Jedenfalls musste die Technik der AE-1 wie eine Keule auf die freien Werkstätten niedergegangen sein. Plötzlich waren Digital und „der Computer“ da. Wer war darauf vorbereitet?
Selbiges wiederholte sich dann ja beim Wechsel zur Digitalfotografie.
Jedenfalls musste die Technik der AE-1 wie eine Keule auf die freien Werkstätten niedergegangen sein. Plötzlich waren Digital und „der Computer“ da. Wer war darauf vorbereitet?
Selbiges wiederholte sich dann ja beim Wechsel zur Digitalfotografie.
Gruß,
Andreas
Einen ähnlich hervorragenden Bericht in The Camera Craftsman gibt es auch zur Minolta XD-11 (XD-7).
Autor war wieder Larry Lyells, dem man nicht genug dankbar sein kann dafür:
https://learncamerarepair.com/downlo...nolta-XD11.pdf
(54 Seiten)
Ein Vergleich mit der - älteren AE-1 - ist sicher interessant.
Gruß,
Andreas
Es ist sehr schade, dass The Camera Craftsman seine letzte Ausgabe 1980 publizierte. Die erste erschien 1955.
Die Nikon F3 ist noch am Cover zu sehen als Neuerscheinung.
Ähnlich fundierte technische Besprechungen würde ich mir neben der F3 auch für die F4 und die X-Reihe von Minolta wünschen.
Falls jemand Quellen kennt, bin ich für Hinweise dankbar.
Gruß,
Andreas
Glaube ich weniger. Die waren schon Kummer gewohnt. Erst Kameras (aus Holz, Leder und Metall) mit Objektivdeckel als "Verschluß", dann Vorderlinsenverschluß mit Tuch-Rollos und Hemmwerk, dann Zentralverschluß und Schlitzverschluß kurz vor der Filmebene, SLR Kamera, später eingebaute Selen-Belis, etwas später mit Zeit und Blende gekuppelt (Retina IIIS), Automatik mit Selenzellen (Ultramatic, RolleiMagic), Schlitzverschluß aus Titanfolie, Belis mit Batterie, elektrische (analoge) Zeitensteuerung, Fotodioden WIMRE schon im Photomic-Sucher oder bei Fuji, Einzug von Kunststoff ...
Für den Wettbewerb war der Preis der AE-1 ("für eine Kamera mit den Features") ein Problem.
- Offenblendenmessung
- Automatik
- Winderanschluß "wie bei den Profis!"
- großes Objektivprogramm
- weiteres Zubehör (Blitz, Nahaufnahmen, ...)
- einfache Bedienung
- kompakte Kamera, die schon ganz gut in der Hand lag
gab es bis auf den Winder und die Kompaktheit schon bei der EF, bei mehr Gewicht.
Bei Rollei krebste man zu der Zeit rum um aus dem via Voigtländer geerbten Icarex 35 Nachlaß (Icarex 35 .> Zeiss Ikon SL 701 -> Voigtländer VSL 1 (M42) -> Voigtländer VLS 1 (QBM)) eine "moderne" Kamera mit Zeitautomatik zu basteln (von einem Elektromagneten eingeklemmte Beli-Nadel als "Speicher" für die Verschlußeit wenn der Spiegel oben ist bei der Voigtländer VSL 2 / Rolleiflex SL 35 ME). Bei der SL 35 E dann ein ganz guter Wurf aber die Konkurrenz war schon bei Dual- und Programmautomatik.
Nikon war in Gedanken ganz wo anders (Traktorenbau und so), bezüglich der damaligen Bemühungen bei Minolta, Mamiya, Ricoh, Pentax, ... müßte man mal nach Jahreszahl ins Kameramuseum gucken.
Konica hat dann später alle mit dem eingebauten Winder geärgert.
Minolta mit der X 7000 dann mit Autofokus BÄMM! ALTER! WAS IST DAS DENN? WIE GEHT DAS? BOAH EYH!
das nenn ich Crashkurs Kamerageschichte, aber es trifft es auf den Kopf, auch damals schon war viel los, nur das damals in die Hardware investiert wurde, heute macht das Software. Gute alte Zeit...
Leg mal ne EF neben eine AE-1 ... Tag und Nacht.
LG
Jörg
Wollen wir ein Fazit wagen?
Canon AE-1: technischer Geniestreich oder blendend heller Marketingstern? ;-)
Gruß,
Andreas
Moin,
mit Superlativen bin ich vorsichtig, seinerzeit hatten viele Anbieter gute Kameras, aber die AE-1 war ein Statement das Wellen geschlagen hat. Wie gesagt, die EF konnte das auch, und andere hatten die Blendenautomatik schon früher, aber es war eben was Bedienung und Belichtungsmessung schon ein Meilenstein. Sie einen Marketinggack zu nennen würde ihr technisch nicht gerecht.
LG
Jörg
So lese ich mich weiter durch den Artikel zur AE-1 in The Camera Craftsman.
Und immer mehr staune ich über die Verbindung von Mechanik und Elektronik.
Unter anderem werden die Positionen mechanischer Einstellelemente über variable Widerstände in Spannungswerte übertragen.
Diese Potis müssen sehr klein sein, und ich frage mich, wie die auf korrekte Werkseinstellungen gebracht wurden. Es geht ja um sehr kleine Spannungen wo ein Millivolt schon einen Unterschied macht.
Ein - größeres - Trimmpoti mit dem Schraubendreher präzise einzustellen ist ja schon nicht einfach.
Waren hier noch Menschen am Werk oder geschah das schon über die automatische Fertigung, die ja mit der AE-1 im großen Stil eingeführt wurde?
Seite 6, ebd.:
When you install the lens, the full- open-metering post comes against the maximum-aperture correction pin, Fig. 12. In the Canon EF, pushing in the maximum-aperture correction pin moves the finder's diaphragm scale. But that's not the case with the AE-1-the diaphragm scale never moves. Instead, the maximum-aperture correction pin in the AE-1 controls a pair of variable resistors on the side of the mirror cage. One of the variable resistors provides information to both the aperture-control and readout systems. The other provides information to the readout (meter) only.
Für den Anwender mag das alles egal sein solange es nur funktioniert.
Für den technisch Interessierten tun sich Wunder auf.
Schade, dass die technische Dokumentation nicht verfügbar ist.
Vermutlich wird die - wenn - auf Microfiche bei Canon im Archiv liegen.
Ob ich Japan anschreiben soll? ;-)
Gruß,
Andreas
Moin,
kleine Potenziometer (oder generell Widerstände) kann man mit Laser einstellen.
LG
Jörg