Moin Jörg,
ja, prinzipiell könnte man sich so natürlich behelfen, aber ich habe gemerkt, dass es bei vielen Altgläsern, die ich an der Kamera hatte, nicht nur Blenden- sondern auch Fokus-abhängig ist. Während man das für unterschiedliche Blenden noch ganz gut so machen könnte, wie Du es beschrieben hast, fällt das bei den Fokus-Vignetten leider raus, da man das gar nicht entsprechend fein abstufen kann.
Für mich persönlich würde das aber auch bei den Objektiven mit "fester Vignette" in den allermeisten Fällen nicht wirklich in Frage kommen, da ich eine Vignette nicht immer als störend empfinde. Es kommt immer auf das Motiv an sich an und gerade bei Portraits kann eine Vignette -- je nach Hintergrund -- sogar besonders wünschenswert sein.
Der Hintergrund ist nämlich meistens der Knackpunkt. Ich hatte den Fehler gemacht und meine Objektive anfangs unter "realen" Bedingungen getestet, also mit Motiven, wie ich sie normalerweise schießen würde. Beispielsweise so wie dieses hier im Wald:
gfx_minolta200_1.jpg
Ja, man sieht natürlich, dass dieses Minolta MC/MD Tele Rokkor 200mm f/4 eine Vignette hat. Aber so sieht das erstmal alles ganz nett aus und wirkt, als ob es in einem tolerablen Bereich ist. Als ich dann die Linse aber mal bei einem hellen Hintergrund auf der Kamera hatte, bin ich fast umgekippt. Das war quasi unbrauchbar. Bei Brennweiten über 80mm bin ich recht intolerant was große Vignetten angeht. Im WW hat man wenig Alternativen und muss dann ggf. zähneknirschend auch mal in PS Hand anlegen, aber im Telebereich greife ich dann im Zweifel lieber zu einer MF-Linse als mich da völlig unnötig mit krassen Vignetten rumschlagen zu müssen.


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