Da sind Dementoren unerwegs....
Grüße
Martin
Da sind Dementoren unerwegs....
Grüße
Martin
@waldschrat
Also, mir gefallen Deine Roggenfotos sehr sehr gut
und ich kann kaum glauben, daß Du das mit der SD-9 gemacht hast, wenn ich an meine Erfahrungen mit dieser Kamera denke...
VG Dieter
Geändert von ulganapi (29.01.2017 um 21:46 Uhr)
Fotografiere meistens digital - hauptsächlich mit Objektiven der 50er bis 70er Jahre https://www.zonerama.com/Gastfresser/300955
falls doch analog, dann Kleinbild mit Minolta AF, Mittelformat mit Bronica 6x7 und 4,5x6
Danke, Dieter, für das Lob.Freut mich, ehrlich.
Ein entscheidender Faktor war bei den Roggenfotos mal wieder, dem mimosenhaften ur-Foveon-Sensor ein möglichst ausgewogenes Spektrum
anzubieten. Die Sonne stand tief. Das Licht war gelb, viel Blau herausgestreut durch den langen Weg durch die Atmospäre (Rayleigh-Streuung).
Also notwendige Korrektur des Spektrums minus Rot, plus Blau. Ich erinnere leider nicht mehr präzise, ob "nur" ein KB6 zum Einsatz kam
(wahrscheinlich), oder sogar KB15 (für so eine starke Gegenfilterung sind die Rohdaten augenscheinlich noch zu "warm".)
Ein ordentliches KB12 besaß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wäre bei solchen Sonnenuntergangssituationen vermutlich perfekt.
Apropos "ordentliche" Farbkorrekturfilter: Zu Filmzeiten dachte ich damals noch, KB12 ist gleich KB12, egal von welchem Hersteller. Mitnichten.
Der spektrale Durchlass verschiedener Konversionsfilter mit identischer Bezeichnung unterscheidet sich dramatisch. Diverse Marken
(Hoya, Hama, usw.) sind in Kombi mit diversen Foveon-Kameras viel zu grün, und nach meinen Erfahrungen vollkommen ungeeignet.
Die Filtergläser von B+W sind wesentlich weniger grün, dafür richtig blau, und nach meinen Erfahrungen gut geeignet.
Grüße vom Waldschrat!
Und ich dachte mit der Digitalfotografie sind die Farbkonversionsfilter ausgestorben. Interpretiere ich es richtig und der SD9 Faveon hat sein Optimum bei einer Farbtemperatur von ca. 5600 Kelvin - so wie der gute alte Farbdiafilm? Deshalb kommen auch wieder die Filter ins Spiel?
Grüße Roland
Hallo Roland!
Na, nicht völlig.
Ich vermute, dass jedes für "normale" Fotografie verkaufte digitale Fotosystem auf Tageslicht hin optimiert ist. Also auch jede Bayersensor-Kamera. Zumindest meine Canon EOS-M macht bei 3200K-Halogenlicht mit KB15, besser noch KB20-Konversionsfilter vor dem Objektiv und WB Tageslicht technisch deutlich bessere Bilder (rauschärmer, wesentlich bessere Farben), als wenn ohne Gegenfilterung der Sensor das gelbe Halogenlicht abbekommt und per WB "Kunstlicht" hinterher zwangsweise die Daten so hingebogen werden, dass es natürlich aussieht. Mag sein, dass die schicken Sony-Kameras mittler Weile derart große Dynamikbereiche sauber verarbeiten, dass die technische Verbesserung durch konsequentes Angebot von Tageslichtspektrum dort nicht mehr unmittelbar ins Auge fällt, und ein Leben ohne Konversionsfilter tatsächlich möglich wird.
Foveon-Kameras sind hinsichtlich verschiedener Zusammensetzungen des Lichtspektrums wesentlich mimosenhafter, worauf natürlich zum großen Teil (zumindest für mich) der Reiz ihrer Nutzung beruht: teils wilde (Falsch-)Farben, manchmal erstaunliches Farbkippen zwischen für das Auge gar nicht so weit auseinander liegenden Farbwerten, usw.. Gerade das macht für mich die noch "ungezähmten" alten Foveon-Kameras so sympathisch. Sigma hat natürlich über die letzten 15 Jahre seit Markteinführung der SD9 viel daran gesetzt, mit jeder neuen Kamerageneration ein immer natürlicher anmutendes (und damit m.E. langweiligeres) Bildresultat zu erzeugen. Aber woher das mimosenhafte? Ein Bayersensor trennt bekanntlich die Grundfarben Rot, Grün und Blau durch Farbfilter über den Detektorzellen. Dadurch gibt es schon vor Auftreffen des Lichtes auf den Sensor drei sehr robust voneinander getrennte Farbkanäle, welche dann natürlich auch ein robust getrenntes elektronisches Signal zur Weiterverarbeitung erzeugen. Ganz anders beim klassischen Foveon-Sensor. Hier sind 3 Sensorelemente pro Pixelstack im Silizium übereinander angeordnet. Je tiefer Licht in das Silizium eindringt, umso mehr wird es gerötet. Ich stell mir das übrigens ganz ähnlich vor wie die Rötung der Sonne zum Sonnenuntergang (langer Weg durch die Atmosphäre, mehr Rotanteile, weniger Blau), während um die Mittagszeit, wenn die Sonne hochsteht, (kurzer Weg durch die Atmosphäre), das Licht noch "ausgeblichen vollfarbig" ist. Diese Art der Detektierung über Eindringtiefe ins Silizium führt zu Folgendem (und das wird leider fast immer falsch dargestellt. Selbst in Veröffentlichungen von Foveon/Sigma wird teilweise von Blau-Grün-Rot detektierenden Pixeln gesprochen, warum auch immer.): So schwer ist die eigentliche Wahrheit nicht: Die oberste Detektor-Schicht "sieht" noch das volle Lichtspektrum, liefert also ein Vollfarb-Signal. Eine Schicht tiefer entsteht das Signal aus einem etwas gelberen Licht, weniger Blauanteil. In der untersten Schicht ist es dann noch gelblicher, vielleicht sogar schon soweit gerötet wie die Sonne beim Untergang? Ich habe keine Ahnung, wie viel Prozent des Blaus auf den ca. 3 Mikrometern Weg durch das Silizium bis zur untersten Detektorschicht wirklich gedämpft werden. Habe mal versucht, zu diesem Thema quantitative Infos zu bekommen, was mir aber bisher nicht gelungen ist. Was ist die Folge? Es findet hier keine robuste Signaltrennung ab Foveon-Sensor statt, im Unterschied zum Bayer-Sensor. Die RGB-Farbkanäle entstehen in der Foveon-Kamera erst später als Ergebnis (ziemlich heftiger!) Verrechnungen der Signale miteinander. Dieses "Herausquetschen" von Farbinfo aus den Differenzen dreier gar nicht so sehr unterschiedlicher Signale erklärt auch zwanglos, warum Foveon-Sensoren hinsichtlich Rauschens keine High-ISO-Monster sind, warum sie keine schwindelerregenden Dynamikbereiche verarbeiten können, warum die Farbwiedergabe so ein bisschen Balance auf Messers Schneide ist, und Farbdominanten in der Beleuchtung oder auch im Motiv nicht gut verträgt.
Vielleicht erstmal soweit? Ich bin zwar allseitig interessiert und belesen, aber weder Physiker noch Techniker. Für eine eventuell etwas laienhafte bis "blumige" Ausdrucksweise bitte ich die wahren Spezialisten um Nachsicht und Entschuldigung.
Grüße vom Waldschrat!![]()
Geändert von Waldschrat (01.02.2017 um 19:42 Uhr)
Hallo Waldschrat,
vielen Dank für die sehr gut und ausführlich Erläuterung. Man sollte "alte" Dinge einfach nicht soll schnell abschreiben ;-)
Wäre sicherlich interssant den Test auch mal mit einer Sony zu machen. Ich habe zwar eine "schicke" Sony, aber keinen KB15. Aber was nicht ist kann noch werden
Grüße Roland
Jetzt weiß ich warum du so viel mit Filtern hantierst - die Eigenheiten des Foveonsensors sind der Grund. Als Nichtfoveonist habe ich mich schon gewundert, da ich selbst in erster Linie Pol-, IR- und ND-Filter in Verwendung habe. Ein paar Farbfilter (zum Teil Erbstücke vom Großvater) habe ich zwar auch, aber eher als Lückenfüller in der Schublade.Ein entscheidender Faktor war bei den Roggenfotos mal wieder, dem mimosenhaften ur-Foveon-Sensor ein möglichst ausgewogenes Spektrum
anzubieten. Die Sonne stand tief. Das Licht war gelb, viel Blau herausgestreut durch den langen Weg durch die Atmospäre (Rayleigh-Streuung).
Also notwendige Korrektur des Spektrums minus Rot, plus Blau. Ich erinnere leider nicht mehr präzise, ob "nur" ein KB6 zum Einsatz kam
(wahrscheinlich), oder sogar KB15 (für so eine starke Gegenfilterung sind die Rohdaten augenscheinlich noch zu "warm".)
Ein ordentliches KB12 besaß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wäre bei solchen Sonnenuntergangssituationen vermutlich perfekt.
Apropos "ordentliche" Farbkorrekturfilter: Zu Filmzeiten dachte ich damals noch, KB12 ist gleich KB12, egal von welchem Hersteller. Mitnichten.
Der spektrale Durchlass verschiedener Konversionsfilter mit identischer Bezeichnung unterscheidet sich dramatisch. Diverse Marken
(Hoya, Hama, usw.) sind in Kombi mit diversen Foveon-Kameras viel zu grün, und nach meinen Erfahrungen vollkommen ungeeignet.
Die Filtergläser von B+W sind wesentlich weniger grün, dafür richtig blau, und nach meinen Erfahrungen gut geeignet.
Die Unterschiede, die du bei Farbfiltern festgestellt hast, treffen aber auch bei "Nichtfarb"-Filtern zu, wenn vielleicht auch nicht in dem Ausmaß.
Gruß, André
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