Darlot 3/180mm das ich besitze, konnten sogar recht große Bildkreise in ansprechender Qualität ausleuchten, das erwähnte Darlot sogar bereits 13x18cm, wurde von Hersteller so angegeben und ich habe es sogar ausprobiert.
    An folgendem Beispiel kann ich das demonstrieren, mein sehr geduldiges Modell Sybille hat mir dabei geholfen
    Aufgenommen bei f/3. Das Objektiv etwas nach unten geschwenkt damit die Nase noch ein wenig mit in den begrenzten Bereich der Schärfentiefe kommt. Es ist aber deutlich zu sehen das die typischen Merkmale eines Weichzeichners nicht vorhanden sind, die Augenpartie ist ausreichend scharf aber die Schärfe verläuft dann sanft in die Unschärfe. Das ist der Grund warm diese Objektive bis in das 20. Jahrhundert gerne als Porträt Objektive genutzt wurden. Diesen schönen Verlauf der Schärfe in die Unschärfe bekommt man sonst kaum hin.
    Ich habe in meiner Sammeltätigkeit bereits etliche Petzval Objektive in der Hand gehabt.
    Interessant ist das bei nicht wenigen die einzelne Rücklinse verdreht eingebaut wurde. Das erzeugt dann in der Tat eine leichte Weichzeichnung, ist aber auch stark vom Alter der Objektive abhängig. Ich gehe daher davon aus dass das in voller Absicht geschehen ist und nicht aus Versehen falsch montiert wurde.
    Ich habe ein Derogy mit 360mm Brennweite von 1868 bei dem es so war, die Bildwirkung war dadurch deutlich anders.

    Auf jeden Fall machen diese Objektive sehr viel Spaß.

    Das folgende Beispiel habe ich auf fast 40 Jahre alten Fotopapier in 13x18 Format ausgenommen.


  4. 3 Benutzer sagen "Danke", arri :


  5. #3
    Ist oft mit dabei Avatar von schlicksbier
    Registriert seit
    09.12.2020
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    408
    Danke abgeben
    143
    Erhielt 1.401 Danke für 267 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Das ist eine typisches Petzval Projektionsobjektiv, zumindest wenn es keinen Schacht für die Steckblenden hat. Falls ein Schacht dafür vorhanden ist dann war es als Aufnahmeobjektiv vorgesehen.
    Optisch sind sie eh identisch.
    Also Petzval Design ist es auf jeden Fall schon mal. Ich habe die Linse auseinander gebaut und die entsprechenden Rundungen fühlen können.

    Name:  lens_latern.jpg
Hits: 642
Größe:  718,0 KB

    Bei Facebook in der Brass Gruppe scheiden sich auch gerade die Geister daran, denn auch wenn der Linse auf jeden Fall der Schacht für die Steckblenden fehlt, meinten manche, dass das bei frühen Petzval Linsen für das Fotografieren auch so der Fall war und dass Projektionsobjektive eigentlich keine Streulichtblenden haben. Ein anderer meinte dann wieder, es wäre eher nicht so alt wie ein frühes Petzval, da die Gläser nicht in die Fassungen geschraubt sonder gepresst sind.

    Das einzige, was ich sicher sagen kann, ist dass die rückwärtige Innenlinse nicht verdreht ist, da sie sich durch das Gewinde nur in einer Ausrichtung eindrehen lässt. Deswegen hat mich durchaus das bildliche Ergebnis dieser Linse etwas verwundert ...

  6. 2 Benutzer sagen "Danke", schlicksbier :


  7. #4
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    11.02.2023
    Beiträge
    429
    Danke abgeben
    72
    Erhielt 1.555 Danke für 341 Beiträge

    Standard

    Die Details sind sehr interessant, kann mir auch vorstellen das sehr frühe Objektive diesen Typs keine Vorrichtung für eine Steckblende hatten weil das Material so unempfindlich war das eh nur mit voller Öffnung gearbeitet wurde.
    Ob das Bördeln der Linsen ein Indikator für das Alter ist weiß ich nicht genau aber ich wüsste nicht warum sie das früher nicht hätten machen sollen. Es ist deutlich günstiger als Gewinde zu schneiden.
    Rechnen konnten sie früher auch schon.

    Das Wichtigste ist das Du das Objektiv benutzt, das war schließlich auch die Aufgabe der Optik.

    Es macht aber einen Unterschied ob Du es mit einer Digitalkamera verwendest oder mit analogem Material, von daher kann Dein Ergebnis darauf zurück zuführen sein.
    Das könnte man nur herausfinden wenn Du eine Kamera besitzt und einen Film darin einlegst oder auch ein einfaches Stück Fotopapier.

  8. #5
    Spitzenkommentierer Avatar von Anthracite
    Registriert seit
    03.02.2014
    Beiträge
    1.203
    Bilder
    2
    Danke abgeben
    2.491
    Erhielt 3.438 Danke für 810 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von arri Beitrag anzeigen
    Das ist eine typisches Petzval Projektionsobjektiv, zumindest wenn es keinen Schacht für die Steckblenden hat.
    Nicht zwingend. Die ganz alten Objektive hatten nicht unbedingt Steckblenden.

    Ich hatte hier mal mein Messingdöschen vorgestellt. Das hat keine Steckblenden, und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Carte-de-Visite-Objektiv (siehe Beitrag #12). Letzteres erklärt die kleine Baugröße und den relativ kleinen Bildkreis. Es ist also ein anderes Modell als dein deutlich größeres Objektiv.

    Wie der Bildeindruck ausfällt, hängt von der Brennweite und dem Sensorformat ab, also wie weit der Petzval-Swirl mit drauf kommt und wie scharf das Zentrum ist.

  9. #6
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    11.02.2023
    Beiträge
    429
    Danke abgeben
    72
    Erhielt 1.555 Danke für 341 Beiträge

    Standard

    Hier mal eine Frage in die Runde, kennt jemand von Euch das Tamron 2,8/70-150mm Softfocus?
    Scheint eine eher seltene Linse zu sein und vermutlich das einzige jemals gebaute Zoomobjektiv mit Softfocus Einrichtung.
    Geändert von arri (14.04.2025 um 08:50 Uhr)

  10. #7
    Ist oft mit dabei Avatar von schlicksbier
    Registriert seit
    09.12.2020
    Ort
    Kiel
    Beiträge
    408
    Danke abgeben
    143
    Erhielt 1.401 Danke für 267 Beiträge

    Standard

    Das Minolta Varisoft auf Stufe 3 und etwas abgebildet ist natürlich erwartbar solide:

    Name:  jule_minolta.jpg
Hits: 271
Größe:  361,5 KB


    Die Billiglinse Sima 100/4 ist da schon eine ganz andere Hausnummer. An der GFX100S natürlich mit heftiger Vignette:

    Name:  jule_sima.jpg
Hits: 257
Größe:  232,1 KB


    Aber wenn man das beschneidet ist das schon sehr fein (vorausgesetzt natürlich, dass man den Look mag):

    Name:  jule_sima_cut.jpg
Hits: 280
Größe:  162,5 KB
    Neue Ausgabe: "Gedanken zur Fotografie - 5" Zine // gedruckte Version und kostenloser Download aller Ausgaben: https://www.schlicksbier.com/gedanken-zur-fotografie-zine

  11. 9 Benutzer sagen "Danke", schlicksbier :


  12. #8
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    11.02.2023
    Beiträge
    429
    Danke abgeben
    72
    Erhielt 1.555 Danke für 341 Beiträge

    Standard

    Sorry, ein Fehlpost, der sollte hier nicht hin.

  13. #9
    Ist oft mit dabei
    Registriert seit
    11.02.2023
    Beiträge
    429
    Danke abgeben
    72
    Erhielt 1.555 Danke für 341 Beiträge

    Standard

    Hier drei Beispiele mit dem Kenko Softfocus 2,5/85mm
    Das Objektiv ist in Europa nicht sehr verbreitet und ich habe es mir direkt aus Japan bestellt.
    Inzwischen scheint sich das Angebot aber extrem auszudünnen.
    Mein erstes Objektiv habe ich vor drei Jahren ebenfalls in Japan gekauft, da konnte ich noch unter fast 10 Angeboten auswählen, jetzt habe ich tatsächlich nur dieses eine hier gefunden und auch gleich geordert.
    Zum optischen Aufbau kann ich leider nichts sagen aber es ist sehr wertig gebaut, die komplette Fassung ist aus Aluminium gefertigt, es hat eine nicht rotierende Front mit M52 Filtergewinde.
    Auf dem Objektiv befindet sich keine Entfernungsskala, die wurde anscheinend als nicht benutzbar befunden und gleich weggelassen.
    Interessant ist vielleicht noch das es einen T2 Anschluss hat, allerdings gibt es da Unterschiede. Das erwähnte erste Objektiv hatte T2 Mount mit M42x1 wohingegen dieses hier M42x0,75.
    Das konnte man anscheinen entsprechend bestellen, so wurde es mir gesagt, ob das stimmt weiß ich natürlich nicht.

    Mein erstes Objektiv habe ich letztes Jahr verkauft weil ich nicht warm damit geworden bin, die Fotos damit waren mir zu unruhig. Das lag aber nur daran das ich versucht habe es im Bereich Landschaft und auch mal für Sachaufnahmen zu nutzen. Dafür ist es eher ab f/5,6 zu gebrauchen. Als Porträtobjektiv gefällt es mir aber wirklich sehr gut auch weil es sehr variabel ist.

    Um es im eigentlichen Sinne zu nutzen wollte ich Porträts damit machen, wegen der rechtlichen Geschichte musste Sybille wieder als Model posieren.

    Die erste Aufnahme ist bei f/2,5 gemacht, die Zweite dann mit f/4 und die letzte mit f/5,6
    Wie man sieht ist das Objektiv ab f/4 schon recht scharf zeichnend daher ist der Blendenbereich zwischen f/2,5 und f/4 noch mit drei zusätzlichen Rastpunkten ausgestattet, das sind die entscheidenden Werte wenn es um das Einstellen der Weichzeichnung geht. Hier wollte ich aber nur kurz die Ergebnisse bei den drei vollen Blenden werten zeigen.
    Naher mache ich vielleicht noch die drei zusätzlichen Aufnahmen.




  14. 5 Benutzer sagen "Danke", arri :


Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •