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Thema: Minolta MD 75-200/4.5 (III): Blende entölt, Linse gereinigt, Feder getauscht

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Spitzenkommentierer
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    Standard Federn biegen - Schutzbrille

    Da ich wiederholt mit Federn zu tun habe, die nicht mehr in ihrem einst berechneten Umfeld wirken - zB in schwergängiger gewordener Blendenmechanik - habe ich mich zum Thema umgesehen.

    In der Regel hat man wohl keinen passenden Ersatz, da die kleinen Federn auf die jeweilige Anforderung im Gerät ausgerichtet sind. Also muss man sich behelfen.

    Entweder mit einem gut sortierten Ersatzteilevorrat (der Lohn einer Gerätesektion) oder durch den Versuch, eine Feder nachzubiegen und so die Kraftverhältnisse wieder herzustellen. Das kann aber nur eine Behelfslösung sein, weil nicht garantiert ist, dass die Feder ihre neue Form auf Dauer hält.

    Hier ein für mich hilfreicher Einstieg:

    „Anleitung: Federstahl biegen“

    https://www.frag-den-heimwerker.com/...ahl-biegen.php


    Ich trage, nicht nur beim Federn-Biegen, durchgängig bei allen Projekten eine Schutzbrille.

    Man weiß nie, was einem plötzlich entgegenfliegt, wenn man an einem Gerät arbeitet.

    Kleine Federn, von ihnen belastete Teile, die Spitze des Schraubendrehers, die abrutscht und in Richtung nah beobachtendes Auge fährt etc.

    Auch Flüssigkeiten, aufgenommen mit elastischen Reinigungsstäbchen, können schon einmal in ungünstigem Winkel in Richtung Gesicht katapultiert werden. Benzin, Aceton, Alkohol …

    Beim Löten ist die Brille ohnehin Pflicht.

    All das soll nicht ins Auge gehen bzw. die teure Korrektionsbrille davor beschädigen.
    Gruß,

    Andreas

  2. #2
    Spitzenkommentierer
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    Standard

    Wie du in

    „Minolta MC Tele Rokkor 300/4.5: lahme Blende“

    https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=26513


    richtig festgestellt hast, Ulrich (CanRoda), haben auch diese Federn, die sich in Bajonettringen zur Blendensteuerung finden, ein verdammt gutes Gedächtnis ;-)



    Hier, in meinem MD 75-200/4.5, habe ich ja so eine nachgebogen, damit sie gegen ein widerständiges Blendenregister ankämpft.

    Nach zwei Tagen wurde die Blende wieder müde.

    Einmal habe ich noch nachgebogen, mal sehen.

    Nun habe ich neuen Ersatz in meinem Vorrat gefunden.

    Name:  F.jpg
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    Die links unten ist aus einem Nikkor-Zoom und im Vergleich zu denen bei Minolta extrakräftig.

    Auf sie setze ich meine Hoffnung.

    Sonst bleibt mir nur, das Blendenregister nochmals mit Sprit zu spülen.

    Der Kreuzweg, nämlich, das Register auszubauen und im Detail zu reinigen - hier müsste ich von vorne demontieren und dabei auch die Zoommechanik teilweise auseinandernehmen - möge mir so erspart bleiben

    Spannend - im Sinne des Wortes :-)
    Gruß,

    Andreas

  3. 2 Benutzer sagen "Danke", Ando :


  4. #3
    Spitzenkommentierer
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    Standard

    Oder vielleicht lässt sich auch eine zweite, schwache, Feder zusätzlich einbauen zur Verstärkung …
    Gruß,

    Andreas

  5. #4
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    Standard Doppelte Federkraft

    Zitat Zitat von Ando Beitrag anzeigen
    Oder vielleicht lässt sich auch eine zweite, schwache, Feder zusätzlich einbauen zur Verstärkung …
    Und so habe ich es gerade umgesetzt und diese Doppelfeder geschaffen ;-)

    Name:  1_1.jpg
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    Auf der zwei Mail nachgebogenen - und wieder schwächelnden - ersten Feder sitzt nun eine zweite, die in Originalform ist.


    Hier warten sie beide auf ihren Einbau:

    Name:  1_2.jpg
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    Erfreulicherweise geht es sich mit dem Platz auf der Halteschraube gerade aus:

    Name:  1_3.jpg
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    Das linke Ende der oberen Feder wird vom linken Ende der unteren Feder gehalten:

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    An der schwarzen Halteschraube rechts (Bildmitte) ist genug Platz:

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    Das Federn-Spiel

    Beide Federn wirken per Übersetzung in Pfeilrichtung auf den Blendenhebel:

    Name:  1_7.jpg
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    Wird das Objektiv eingeschraubt, bewegt sich der Blendenhebel - gegen den Doppelfederdruck - nach rechts und öffnet die Blende. Er arbeitet dabei gegen den Blendenhebel im Spiegelkasten.

    Beim Auslösen gibt der Blendenhebel im Spiegelkasten den Blendenhebel am Objektiv frei. Dieser wird jetzt von der Doppelfeder bewegt und schließt die Blendenlamellen.

    Nach der Belichtung geht der Blendenhebel im Spiegelkasten wieder auf seine vorhergehende Position zurück und die Blende öffnet sich.



    Der Federndruck sollte jetzt hoffentlich so bleiben, die Blende schließt zackig.

    Mal schauen, wie es morgen ist

    Egal, was zu tun ist, der Tisch ist immer voll …

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    Gruß,

    Andreas

  6. 3 Benutzer sagen "Danke", Ando :


  7. #5
    Spitzenkommentierer
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    Standard

    Und was da an Kräften wirkt, kann man sicher auch schön berechnen.

    Ich vermute, die Formeln dazu sind eindrucksvoll
    Gruß,

    Andreas

  8. #6
    Spitzenkommentierer
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    Standard Spülung Blendenregister

    Trotz Verstärkung der Federkraft (Austausch bzw. Einsetzen einer zweiten Feder) lahmt die Blende erneut.

    Das bedeutet, dass das Blendenregister wieder Öl gebunkert hat ;-)

    Da ich das Zoom nicht weiter zerlegen möchte und von der Rückseite das Blendenregister zur Reinigung nicht ausbauen kann, habe ich mir eine erneute Flutung des Registers mit Sprit überlegt.

    Diesmal aber als Spülung, indem ich an der markierten Öffnung die Kanüle einer Spritze ansetze, die ich mit Knetkleber abdichte:

    Name:  01.jpg
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    Das Objektiv halte ich dabei mit der Vorderseite nach oben, damit der Sprit nicht in die vorderen Linsen läuft und lasse nach unten abtropfen. Abwechselnd mit größter und kleinster Blendenöffnung und Bewegen zwischendurch.

    Das sollte das Öl-Benzin-Gemisch effektiver entfernen, als nur zu fluten, die Blendenlamellen zu bewegen und abzutupfen.

    Das habe ich ja bereits vier Mal gemacht - mit nicht nachhaltigem Erfolg.

    Demnächst werde ich das versuchen.
    Gruß,

    Andreas

  9. Folgender Benutzer sagt "Danke", Ando :


  10. #7
    Spitzenkommentierer Avatar von waldbeutler
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    Standard

    Zum Thema verölte / verklebte Blende reinigen hatte ich vor zwei Wochen wieder so ein AF-S 17-55/2.8G ED DX Nikkor trotz zweier Durchläufe à eineinhalb Stunden nicht ganz sauber bekommen - mit Benzin und Kontakt-WL.
    Vor einer Woche war schon wieder so ein AF-S 17-55/2.8G ED DX Nikkor mit verölter / verklebter Blende da, diesmal habe ich es mit Presto Power BREMSENREINIGER versucht. Hat zwar sogar 2 Stunden gedauert, war dann aber doch einigermaßen zufriedenstellend.
    Gerade bei diesem Objektiv kommt auch das Problem zum tragen, dass man die Blende nicht ausbauen kann, ohne das Objektiv komplett in alle Einzelteile zu zerlegen.
    Da das eine gewaltige Arbeit wäre und das wieder zusammenbauen noch mühsamer, da man die Linsengruppen dabei auch noch justieren müsste, habe ich immer davon abgesehen.

    Der BREMSENREINIGER löst das Öl recht zuverlässig (ist nicht so schnell flüchtig wie Benzin und Kontakt-WL), es bleibt aber das Problem, das gelöste Öl aus der Blende heraus zu bekommen: Das Ausblasen mittels Haarföhn drückt es nur an den inneren Rand des innersten Tubus, in dem die Blende montiert ist.
    Dort es weg zu bekommen, ist ohne den Einsatz von Tupfern, Wattestäbchen o.Ä. nicht möglich, man kommt aber nicht in die Tubus-Innenseite rein.
    Gruß, Michael

  11. Folgender Benutzer sagt "Danke", waldbeutler :


  12. #8
    Spitzenkommentierer
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    Standard Mit einer Extrarunde zum guten Ende ;-)

    Da die Blende auch heute einwandfrei schnappte und keine Ölspuren auf den Blendenlamellen zu sehen waren, machte ich mich an die Montage.

    Nach dem Aufsetzen des Bajonettringes und Einkuppeln der Blendenmechanik sah ich, dass die Blende wieder zäh schloss bzw. stecken blieb. Aber Verölung konnte es nicht mehr sein, denn ohne Bajonettring sprang die Blende zackig und munter.

    Also musste es ein Problem bei der Übertragung der eingestellten Blende geben, und zwar im Bereich des Bajonettringes.


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    Ich verdächtigte diesen Hebel …


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    … der im Tubus hier horizontal auf sein gefedertes Gegenstück drückt, um die Blende zu schließen.


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    Offenkundig war der Hebel eine Spur „zu lang“ und drückte die Mechanik, auf der er sitzt, gegen den Bajonettring. Deshalb entstand Reibung, die die Probleme mit dem Öffnen und Schließen der Blende verursachte.

    So waren meine Überlegungen.

    Dass es seltsam ist, dass dieser Teil der Mechanik, den ich nicht verändert hatte, plötzlich nicht mehr im Maß sein sollte, nahm ich zur Kenntnis. Manches geschieht eben.


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    Die Lösung war der Dremel mit Korund-Schleifspitze.


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    Damit schliff ich etwas vom Hebel ab, um ihn zu kürzen.

    Jetzt schnappte die Blende


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    Beim Zusammenbau stutzte ich.

    Ein Messingring wollte sich auf den Bajonettring nicht aufsetzen lassen.

    Was kein Wunder war, denn sein Platz ist unter dem Bajonettring.

    Auf dem Foto sitzt er richtig.

    Und mit einem Mal wurde mir mein Irrtum klar.

    Dieser Ring schafft erst die richtige Distanz für den Hebel, der jetzt kürzer ist! Hätte ich ihn richtig eingesetzt, wäre alles gut gewesen und der Dremel hätte nichts zu tun gehabt.


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    Jetzt hat der Hebel mehr „Fußfreiheit“ was der korrekten Blendenfunktion jedoch keinen Abbruch tut ;-)

    Ich hatte das Problem zwar richtig erkannt, aber falsch gelöst.

    Soll sein, Freitag nachmittags möchte ich lieber Kuchen und Kaffee, aber keinen Ärger


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    Rasch noch die wuchtige hintere optische Baueinheit in den Tubus einbringen …


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    … und das Werkzeug wegräumen.

    Projekt abgeschlossen - es hat mich ausreichend beschäftigt
    Gruß,

    Andreas

  13. 5 Benutzer sagen "Danke", Ando :


  14. #9
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    Standard Hoffentlich war es das jetzt ;-)

    Dieses Zoom führt mich vor.

    Ich weiß nicht, wie oft ich es mittlerweile von hinten demontiert habe.

    Denn obwohl ich das Blendenregister erfolgreich entölen konnte, wollte die Blende wieder nicht richtig schließen.

    Das Entölen war ein Erfolg, da der Blendenmechanismus ohne der gekuppelten Blendenmechanik im Bajonettring einwandfrei funktionierte.

    Sobald aber der Ring mit dem Blendenhebel, der an sein Pendant im Spiegelkasten der Kamera andockt, aufgesetzt war, gab es Probleme.


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    Also baute ich wieder alles hinten im Tubus aus und ging die einzelnen Stationen durch:

    • Blendenlamellen - ok
    • Blendenmechanik um das Blendenregister - ok
    • Bajonettring mit Blendenmechanik - Verschmutzung unter einem Hebel, der knapp über der Innenseite des Bajonettrings läuft.


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    Also demontierte ich die auch Blendenmechanik im Bajonettring, um sie zu säubern.

    Achsen und Lager bekamen je einen Tropfen Nyoil, ein leichtes Öl.

    Dann wieder alles montieren.

    Der Mechanismus lief nun leicht, hier sollte alles jetzt passen.


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    Auch dieses Lager bekam einen Tropfen Öl.

    Denn vermutlichen addieren sich in der Mechanik hintereinander liegende Widerstandspunkte ähnlich den ohmschen Widerständen in der Elektronik.

    Wo es leichter geht, gibt es folglich auch weniger Widerstand. Und das sollte mir die Blende letztlich danken ;-)

    Was die Blende aber nicht tat.

    Noch immer wollte sie nicht einwandfrei arbeiten und schloss nicht völlig. Und an der XD7 verschwand sie nach angesetztem Objektiv nicht ganz, wie es sich bei Offenblende gehört.

    Was noch tun?


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    Hier ist die Lösung.

    Dieses Ende der Feder muss hinter ihr Gegenstück.

    Liegt das Ende davor, unter dem schwarzen Stift, den ich in der letzten Sitzung kürzte, spinnt die Blende.

    Es hätte mir auffallen sollen, dass das dort nicht harmonisch war.

    Der Stift arbeitete gegen das Federende und lag nicht an der Platte, alles wackelig …



    Ich hoffe, dass die Probleme mit der Blende jetzt endgültig behoben sind.

    Bei aller Liebe, aber einmal muss auch Schluss sein

    Und interessant, dass bis zur Lösung oft wirklich alle Wege gegangen werden müssen, bis der letzte - der richtige Weg - gefunden ist.

    Hier wäre ein Repair manual hilfreich, das die richtigen Positionen der Bauteile zueinander zeigt.

    Und alles möchte ich beim Zerlegen auch nicht fotografieren ;-)


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    Licht aus - Abendbrot!
    Geändert von Ando (14.08.2023 um 19:53 Uhr)
    Gruß,

    Andreas

  15. 2 Benutzer sagen "Danke", Ando :


  16. #10
    Spitzenkommentierer
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    Standard

    Und nein, noch immer nicht

    Als wirklich letzte Maßnahme habe ich jetzt im Bajonettring die Feder, die für das Schließen der Blende zuständig ist, wieder mit einer zweiten ergänzt.


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    Name:  A10.jpg
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    Hier nochmals die Fotos dazu aus einer der vorangegangenen Sitzungen.


    Aber jetzt ist endgültig Schluss.

    Wenn es damit nicht behoben ist, kommt das MD in die Ersatzteilekiste



    ENDE
    Geändert von Ando (14.08.2023 um 19:57 Uhr)
    Gruß,

    Andreas

  17. 4 Benutzer sagen "Danke", Ando :


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