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Thema: Was sind "unbearbeitete" Fotos?

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Spitzenkommentierer Avatar von joeweng
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    Tja, das ist schon so eine Crux mit den Photonen - nur ein bisschen Licht und im nächsten Augenblick Nullen und Einsen auf irgendeiner Speicherkarte, verbogen durch Optiken und verrechnet durch Algorythmen. Da ist es doch erstaunlich, wie ähnlich das "fertige" Bild der Realität ist, auch über Kameraherstellergrenzen hinweg!

    Ich persönlich unterscheide bearbeitet und unbearbeitet anhand der Tatsache, ob ich abseits der "neutralen" Entwicklung im RAW-Converter meines Vertrauens wichtige Bildparameter verändert habe - also Kontrast, Helligkeit, Sättigung, Schärfe, Ausschnitt. Dies mache ich ja bewußt, um Fehler zu korrigieren oder Stärken eines Bildes hervorzuheben, damit es subjektiv besser wird. Das hat dann mit dem, was die Kamera als OOC-JPG auswürfe nicht viel zu tun.

    Dabei ist der Spielraum der "neutralen" Entwicklung natürlich abhängig von der Vorgabe des Herstellers, vom persönlichen Geschmack und dem Zeitgeist.
    Fotografie liefert also niemals unbearbeitete Fotos, aber es ist hier guter Konsens, bei Tests möglichst wenig Hand anzulegen - das reicht mir .

    LG Jörn
    Digital und Analog unterwegs...

  2. #2
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    Zitat Zitat von joeweng Beitrag anzeigen
    Ich persönlich unterscheide bearbeitet und unbearbeitet anhand der Tatsache, ob ich abseits der "neutralen" Entwicklung im RAW-Converter meines Vertrauens wichtige Bildparameter verändert habe - also Kontrast, Helligkeit, Sättigung, Schärfe, Ausschnitt. Dies mache ich ja bewußt, um Fehler zu korrigieren oder Stärken eines Bildes hervorzuheben, damit es subjektiv besser wird. Das hat dann mit dem, was die Kamera als OOC-JPG auswürfe nicht viel zu tun.
    Ach, sind die in der Kamera vom Hersteller vorgegebenen Parameter für Kontrast, Helligkeit, Sättigung, Schärfe (und Entrauschen, Weißabgleich, Mikrokontraste, sowie ggf. CA-Korrektur, Randabfallskorrektur, Entzerrung) etwa nicht dafür gedacht, "um Fehler zu korrigieren oder Stärken eines Bildes hervorzuheben"?! Ich würde mal behaupten sie sind explizit dafür entwickelt, und das mit großem Aufwand.

    Irgendwie habe ich in diesem Thread den Eindruck ich rede Chinesisch.

    Ich bin der Meinung dass ein "out-of-cam" JPEG in vielen Fällen sogar ein extrem intensiv nachbearbeitetes Foto ist. Und nur weil immer wieder behauptet wird, das wären "neutrale Standardeinstellungen" in der Kamera, wird diese Behauptung nicht wahrer.



    Um das zu belegen, möchte ich mal ein paar eben auf die Schnelle gemachte Beispielbilder mit der NEX 5N zeigen:

    Einmal eine Aufnahme mit bunten Farben und hoher Empfindlichkeit (6400 ISO):

    RAW mit Standardeinstellungen in LR importiert (auch das ist ja nicht "unbearbeitet"):
    test-1.jpg

    "out-of-cam JPG" in Einstellung "Standard" der NEX:
    test-2.jpg


    Und dazu noch jeweils die 100%-Ausschnitte:

    RAW in LR konvertiert:
    testdetail-1.jpg

    OOC-JPG:
    testdetail-2.jpg

    Da sieht man erstens ordentlich aufgepeppte Farben, Kontraste und Klarheit und zweitens eine massive Schärfung und Entrauschung, die das Bild in der kleinen Ansicht viel besser aussehen lässt, im Detail aber alles glattbügelt und aus den im verrauschten RAW/LR-JPG noch erkennbaren dunkelgrauen Federstrukturen einen buntscheckigen Matsch macht. Und das soll "unbearbeitet" sein?!
    Dabei ist die NEX nach meiner Erfahrung im Standardmodus noch eine relativ dezente Kamera. Da gibt es ganz andere Kaliber was die interne Bearbeitung betrifft.

    Und dann ein noch augenfälligeres Beispiel, ebenfalls NEX 5N, diesmal mit dem SEL 1650 auf 16mm:

    Hier das RAW in LR konvertiert:
    test-4.jpg

    und hier das OOC-JPG:
    test-3.jpg

    Im RAW noch eine brutale Verzeichnung und heftig abgeschattete Ecken, im "out-of-cam" JPG alles simsalabim verschwunden. Und das soll "unbearbeitet" sein.

    Verabschiedet euch doch einfach von dem Gedanken, dass die JPGs aus einer Kamera unbearbeitet oder auch nur weniger bearbeitet seien als mit Sinn und Verstand und ohne Betrugsabsichten manuell in einem RAW-Konverter bearbeitete Bilder. Es gibt keinen Standard bei JPG. Es gibt nur Fotografen, die ehrlich versuchen, Bilder für den jeweiligen Zweck sinnvoll zu bearbeiten und es gibt solche, die Bilder manipulieren und grundlegend verändern wollen. Und alle Graustufen dazwischen.

  3. 8 Benutzer sagen "Danke", Helge :


  4. #3
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    Nachdem Helge gerade schon den Unterschiede RAW und ooo-JPG gezeugt hat, möchte ich noch eine Beispiel für die Unterscheide bei RAW Konvertern beisteueren.

    Ich habe das gleiche RAW Bild in zwei verschiedenen RAW Konvertern, Lightroom und Luminar, exportiert. Bei Lightroom habe ich zwei verschieden Profile verwendet, zum einen "Adobe Standard" und zum adneren "Camera Neutral". Ansonsten wurde an keinem Regeler gedreht. Eine ooc JPG Version habe ich leider nicht, da ich nur RAW fotografiere. Der Bildausschnitt bei den beiden LR Bildern ist leicht anders, da Lightroom automatisch die Objektiv Profile anwendet und Luminar dies offensichtlich nicht tut.

    Diff.jpg

    Man sieht - finde ich - schön, es gibt nicht "die" neutrale Anzeige vom RAW. Die beiden Lightroom Bilder sind deutlich schärfer und kontrastreicher, bei Luminar wirkt das alles etwas verschwommen. Auch beiden Farben gibt es Unterscheide, Luminar geht das Rot etwas in Richtungen Magenta.

  5. 8 Benutzer sagen "Danke", ropmann :


  6. #4
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    Zitat Zitat von ropmann Beitrag anzeigen
    Man sieht - finde ich - schön, es gibt nicht "die" neutrale Anzeige vom RAW. Die beiden Lightroom Bilder sind deutlich schärfer und kontrastreicher, bei Luminar wirkt das alles etwas verschwommen. Auch beiden Farben gibt es Unterscheide, Luminar geht das Rot etwas in Richtungen Magenta.
    Sehr schön gezeigt, danke dafür. Die Unterschiede sind deutlich sichtbar. Wenn Du jetzt dazu geschrieben hättest, dass das mit unterschiedlichen Objektiven gemacht ist anstatt mit unterschiedlichen "Standard"-Einstellungen, wären wir uns alle einig gewesen wer der Testsieger ist und wer nichts taugt. So kann man sich täuschen.

  7. 5 Benutzer sagen "Danke", Helge :


  8. #5
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    Zitat Zitat von ropmann Beitrag anzeigen
    Nachdem Helge gerade schon den Unterschiede RAW und ooo-JPG gezeugt hat, möchte ich noch eine Beispiel für die Unterscheide bei RAW Konvertern beisteueren.

    Ich habe das gleiche RAW Bild in zwei verschiedenen RAW Konvertern, Lightroom und Luminar, exportiert. Bei Lightroom habe ich zwei verschieden Profile verwendet, zum einen "Adobe Standard" und zum adneren "Camera Neutral". Ansonsten wurde an keinem Regeler gedreht. Eine ooc JPG Version habe ich leider nicht, da ich nur RAW fotografiere. Der Bildausschnitt bei den beiden LR Bildern ist leicht anders, da Lightroom automatisch die Objektiv Profile anwendet und Luminar dies offensichtlich nicht tut.

    Man sieht - finde ich - schön, es gibt nicht "die" neutrale Anzeige vom RAW. Die beiden Lightroom Bilder sind deutlich schärfer und kontrastreicher, bei Luminar wirkt das alles etwas verschwommen. Auch beiden Farben gibt es Unterscheide, Luminar geht das Rot etwas in Richtungen Magenta.
    Ähnliches habe ich vor einer Weile auch beobachtet. Da DxO leider die RAWs meiner Samsung NX Mini nicht unterstützt, habe ich bei der seltenen Entwicklung auf eine ältere Version von LR (5) zurückgegriffen. Ich hatte kürzlich mal Luminar und On1 RAW für die RAWs ausprobiert und war, um ganz ehrlich zu sein, recht schockiert von den Ergebnissen. Während ich mit LR (im Rahmen meiner begrenzten Erfahrung) in der Lage war einige Aspekte des Originalbildes zu verbessern, sahen die mit Luminar und speziell ON1 RAW entwickelten Bilder subjektive sehr viel "schlechter" aus. Soll heißen das Farben und Schärfe eindeutig hinter dem mit LR entwickelten Bild zurückblieben. Und im übrigen auch hinter dem OOC jpg.

  9. #6
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    Was wir sehen sind von Ingenieuren festgelegte Standards- je nachdem wie die Helligkeits/Grau/.../werte der einzelnen Pixel definiert werden sehen wir rot, scharlachrot, karminrot, ...
    Hatte dazu mal ein Gespräch mit Zille (Fotograf in Dresden, der sehr gern/viel auch in IR arbeitet und über diese Farbdefinition bei Ausarbeitung der Bilddateien kamen wir auf das Thema ...) und das war ähnlich erhellend.

    Nur meine ich bei meinen ooc bzw. bearbeiteten Dateien mehr, daß in der EBV auch Schärfescripte zum Einsatz kommen- und wer da Bildergebnisse genau vergleichen will fühlt sich ohne diese Info evtl. "aufs Glatteis geführt"
    Ungeduld ist keine Schwäche ...

  10. #7
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    Ein gutes Beispiel für gelungene bearbeitete Bilder sind diese.
    https://www.google.de/search?client=....0.qAbHrGGs8M0
    Die sind doch wrklich gut gelungen.
    Gruß Ewald

  11. #8
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    Zitat Zitat von minolta2175 Beitrag anzeigen
    Ein gutes Beispiel für gelungene bearbeitete Bilder sind diese.
    ...
    Die sind doch wrklich gut gelungen.
    Gruß Ewald
    Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Es geht hier um die Frage was "unbarbeeitete Fotos" sind und nicht um Beispiele für gut bearbeitete Fotos.

  12. Folgender Benutzer sagt "Danke", ropmann :


  13. #9
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    Zitat Zitat von ropmann Beitrag anzeigen
    Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Es geht hier um die Frage was "unbarbeeitete Fotos" sind und nicht um Beispiele für gut bearbeitete Fotos.
    Das Thema kam ja weil ich bei meinen Bildern unbearbeitete dazu geschrieben habe, wobei ich die meisten Fotos die so verändert wurden nicht gut finde. Dei Hersteller vesuchen mit JPEG den Kundengeschmack zutreffen. Beim Film war es ja ähnlich nur da war kein Schieber wo jeder alles verstellt konnte.
    Gruß Ewald

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