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Thema: Altglas an digital: Farbwiedergabe/"authentischer Bildlook"/Kameraeinstellungen

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von weißabgleich Beitrag anzeigen
    Liebes Forum,

    ich vermute, dass ein Grund, jahrzehntealte Objektive zu benutzen, darin liegt, den besonderen Charme, die (vermeintliche) Authentizität und den besonderen Bildlook dieser Gläser auszukosten. ..........

    Mich würde Folgendes interessieren:

    - Beschäftigt euch die Frage nach der "authentischen" (oder meinetwegen: überzeugenden) Bildwiedergabe in Bezug auf Farbe und Kontraste bei der Kombi Altglas an Digital ebenso sehr?
    - Wie geht ihr mit diesem "Problem" um? Wie kommt ihr zu einer geuch überzeugenden Wiedergabe der Objektiv-Eigenschaften? Was überlasst ihr der Kamera? Inwieweit "pimpt" ihr die Einstellungen? Inwieweit nutzt ihr womöglich nur geringfügig bearbeitete RAWs? Legt ihr euch in LR womöglich Profile für einzelne Kamera-/Altglas-Kombis an? Oder: Ist euch das alles schnuppe und ihr verfahrt nach dem Motto: Hauptsache es gefällt.

    Ich bin gesapnnt auf eure Antworten. Danke und herzliche Grüße von Daniel
    Die Frage der "authentischen Bildwiedergabe" ist eh reine Wahrnehmungssache und liegt wie immr im Auge des Betrachters.

    Auch im Computerbereich zu Hause, musste ich relativ schnell feststellen, dass sowohl die Bildsensoren unterschiedliche Kompensationskurven, wobei die kamerainternen Algorhytmen dafür sorgen, das bestimmte Farbräume mehr oder minder gut erreicht werden. Dies ist schon zu bemerken, wenn man Vergleichsbilder aus verschiedenen Kameras in angeblicher Normal-oder Neutralstellung als RAW auf seinen Bildschirm holt. Hier zeigen sich schon die ersten Unterschiede. Die Bilder einer Canon sehen - z.B. wenn sie mit der Farbpipette in Photoshop aufgenommen werden - anders aus als das, was mir eine Sony ebenfalls in RAW zurückliefert.

    Das aber ist noch nicht ganz so auffällig, wie z.B. - deshalb sprach ich auch von der Computergeschichte - was in den Unterschieden der verwendeten LCD Panels unserer Bildschirme abläuft.

    Das ist nämlich noch viel gravierender in den Unterschieden und der Grund dafür, weshalb es Colorimeter gibt um definierte Zustände in der Farbwiedergabe zumindest angenähert zu erreichen.

    Wer kennt es nicht selbst, wenn z.B. neue Notebooks ins Haus kommen, oder ein Bild auf dem Notebook des Nachbar oder Verwandten zeigen will, plötzlich eine ganz andere "blau- rot oder Grünstichigkeit" zeigen, die es am heimischen Bildschirm überhaupt nicht gab.

    Dies geht dann hin bis zum selbst erstellten Farbausdruck, der auch nicht befriedigend ausfällt, weil erst entsprechende Farbprofile geladen werden müssen.

    Es ist also letztlich eine rein subjektive Geschichte, was man als "authentische" Geschichte ansieht und das verwendete Objektiv spielt da in den seltensten Fällen so eine große Rolle, wie die gesamte "Übertragungskette" für die elektronische Umsetzung von Sensor, Kompensationseinstellungen für die Bildmodi, Bildwiedergabegerät und Drucker.

    Erst wenn eine durchgehende Kette korrekt zueinander abgeglichen ist, kann man letztlich feststellen, welchen konkreten Einfluss das Objektiv tatsächlich hat.

    Die Feststellung, dass ein Objektiv mal gesätigtere Farben liefert als ein anderes, ist zudem in starkem Maße auch abhängig davon zu welcher Tageszeit die Bilder entstanden sind. Es ist nämlich auch wichtig wenn man vergleichsbilder herstellen will, da die Farbtemperatur des Lichtes unbedingt zu fixen, denn die Farbtemperatur des Lichtes ist abhängig von der Tageszeit. Nicht umsonst wird in der Fotografie von der "goldenen Stunde" oder der "blauen Stunde" geredet, weil sie das Sinnbild für diese geänderte Farbtemperatur des Lichtes verdeutlichen sollen.

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  2. 4 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  3. #2
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    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    Die Feststellung, dass ein Objektiv mal gesätigtere Farben liefert als ein anderes, ist zudem in starkem Maße auch abhängig davon zu welcher Tageszeit die Bilder entstanden sind. Es ist nämlich auch wichtig wenn man vergleichsbilder herstellen will, da die Farbtemperatur des Lichtes unbedingt zu fixen, denn die Farbtemperatur des Lichtes ist abhängig von der Tageszeit. Nicht umsonst wird in der Fotografie von der "goldenen Stunde" oder der "blauen Stunde" geredet, weil sie das Sinnbild für diese geänderte Farbtemperatur des Lichtes verdeutlichen sollen.
    Hallo zusammen,

    gerade der letzte Absatz von Henry ist für mich von grosser Bedeutung. Ich habe schon viele Panoramen versaut, weil
    ich vergessen habe, den automatischen Weißabgleich zu deaktivieren.

    Beispiel: ich fertige einige Fotos für ein Panorama mit der Sonne auf einem der Fotos. Belasse ich es beim automatischen
    Weißabgleich, dann hat das Foto mit der Sonne darauf eine andere Blautönung des Himmels, als die Fotos links und rechts
    davon. Daraus ein Panorama zu stitchen ist damit verschwendete Zeit.

    Auch Stimmungen, die von den "Sehgewohnheiten" der Kamera abweichen, werden vom automatischen Weißabgleich
    gnadenlos kaputtkorrigiert. Stichwort "Saharasand in der Luft". Ich hätte mit dem automatischen Weißabgleich niemals
    die gelbliche Stimmung transportieren können.

    Es wäre durchaus mal interessant das gleiche Motiv zur gleichen Zeit mit festen Farbtemperatureinstellungen mit grund-
    verschiedenen Optiken zu fertigen. Hier dürfte sich der "Charakter" am ehesten zeigen.


    LG, Christian

  4. 3 Benutzer sagen "Danke", gladstone :


  5. #3
    Kennt sich aus
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    Zitat Zitat von gladstone Beitrag anzeigen
    Es wäre durchaus mal interessant das gleiche Motiv zur gleichen Zeit mit festen Farbtemperatureinstellungen mit grund-
    verschiedenen Optiken zu fertigen. Hier dürfte sich der "Charakter" am ehesten zeigen.


    LG, Christian
    Hallo Christian, genau das dachte ich auch schon. Ich kenne tatsächlich einige, die viel mit fester Kelvin-Einstellung fotografieren. Zum einen umgeht man die permanenten Schwankungen des AWB, zum anderen sind die Bilder bezüglich der Farbstimmung relativ konstistent, wenn auch nicht zwingend 100%-ig farbecht. Man kann das sogar nutzen, um eine bestimmte Farbstimmung zu kreieren (und verlässlich zu reproduzieren) - und wenn Display bzw. Sucher einigermaßen getreu abbilden, lässt sich das in der Live Preview ja gut und feinstufig anpassen. Das sollte ich wirklich mal probieren.

    Danke für die Anregung!
    Daniel

  6. 2 Benutzer sagen "Danke", weißabgleich :


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