Auf The Canon AE-1 - Part I (mir.com.my) lese ich dazu:
[Absätze eingefügt]By using new production methods and the adoption of highly advanced packaging techniques in the manufacture of electronics circuitry, the vital parts were completely sealed to keep out dust and humidity and reduce the effects of temperature.
The IC and resistance circuits were built as units.
Not only was the wiring streamlined to increase efficiency, but also the new modular joints and all other main parts were completely sealed to obtain the best possible weather proofing (but it was not a water proof camera).
Das wird immer interessanter.
Versiegelte Elektronik war mir bisher nur von der Nikon F3/T her bekannt.
Geändert von Ando (20.01.2023 um 19:29 Uhr) Grund: Tipper
Gruß,
Andreas
Auf dem Lageplan des Elektronikschachts ist viel zu sehen, das Geschehen spielt sich vornehmlich in den drei IC ab.
Das ist hinsichtlich Reparaturversuchen einmal eine gute Nachricht.
Denn damit verringert sich die Zahl der elektronischen Bauteile, die gegebenenfalls defekt sein können. Und das reduziert die Fehlersuche im Schaltkreis.
Wenn einer der IC nicht so funktioniert wie er soll, kann man ihn nur austauschen.
Zu Reparieren gibts hier nichts. Außer die Erneuerung allfällig schlecht gewordener Verlötung der Pins.
Allerdings muss man erst feststellen, ob der IC tatsächlich defekt ist.
Dazu gibt es in den Service-Unterlagen Spannungssollwerte für die Ein- und Ausgänge (Pins).
Diese Spannungwerte stehen allerdings in Zusammenhang mit den umliegenden Bauteilen.
Eingestellt werden kann über Trimmpotentiometer. Diese können jedoch bei kleinster Drehung des Schleifers bereits über die Sollspannung hinausgehen.
Gut, dass es Justierungs-Anleitungen gibt, die durch diese Vorgänge führen.
Dazu Troubleshooting-Checklisten, anhand derer je nach Problem vorgegangen werden kann.
Dazu muss man von der Schaltung eigentlich nichts verstehen, sondern nur die entsprechenden Überprüfungen, Einstellungen bzw. den Austausch von Teilen vornehmen.
Allerdings ist das nicht trivial, denn es braucht handwerkliches Geschick und mit dem Lötkolben muss man in diesem delikaten Umfeld natürlich gut umgehen können.
Auch deshalb, da hier bereits eine flexible Leiterplatine verbaut ist, auf der die elektronischen Bauteile montiert sind und die mit Vorsicht behandelt werden muss.
Aber mir geht es ja auch darum, möglichst viel von dem zu verstehen, was sich elektronisch in der AE-1 tut.
Erstmals wird in einer SLR gerechnet.
Dafür beherbergt einer der IC ua. eine CPU, zwei digitale Zähler und Operationsverstärker, die unterschiedlich beschaltet sind.
Alle elektronischen Vorgänge in der Kamera, Aktionen und die allenfalls angesetzten Zubehörteile wie Winder, Blitz und Datenrückwand werden zentral gesteuert.
In einem anderen IC ist eine Photodiode und ein Operationsverstärker untergebracht. Er sitzt über dem Okular auf dem Prisma und übermittelt Lichtwerte, die von der CPU weiterverarbeitet werden.
Der dritte IC hat Steuerungsaufgaben.
Mehr zur Schaltung werde ich in einem Artikel im Camera Craftsman Magazin erfahren.
Larry C. Lyells, der technische Direktor des Magazins, beschreibt die technische Funktion der AE-1 auf 69 Seiten.
Und zwar so, dass man mit elektronischem Grundwissen eine gute Chance hat, die Finessen japanischer Elektronikkunst zumindest im Prinzip nachvollziehen zu können.
Fazit I:
- Wenn du auf einen Berg steigen möchtest, rüste dich entsprechend aus.
- Teile deine Kräfte ein.
- Bleib bescheiden und besser ist, dich zu unter- als zu überschätzen.
- Wähle deinen Bergführer gut aus.
- Und verlier nicht den Mut, sonst kannst du gleich zu Hause in der warmen Stube bleiben ;-)
Gruß,
Andreas
"Climb Mount Niitaka 1208"
Ich wünsche Dir viel Erfolg, das klingt ja nach strukturiertem Ansatz...
LG
Jörg
Aus dem Schaltplan zur AE-1 kann ich nur in manchen Fällen direkt auf die entsprechende Funktion in der Kamera schließen. Aber alle dort angegebenen elektronischen Bauteile sind mir grundsätzlich bekannt.
Das ist schon einmal beruhigend - auch der Pioneer der elektronischen SLR kocht nur mit Elektronen![]()
Wird die Schaltung - wie von Larry Lyells - erklärt, sieht es schlagartig besser aus.
Ein, angenommenes, Beispiel:
Hier wird von einem Zähler (Flip Flop) ein binäres Datenwort gelesen und über einen Digital-Analog-Konverter in eine korrespondierende Spannung umgerechnet, die ein nachgeschalteter Komparator (OP) mit einem Referenzwert vergleicht. Je nach Ergebnis, also höherem, niedrigerem oder gleich hohen Spannungswert, gibt der Komparator an seinem Ausgang eine Spannung ab, die wiederum eine Folgeaktion im Schaltkreis oder in der Mechanik bewirkt.
Das alles komplex und durch die sequentielle Logik bedingt (Flip Flops als Speicher, Gatterlaufzeiten) im Millisekundenbereich.
Eine kunstvolle und trickreiche Verknüpfung elektronischer Bauteile, gesteuert von einem Prozessor, der mit Speicher, Bus und Eingabe/Ausgabeschnittstellen einen Computer bildet.
Man kann das wohl nur auf verschiedenen Ebenen betrachten.
Als Funktionsschaltbild, das nichts über die zugrundeliegenden logischen und elektronischen Abläufe aussagt.
Dann tiefer auf Schaltungsebene bis zu den IC, die Black Boxes sind, was die innere Verschaltung betrifft. Letztlich sind dort - lt. Canon - bis zu 1000 Transistoren in I2L-Technik (stromsparend, Betrieb mit niedriger Spannung) zusammengeschaltet. Das ist natürlich im Detail nicht zu überblicken.
Aus allem ergibt sich ein Bild.
Und plötzlich wird klar, wie zB - in den Grundzügen - eine elektronische Vetschlusssteuerung funktionieren kann:
Ein Kondensator wird über einen Widerstand geladen. Je nach Höhe des Widerstandswertes dauert das länger oder kürzer. So werden die Verschlusszeiten abgebildet. Erreicht der Kondensator einen bestimmten Spannungswert, wird über einen Elektromagneten der Verschluss freigegeben.
Auch wenn das real komplizierter abläuft, so lässt sich doch nachvollziehen, was passiert bzw. wie es in etwa funktioniert.
Dann lässt sich jede Funktion eingehender betrachten und analysieren.
Faszinierend und Beschäftigung für lange Zeit![]()
Gruß,
Andreas
Moin,
wenn ich mir die Unterlagen die ich gefunden habe ansehe, ist die AE-1 noch eine analog/digitale Hybridkamera. Vieles wird analog verglichen und verrechnet um dann als Zustand per CPU in Abläufe umgesetzt zu werden, heute würde man sowohl die Objektivdaten, die die AE-1 noch analog übernimmt und steuert, per Schrittmotor/Encoder digital erfassen, den Verschluß direkt digital steuern, und selbstredend auch die Kommunikation mit der Peripherie per Feldbus machen. Schon spannend wie das alles angefangen hat. Mit dem EOS-System wurde dieser Weg ja beschritten, die T-Reihe war wohl ein Zwischenschritt, wenn man bedenkt, dass die T90 fünf Motoren brauchte um die mechanischen Abläufe auszuführen.
LG
Jörg