Bin ich hier tatsächlich der letzte Löter? ;o)
Bin ich hier tatsächlich der letzte Löter? ;o)
Gruß,
Andreas
Mach da keinen Wien-Tatort draus: "Der letzte Löter vom 1. Bezirk" ...
Aber ohne Quatsch, da gehen glaube ich eher wenige dran - wobei es keine schwierige Kunst ist, eher eine Frage der Handfertigkeit und der Übung...
Was ich meinte bei unserem Telefonat:
Wenn man viel und in Menge lötet, was ich in meinem Elektrotechnikstudium tun durfte oder mußte, wie man es nimmt, ich habe Platinen für Computer und Steuerungen handbestückt um mir Kohle zu verdienen, lernt man:
Dünnes, flußmittelgefülltes Lot, 0,5mm, verwenden, je höher der Silbergehalt um so teuerer, aber auch besser,
einen geregelten, heißen Lötkolben mit Dauerspitze, möglichst fein, klar, wenn man keine SMD bestückt brauchts keine Nadel sein, 1,5mm Spitze reicht, 60W hat mein ELBA, braucht er aber so gut wie nie, ich nehme 450°C
Lötschwamm um die Spitze zu reinigen
Lötstein um sie dann zu säubern
Damit dauert beim Entlöten das Aufschmelzen gleich welchen Lots ca. 1s, das Lot wird wasserflüssig und husch husch ist es in der Litze - OHNE Rückstände auf der Platine (Nasen usw.)
Beim Löten, wenn alles platziert ist, auch ca. 1s für Lot anlegen, Aufschmelzen, Fließen, Erstarren.
Die neuen Lote sind silberhaltig, oxidieren weniger und sind damit haltbarer UND ungiftiger. Blei tue ich meinen Lungen nicht mehr an. Selbst alte Röhrenradio-Schaltungen habe ich schon so repariert obwohl die manchmal mit regelrechten Lotbergen verlötet sind. Da man wenn heiß gelötet wird das Flußmittel verdampt, was dann auch nicht als Kleister auf der Platine rumsuppt, sollte man absaugen, wenn man kann. Oder Ventilator vom Gesicht weg, war meine Lösung, da Absaugung damals viel zu teuer. Man sollte das Zeug eben nicht auf Lunge nehmen.
Der Vorteil des heißen Lötens liegt in dem Umstand, dass durch das sekundenschnelle Löten sehr wenig Wärme durch die Lotschmelze auf das Pad und in die Platine geht, dadurch bleibt der Kleber, mit dem die Kupferfolie auf die Träger geklebt ist, unbeschadet und die Pads lösen sich nicht ab. Nach ich weiß nicht wie viel hundert Platinen in der Zeit hat man das raus. Man kriegt selbst 40- und mehrpolige Fassungen so ausgelötet ohne dass auch nur ein Pad nachgibt. Bei doppelseitigen Platinen mit Durchkontaktierung gehr es gar nicht anders, da man sonst nicht "durch" die Platine kommt. Da waren in den Zeiten bedrahteter Bauelemente die Beinchen ja durch die Löcher gesteckt und damit das ganze Loch voll Lot.
LG
Jörg
Hallo Jörg!
Davon rate ich ab.
Der Kälteschock des feuchten Schwammes an der zundrigen Lötspitze entfernt zwar etwas Zunder, kühlt die Lötspitze aber ab.
So habe ich das seit 40 Jahren gemacht.
Seit einiger Zeit verwende ich hingegen solche goldfarbenen Metallspäne-Knäuel - da ist der Kälteschock viel geringer und die Reinigungswirkung durch das Abstreifen an den Kanten der Metallspäne größer.
Gruß, Michael
Nöh, aber ich weiß nicht, wie warm meine Lötkolben werden, und ich seh' zu, altes, bleihaltiges Lot zu verwenden (weniger Streß, viel weniger Streß, sehr viel weniger Streß).
Der 8W Kolben mit der sehr feinen Spitze macht jedenfalls eher Probleme als Lötstellen.
35W sind auch bei "Elektronik" (bei mir ohne SMD) hilfreich.
Zur Lötstation, evtl. gar mit digitaler Temperaturanzeige hat es bei mir noch nicht gereicht.
Symbolfoto für mich als Lötexperten (Quelle dürfte klar sein), die Schutzbrille ist extrem wichtig ;-)
![]()
... das will ich live sehen ...
Entweder hatte die Dame richtig guten Stoff im Tee oder sie hat eine bemerkenswerte Selbstbeherrschung
LG
Jörg
Da sind mehrere schwere Fehler zu sehen:
1.) Auch eine Frau (Frauen sind angeblich weniger schmerzempfindlich als Männer) kann einen heißen Lötkolben nicht am Heizelement halten, anstatt am gegen Wärme isolierenden Griff.
2.) Hier wird mit dem Schaft der Lötspitze an die weiße Kunststoffummantelung der Steckleiste "herumgebraten".
3.) Eine Schutzbrille beim Löten sollte auch an den Augenwinkeln schützen, ein UV-Licht sperrende gelbe Beschichtung ist unnötig.
Gruß, Michael
Das Foto ist eine gezielte Aktion des Patriarchats ;o)
Gruß,
Andreas
... das führt wieder in die Nähe des Wien-Tatorts ...![]()
Zurück zum Thema:
Vielen Dank für die Hinweise!
Ich werde einmal ausprobieren, ob ich mit höheren Temparaturen bessere Lötstellen bekomme.
Vielleicht liegt es auch an der Verzunderung der Lötspitze.
Das geht ja rasch - und schon bleibt das Lot unbeeindruckt und schmilzt nicht.
Bleihaltiges Lot scheint mir hier gutmütiger als bleifreies zu sein. Der Zunder geht leichter in den Lötschwamm beim Abstreifen.
Ideal sind die Lötverhältnisse in Kameras ja oft nicht:
- Durch Korrosion beschädigte Leiterbahnen, die geflickt werden müssen oder kein Lot annehmen.
- Kunststoff an der Lötstelle, der nicht schmelzen soll.
- Feine Kabelgeflechte, die sich nur unwillig löten lassen.
- Die Lötspitze wieder einmal zu groß beim Löten …
- … und zu klein beim Entlöten mit der Entlötlitze, die wirklich Feuer braucht, damit sie das Lot absaugt.
***
Irgendwie ist das mit dem Löten so wie mit dem Grillen.
Nur der Mann kann es.
Und wenn er es nicht kann, sagen es ihm andere Männer.
Und Lötkönig kann natürlich nur ein Mann sein.
Im Gegensatz zur Weinkönigin ;-))
Geändert von Ando (11.03.2023 um 17:23 Uhr)
Gruß,
Andreas