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Thema: Das Für und Wider der Tiefenschärfe

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Zitat Zitat von LucisPictor Beitrag anzeigen

    Ich bin aber auch der Meinung, dass es hier kein "richtig" oder "falsch" gibt, sondern es eine Entscheidung des Fotografen ist, wie das Bild am ehesten zu seinen Vorstellungen passt.
    Das gilt prinzipiell für jedes Bild.
    Anders werte ich das jedoch im Rahmen einer klaren Aufgabenstellung.
    Die gelingt - oder auch nicht.
    Mit richtig oder falsch hat das für mich aber nichts zu tun.
    Falsch fände ich vielleicht, nicht drüber zu reden, oder nicht zu versuchen, ob nicht doch noch etwas mehr geht.

    Es gibt einen ganzen Katalog von Regeln und Massnahmen zur Bildgestaltung, und das für jedes Genre - deren Einhaltung allein natürlich noch kein gutes Bild ausmacht.

    Aber ein gezielter Bruch, bewusste Gegenentscheidung oder die grobe Einhaltung einiger solcher, und - besonders im S/W - noch eine gute Linienführung und Hell/dunkelabstufung sind aus meiner Sicht die solide Basis, wenn es nicht um Schnappschussfotografie geht.
    Intuition und Ideenreichtum ( wurde hier gezeigt) füllen das Skelett dieser Grundmassnahmen, und abschliessend dann ein kritischer Blick auf Sucher oder Scheibe...

    Jeder hat seine eigenen Ansprüche und entscheidet für sich, wieviel Einsatz ihm sein Foto wert ist.
    Gedanken machen, Kompass kaufen, Karte ausbreiten, Holz mit einbeziehen, Objekte rumschieben finde ich schon beachtlich, Anregungen aufzunehmen und einen 2.Versuch zu wagen, das zeugt von Mumm :-)

    Wie gesagt, ich finde Stilleben schwierig, und ich brauche selbst nicht selten 2 Abende ( mein Buchbild z.B.), bevor ich auslöse. Und muss auch manchmal nochmals ran, denn Theorie und Praxis sind doch verschiedene Welten...

    VG,
    Ritchie

  2. Folgender Benutzer sagt "Danke", Richard Deschain :


  3. #2
    Spitzenkommentierer Avatar von ralf3
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    Zitat Zitat von Richard Deschain Beitrag anzeigen
    Das gilt prinzipiell für jedes Bild.
    Anders werte ich das jedoch im Rahmen einer klaren Aufgabenstellung.
    Die gelingt - oder auch nicht.
    Mit richtig oder falsch hat das für mich aber nichts zu tun.
    Falsch fände ich vielleicht, nicht drüber zu reden, oder nicht zu versuchen, ob nicht doch noch etwas mehr geht.

    Es gibt einen ganzen Katalog von Regeln und Massnahmen zur Bildgestaltung, und das für jedes Genre - deren Einhaltung allein natürlich noch kein gutes Bild ausmacht.

    Aber ein gezielter Bruch, bewusste Gegenentscheidung oder die grobe Einhaltung einiger solcher, und - besonders im S/W - noch eine gute Linienführung und Hell/dunkelabstufung sind aus meiner Sicht die solide Basis, wenn es nicht um Schnappschussfotografie geht.
    Intuition und Ideenreichtum ( wurde hier gezeigt) füllen das Skelett dieser Grundmassnahmen, und abschliessend dann ein kritischer Blick auf Sucher oder Scheibe...

    Jeder hat seine eigenen Ansprüche und entscheidet für sich, wieviel Einsatz ihm sein Foto wert ist.
    Gedanken machen, Kompass kaufen, Karte ausbreiten, Holz mit einbeziehen, Objekte rumschieben finde ich schon beachtlich, Anregungen aufzunehmen und einen 2.Versuch zu wagen, das zeugt von Mumm :-)

    Wie gesagt, ich finde Stilleben schwierig, und ich brauche selbst nicht selten 2 Abende ( mein Buchbild z.B.), bevor ich auslöse. Und muss auch manchmal nochmals ran, denn Theorie und Praxis sind doch verschiedene Welten...

    VG,
    Ritchie
    Ich glaube nicht, dass meine Ansprüche an ein Bild so hoch sind wie deine. Auch kenne ich nicht viele Regeln zur Bildgestaltung. Bei mir geschieht das eher aus dem Bauch heraus. In diesem Fall hatte ich zwar eine Vorstellung, wie ich mein Bild aufbauen will, aber über Regeln habe ich mir keine Gedanken gemacht. Durch die vielen Anregungen in diesem Thread bin ich aber sozusagen "gezwungen" mir ein paar Gedanken zu machen , was ich durchaus positiv sehe. Zumal einige dieser Anregungen vielleicht wirklich zu einem besseren Bild führt. Das werde ich an einem der nächsten Wochenenden mal ausprobieren.
    Aber generell gestalte ich meine Bilder im Sucher der Kamera. Wenn ich die Möglichkeit habe, und das ist bei Stillleben ja meist der Fall, dann schiebe ich die Gegenstände so lange hin und her bis im Sucher ein für mich stimmiges Bild entsteht. Dann löse ich aus. Anschließend machen ich dann meist noch eine Reihe Variationen dieses Bildes oder arrangiere noch einmal ganz neu und hoffe, dass am Ende ein gutes Bild heraus kommt. Das liegt mir mehr, als alles im Vorraus durchzuplanen.

  4. #3
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Schöner Thread...

    Solche arrangierten Still Aufnahmen leben von den Symboliken im Bild.

    Der Kompass und die Wanderkarte lenken schon deutlich auf eine Wanderpause hin. Statt der Kamera hätte da auch ein "Pausen-Brot" liegen können, um die Rast zu verdeutlichen.
    Die abgelegte Kamera deutet aber auch so hinreichend auf die "Pause" hin... denn nur dann legt man die Kamera beiseite.
    Das die Kamera nun in den Fokus gerückt wird, erzeugt das Gefühl der Ruhe und Entschleunigung - eben eine Pause, die einem Analogfotografen damit vermittelt wird... also in dem Bild aus meiner Betrachter - Sicht alles "stimmig".

    Bei derartigen Aufnahmen sollte - und das ist hier gelungen - immer durch geeignete Auswahl eben einer symbolhaften Deko (so nenne ich es mal), verssucht werden einen "Assoziations-Zusammenhang" herzustellen, ohne ein Bild mit ihnen zu "überfrachten"...

    Oft reichen zwei oder drei Elemente, die in dem Betrachter sofort und unmittelbar die gewünschten Assoziationen hervorrufen. Es ist quasi die "Einstimmung"

    Das i-Tüpfelchen ist dann die Hinleitung auf den bildwichtigsten Gegenstand der Szene, quasi das "Leitmotiv"... fördernd sind hier das Spiel mit der Unschärfe-.
    Alternativ hättest Du hier auch eine Variation Deines Bildgedankens, über die Steuerung des Lichtes erreicht, um diese "Fokussierung" des Betrachterauges auf die Kamera zu lenken, ohne den Zusammenhang mit Kompass und Karte zu verlieren.

    Ein paar grundsätzliche Gestaltungsmittel sind zunächst zwei allgemein bekannte Techniken... die Highkey und Lowkey - Technik, Schärfe und Unschärfeverläufe und Lichtführung auf die Hauptbestandteile um diese ein wenig stärker aus einer Szene heraus zu heben.

    Wie gesagt, eine tolle Idee, hier im DCC mal eigene Bild - Ideen zu zeigen und zu besprechen.. ein "gefühlt guter Grund", bei zunehmender Beteiligung und Vorstellung solcher gestalteten Szenen dafür eine eigene "Ecke" einzurichten, wo man sich genau über diese Gestaltungsfragen und grundlegenden Gedanken austauschen kann.

    Weiter so...

    LG
    Henry
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  5. 2 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  6. #4
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    Zitat Zitat von ralf3 Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass meine Ansprüche an ein Bild so hoch sind wie deine. Auch kenne ich nicht viele Regeln zur Bildgestaltung.
    Aber generell gestalte ich meine Bilder im Sucher der Kamera. Das liegt mir mehr, als alles im Vorraus durchzuplanen.
    Na ja, ich finde schon, dass Du im Voraus geplant hast und dass Du Ansprüche hast.
    Aber klar, jeder hat seine Vorgehensweise, und ich verausgabe mich nun auch nicht immer und bei jedem Bild.
    Das mit dem Hinundherschieben kenne ich auch, das ist nebenan auch mal genauer nachzulesen...

    Die "Regeln", die nenn ich mal Gestaltungshilfen.
    Je mehr ich kenne, desto grösser scheint mir die Wahrscheinlichkeit, "Fehler" zu vermeiden.
    Dogmatisch danach richten tu ich mich aber auch nicht, und auch bei mir entscheidet der finale Sucherblick.

    Interessant finde ich jetzt, dass Henry hier klar die Pausensituation erkannte - mir waren die Zusammenhänge überhaupt nicht offensichtlich.
    Zuerst dachte ich sogar an nautische Utensilien...
    Ok, er wandert wahrscheinlich öfter als ich :-)
    Soviel zur Wirkung auf den einzelnen Betrachter, und wieviel Wert man als Fotograf auf Urteile Dritter legen sollte.

    ""Anschließend machen ich dann meist noch eine Reihe Variationen dieses Bildes""

    Warum auch nicht?
    Das hat schon jeder Profi immer so gehalten, früher wurde dazu auch Polaroid genutzt, und schön, dass wir das heute so unkompliziert handhaben können.
    Mein Filmzeugs ist aber inzwischen ganz schön teuer, daraus ergibt sich für mich die Notwendigkeit, genauer hinzuschauen und dann idealerweise nur einmal auszulösen.
    Deswegen bin ich momentan so an digitaler Vorauswahl (Vorschaubilder) interessiert.

    VG,
    Ritchie

  7. 2 Benutzer sagen "Danke", Richard Deschain :


  8. #5
    Moderator Avatar von Padiej
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    Standard Tolle Bildidee und gute Fragestellung

    Mir gefällt das F11-Bild besser.
    Die B&W Umsetzung erlaubt meiner Meinung nach diese Tiefenschärfe, bzw. gewinnt dadurch.
    LG PETER (Freund manueller Objektive)
    Sony A7 & A7 IV, A77II, Nex5n, Panasonc FZ1000 & LX7,
    Fuji S2pro & S9600

    Objektive von 14mm - 500mm (auch mit Autofokus)
    https://www.flickr.com/photos/asahitak/

  9. Folgender Benutzer sagt "Danke", Padiej :


  10. #6
    Teilzeit-Mod. ;) Avatar von LucisPictor
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    Zitat Zitat von Richard Deschain Beitrag anzeigen
    Das gilt prinzipiell für jedes Bild.
    Anders werte ich das jedoch im Rahmen einer klaren Aufgabenstellung.
    Die gelingt - oder auch nicht.
    Richtig. Allerdings ist "Stillleben" nicht wirklich eine "klare Aufgabenstellung". Ein Stillleben kann vieles sein und auch auf unterschiedliche Weise gestaltet werden. Extrem knappe Schärfentiefe gehört da meist nicht dazu, da das Genre ja aus der Malerei stammt und nur selten mir extrem knapper Schärfentiefe gemalt wurde.
    Was ich damit sagen will, ein Stillleben wie dieses kann mit Blende f5.6, f11 oder f22 aufgenommen werden. Das hängt auch davon ab, wie der Hintergrund aussieht usw...
    Carsten, berufsbedingt immer mal wieder auf Forum-Pause. In grün schreibe ich als Mod.
    ​Leica, Sony, Nikon, Fuji, Olympus, Pentax, Panasonic, Canon, Sigma und viel zu viele Linsen sowie andere digitale und analoge Kameras.
    >> Einführung | Meine "Uralt" (Stand 2015) Linsenliste | Noch eine Linsenliste | RetroCamera.de (Blog) | Altglasphase : 10
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  11. 3 Benutzer sagen "Danke", LucisPictor :


  12. #7
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von LucisPictor Beitrag anzeigen
    Richtig. Allerdings ist "Stillleben" nicht wirklich eine "klare Aufgabenstellung". Ein Stillleben kann vieles sein und auch auf unterschiedliche Weise gestaltet werden. Extrem knappe Schärfentiefe gehört da meist nicht dazu, da das Genre ja aus der Malerei stammt und nur selten mir extrem knapper Schärfentiefe gemalt wurde.
    Was ich damit sagen will, ein Stillleben wie dieses kann mit Blende f5.6, f11 oder f22 aufgenommen werden. Das hängt auch davon ab, wie der Hintergrund aussieht usw...
    Kann aber auch ganz anders sein, denn gerade im fotografischen ist es ein "starkes Gestaltungsmittel"...

    Ich erlaube mir mal, ein uraltes Bild zur Untermalung hier in den Thread mit einzubinden, das exakt zeigt bzw. in die Richtung lenkt die mit diesem Gestaltungsmittel beabsichtigt ist...

    Es geht hier um die bewußt extrem knapp gehaltene Textzeile,

    Gill sei es.... Gill verzehre sie sich...

    Ein Auszug aus einem Buch, in dem es um erotische/sexuelle Leidenschaften und nahenden Tod/Unglück ging...

    Die Perlenkette als typisch weibliches Accessoir - verbunden mit der schwarzen Rose, die als Symbol für Drohung und nahendes Unglück steht.

    Die Accesoirs in Verbindung mit dem "Textauszug" dienten hier für eine Visualisierung des Buchthemas...



    Gerade der Textzeilen-Auszug "vor Gill verzehre sie sich.... " gibt hier den Hinweis auf die "Leidenschaft, Liebe und Begierde wieder, während die schwarze Rose das düstere Element darstellt, dass
    genau die geheimnissvoll düstere Zukunft symbolisiert.

    Das rote Seitenband gibt hier den Hinweis auf ein Buch und nicht irgend ein beliebiges Blatt Papier...

    Stills sind immer eine Bilder, die Versuchen, durch typische Deko Elemente einen Assoziativen Zusammenhang herzustellen (entschuldigt den "bekloppten Rahmen" drumherum (hätte ich damals anders gemacht, sollte aber so gemacht werden...

    Und sorry an Ralph3, das ich mit diesem Bild in seinen Thread "reinplatze", aber da es hier um Schärfentiefe als Gestaltungsmittel ging, dachte ich mir, es wäre gut auch an einem anderen Bild zu zeigen, wie man es gut einsetzen kann.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (25.02.2015 um 20:31 Uhr)
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  13. 7 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  14. #8
    Spitzenkommentierer Avatar von ralf3
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    Ich bin begeistert, wie sich der Thread entwickelt hat! Du brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen, dass du ihn mit deinen Bildern Kommentaren bereicherst!

  15. #9
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    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    Stills sind immer Bilder, die Versuchen, durch typische Deko Elemente einen Assoziativen Zusammenhang herzustellen
    Historisch betrachtet würde ich dem voll zustimmen, heute jedoch verstehe ich ein Stilleben grundsätzlich zunächst als geschicktes Arrangement, fast egal von welchen Objekten, welches auch gerne auf jegliche Symbolik verzichten darf.
    Die verwendeten Utensilien sind dann themenbezogen, nicht aber typisch.

    Das wir uns aber regelmässig dieser symbolträchtigen Elemente bedienen, zeigt deutlich unsere tiefe Verwurzelung in der abendländlichen Kultur - es ist uns meist überhaupt nicht bewusst, wie stark unser Verhalten, unser Denken und unsere Sprache mehr als nur rudimentär mittelalterliche Kirchendoktrine wiederspiegeln.
    Aber freitags gibts nun mal Fisch :-)

    Ein gewisser assoziativer Zusammenhang zwischen den Objekten sollte vermutlich immer bestehen, weil sonst womöglich das Thema nicht vermittelt werden kann und eine inhaltliche Struktur fehlt..

    Den klassischen Apfel in der Schale brauchen wir heute nicht mehr.
    Obwohl es reizvoll sein kann, solche gewohnten und bekannten Ansichten einmal nachzustellen, u.a. schon deswegen, weil sich schnell zeigt, wie schwierig "ein Apfel und eine Schale" sein kann, um vernünftig zu wirken.

    Typisch ist für mich im heutigen Still eigentlich gar nichts einzusetzen, es sei denn - man will eine Brücke schlagen und wieder auf historischen Pfaden wandeln, wo nicht bloss die eingesetzten "Dekoelemente", sondern sogar deren genaue Ausrichtung im Bild eine starke Bedeutung hatten.
    Messerspitze nach oben, Messerspitze nach unten (Himmel, Hölle) und ähnliche Stilmittel.

    Andererseits sind natürlich Arrangements eines Künstlers oft typisch in seinem eigenen Stil gehalten, also unverwechselbar, mit hohem Wiedererkennungswert.

    Ich folge mal aufgrund Ralphs Begeisterung für die hiesige Entwicklung Deinem Beispiel und erlaube mir, einen Meister der Komposition vorzustellen, der neben seinen fantastischen Stilleben auch noch fürchterlich nett ist und in Foren sehr geduldig Erklärungen zu Bildaufbau und Lichtsetzung liefert - und trotzdem irgendwie unerreicht bleibt. Christopher Broadbent :
    https://www.google.de/search?q=chris...KqnvywPNt4H4Dg

    Unscharf ist in den meisten seiner Bilder übrigens nur der Hintergrund gehalten, es wird also das Arrangement als Ganzes betont, keine Einzelelemente hervorgehoben.
    Typisch scheint mir bei Ihm allerdings auch der Hang, stets auf das Vergängliche hinzuweisen, wie es ja dem Memento Mori eigen ist.

    VG,
    Ritchie
    Geändert von hinnerker (25.02.2015 um 20:30 Uhr)

  16. #10
    Spitzenkommentierer Avatar von EdwinDrix
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    von der Bildwirkung her gefällt mir das 1.4er Bild besser. Es ist spannender aber gleichzeitig auch ruhiger,
    da nicht mehr soviel vom Motiv ablenkt.
    Hätte ich aber nur das Bild mit mit Blende 11 gesehen, hätte es mir auch schon sehr gut gefallen.

    Ob "Stillleben" durchgezeichnet sein müssen oder nicht finde ich völlig egal und sollte es Regeln geben,
    dann macht das Brechen der Regeln doch noch am meisten Spass. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

    Von daher würde ich immer rein subjektiv wählen was mir am besten gefällt.

    Ed.

    P.S.: tolle Kamera, eine echte Schönheit.

  17. 2 Benutzer sagen "Danke", EdwinDrix :


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