So arg genau muss es gar nicht sein... man muss sich einfach nur klarmachen, wo letztlich die Geradführungsnut landen muss im eingfefahrenen Zustand. Die von Jan Böttcher geschilderten 1-2 Umdrehungen des Messingrings, die zurück zu schrauben sind, "passen" schon, denn bei dem Flachgewinde bedeutet dies nur, dass der Fokusring ein paar Millimeter abweicht, aber eben das notwendige "Spiel" gibt, um bei eingeschraubtem optischen Block (der Teil mit dem Alu-Helicoid-Teil) durch leichtes verdrehen des Messingrings eben die Geradführung in der Nut des Alu-Blocks einzufädeln und später bei Fokussierung auf den Nahbereich nicht wieder "auszufahren", was zum Mitdrehen des optischen Helicoidteils führen würde..
Mit Markierungen beim Auseinander nehmen zu arbeiten, ist aber immer ein guter Tipp, man muss nur höllisch aufpassen denn die Markierungen müssen alle Teile bei der Trennung umfassen und zusätzlich auch die Höhenmarkierungen, denn so ein Messingring, der nur als Übersetzung von einer Dreh- in eine Vorschubbewegung dient, ist mit seinem flachen Gewinde halt mehrfach an einer Position einstellbar, schlicht weil er mehrere 360° Umdrehungen umfassen kann. Damit ist man z.B. mit nur einer eingeritzten Markierung noch nicht sehr viel weiter, denn das Bezugsmaß/Spaltmaß müsste hier beim Auseinanderschrauben ermittelt und der Trennungsposition zunächst ermittelt werden. Das bedeutet, das man nachdem sich z.B. das Unterteil mit der Gradführung markiert werden muss und dann der Anschlag ermittelt sein muss.... also wieiele Umdrehungen sind erforderlich um vom unteren Anschlagspunkt wieder auf die Höhe zu kommen, an die der Messingring beim Wiedereinfädeln sitzen muss, wenn sich der Vorschubteil und die optische Einheit trennten. Das muss dann mitnotiert werden. Dazu ist dann relativ auch aufzuschreiben, wo genau der Messingring und der optische Block bei der Trennung gesessen haben.
Ist schon eine vertrackte Sache, wenn man wieder in etwa in dem Bereich wieder landen will, ohne große neue Justagen vornehmen zu müssen. Die von Jan Böttcher geschilderte Vorgehensweise ist aber richtig, wenn diese Notizen und Markierungen nicht gemacht wurden. So hat man halt ein wenig Spiel bei der korrekten Zusammenkunft der Geradführung in die Nut.
Man muss aber halt auch drauf achten, welcher maximale Drehweg der Fokusring vom Nahbereich bis zum normalen Unendlichkeitsanschlag zurücklegt, sonst rutscht nach dem Zusammenbau bei Fokussierung in den Nahbereich die Geradführung wieder aus der Nut-Bahn und dreht dann frei. Dann muss das Spiel von vorn losgehen und der Feintrieb an eine andere Stelle verlegt werden. Schwierig zu erklären... aber ich wünsche schonmal gutes Gelingen. Wenn die Gewinde sauber sind und die restlichen Tipps berücksichtigt wurden, wird es auch gelingen.
Es ist eine "Gehirnschmalz-Übung", sich diese "mehrdimensionalen Verhältnisse" von Gewinden, Gegengewinden, Einfädelungspunkten und Justagemöglichkeiten zu durchdenken, macht aber auch Spaß... nur man muss halt am Anfang einiges an Geduld mitbringen und vor allem realisieren, wie was ineinander greift. Es gab aber auch bei mir schon Objektive, wo ich schier am Verzweifeln war und bei einer simplen Tessar - Variante bin ich bis heute noch nicht weiter gekommen. Da war bei mir Schluss mit dem "um die Ecke" denken.