So langsam wird es Zeit, etwas Licht in das Dunkel des eigentümlichen Schärfeverhaltens zu bringen...
#37 Eine Schärfereihe an der berühmten Wackelbrücke: f2.8, f4, f5.6, f8 und f11
Gesamtansichten:
f2.8
f4
f5.6
f8
f11
100%-Crops aus der Bildmitte:
f2.8
f4
f5.6
f8
f11
100%-Crops aus der linken oberen Bildecke:
f2.8
f4
f5.6
f8
f11
Zur Schärfe in der Mitte: Wir starten bei f2.8 schon mit einer mindestens guten Schärfe, ab f4 sehr gut und bei f8 klasse.
In der Bildecke ist die Bewertung diffizil. Augenscheinlich wird es in der Fokusebene nie knackscharf. Dafür liefert aber schon das Offenblende-Bild den Grund:
Es gibt eine deutliche Bildfeldwölbung vom Betrachter weg nach hinten. Die Balken ca. 1m hinter dem Gitter sind ab Offenblende scharf und klar konturiert.
Man muss also diese Bildfeldwölbung im Hinterkopf haben beim fokussieren. In der Praxis bedeutet das z.B. für Landschaften, dass man f11 nehmen sollte, weil die erweiterte Tiefenschärfe dann alles scharf sein lässt.
Für Offenblende und Freistellsituationen hat dies den positiven Effekt, das die Freistellung vergrößert wird.
Um das in die Praxis zu bringen, ein Crop der Ecke aus Bild #7 bei f5.6 - das Verhalten ist kaum relevant, die Ecke wirkt schon relativ scharf (bei weiterem Abblenden entsprechend noch schärfer)
Aber trotzdem bleibt dieses Schärfeverhalten die Achillesferse des Objektivs, man muss halt auf dieses Verhalten eingehen.
Eine Möglichkeit wäre bei abgeblendeten Motiven die Schärfe einen Tick nach hinten zu legen, so hätte man die harmonischste Schärfe über das gesamte Bild.


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