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Thema: Voigtländer Zoomar f2,8 36-82mm

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Da ich nun selbst zu so einem Zoomar gekommen bin, kann ich mir auch eher eine Meinung bilden.

    Das Zoomar kann selbstredend nicht mit modernen Entwicklungen mithalten, aber es ist viel besser, als es hier in den hier gezeigten Bildern zu sein scheint

    Dieser Thread basiert bislang auf einer Menge Unkenntnis der Zusammenhänge rund um das Zoomar und unzweifelhaft auch den "fotografischen" Möglichkeiten des TO.

    Dies beginnt bei Nahaufnahmen, die bei Zoomar eigene Zusatzlinsen erfordern, die hier überhaupt nicht erwähnt wurden. Es handelt sich um die Focare A und B in 95mm Durchmesser, die für Arbeitsabstände von 1.01 m bis hinunter zu 53 cm benutzt werden sollen (Focar A).

    Das Focar B deckt den Bereich von 50cm bis 34,5cm ab und die Kombination von Focar A und Focar B reicht von 33cm bis hinunter zu 25,6 cm.

    -------

    Damit man das Zoomar etwas besser versteht, gestatte ich mir, mal den komplette Liefer-Umfang eines Voigtländer Zoomar 2.8/36-82mm im Bild zu zeigen und zu beschreiben.

    All seine zum Arbeiten vorgesehenen Zubehöre wurden hier im Thread bisher leider mit keinem Wort erwähnt, gleichwohl aber wurden Vergleiche im extremen Nahbereich angestellt - gedruckte Zeitungsseiten - in dem das Zoomar und dann gegen ein anderes, moderneres Objektiv "antreten" mußte, ohne die Vorgaben des Herstellers für die Nutzung des Zubehörs einzuhalten, geschweige sie überhaupt zu kennen oder gelesen zu haben.

    Ich werde gleich genauer erläutern, wie das mit dem 'Einsatz' des Zoomar von Voigtländer eigentlich mal gedacht war !!!

    Name:  Totale.jpg
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    Ultramatic CS mit Zoomar, Focar A und Focar B, UV Filter und Gelbfilter vor dem Lederköcher, der die Kamera und Zubehörteile aufnehmen soll, zeig ich noch.
    Dann folgt ganz noch die Klemmring - Reduzierung und die Gummistreulichtblende, die - wie die Filter und Nahlinsen - in diese Klemmring - Reduzierung eingeschraubt werden sollen.

    Packen wir einmal ein komplettes Zoomar aus seinem Köcher aus und gucken was da zum Lieferumfang gehörte und gepackt wird:

    Name:  filterfaecher3-mit-Kamera.jpg
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Größe:  196,4 KB

    Zunächst gehört - wichtig - zum Zoomar die Bedienungsanleitung und der Schärfentieferechner. Der lederne Köcher ist quasi gedacht als "Case" für die Kamera und das komplette Zoomar Zubehör.

    Die Stauräume:

    Name:  filterfaecher2.jpg
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    In diesen Stauräumen können - neben der Kamera nebst Objektiv - die Nahlinsen, Filter und die Streulichtblende transportiert werden.

    Name:  filterfaecher.jpg
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    Desweiteren befindet sich auf der Rückseite des Leder-Case ein weiteres, abnehmbares (3 Druckknöpfe) Leder-Etui, in dem die Streulichtblende und der Reduzierring untergebracht sind.

    Name:  streulifachnah.jpg
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    Hier ein bißchen was aus der Bedienungsanleitung... zunächst zur Packordnung!

    Name:  kamera-und-zoomar-in-case.jpg
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    Hier nun ein Auszug aus der Bedienungsanleitung zum Zoomar für die Nahlinsen Focar A und Focar B, damit klar wird, das es eben nicht reicht, das Zoomar in einem nicht dafür vorgesehenen Nahbereich zu betreiben und mit der
    Kernaussage zu hantieren, es würde im Nahbereich mit moderneren Objektiven nicht mithalten...

    Es muss schon gewährleistet sein, ein Objektiv nicht abseits der Vorgaben seiner Schöpfer zu betreiben, denn die haben sich etwas dabei gedacht, was die nachfolgende Seite aus der Bedienungsanleitung verdeutlichen mag.

    Name:  einsatzbereich-focare-aus-bedienungsanleitung.jpg
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    Die Befestigung der Focar A und B Nahlinsen geschieht über die Klemmfassung. In diese Klemmfassung werden die Filter und Nahlinsen eingeschraubt.
    Zur Verdeutlichung hab ich das mal mit einem Gelbfilter gemacht, weil sich das besser abhebt und zeigen läßt...

    Name:  Zoomarzubehoer.jpg
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    Klemmfassung heißt dieser Ring, weil er am Zoomar mittels einer Rändelschraube an der Objektiv - Fassung festgeklemmt wird...

    Name:  ultrazoomarfocareab.jpg
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    Alternativ oder ergänzend kann die Streulichtblende an diesen Klemmring/Filter/Nahlinseaufbau geschraubt werden.

    Name:  streulichtblende-angesetzt2.jpg
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    Und ein Schema aus der Bedienungsanleitung, das dies verdeutlicht...

    Name:  schema-zubehoer.jpg
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Größe:  224,8 KB

    Hier nun ein paar Bildbeispiele des Zoomars im Nahbereich mit den entsprechend dafür vorgesehenen Focar Nahlinsen, die letztlich auch die Fehler mit ausgleichen sollen... weglassen wie bei unseren heutzutage gewohnten Objektiven ist bei den DKL Linsen keine Lösung.

    Nimmt man - wie vorgesehen - die Focar Nahlinsen zu Hilfe, ergeben sich offen und leicht abgeblendet schon gut brauchbare Bilder...

    Zoomar 2.8/36-82mm an der Sony A7 mit indirektem Deckenblitz beleuchtet, f 3.5


    Name:  Zoomar-mit-Focar-A.jpg
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    Und ein Crop aus dem Bild auf den fokussierten Zentralbereich...

    Name:  Zoomar-mit-Focar-A_crop.jpg
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    Zusammen mit der Focar Nahlinse neigt es in einigen Bereichen und unter ungünstigen Umständen zu kissenförmiger Verzeichnung im Nahbereich...
    was nachfolgendes Bild mit den nach innen gewölbten vertikalen Linien verdeutlicht.

    Name:  kissenförmige-Verzeichnung-mit-Focar-A.jpg
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Größe:  342,4 KB

    Ein weiteres, in Zeiten der digitalen Bildbearbeitung aber "verschmerzbares" Problem besteht in den unverkennbaren CAs an weißen Kontrast-Grenzflächen, die das Objektiv zu den Rändern des KB Sensors erzeugt.
    Bevorzugt ist hier der blaue Farbkanal, der sich aber auch ganz hervorragend im PS in der Sättigung zurücknehmen läßt.

    Name:  blausaum-focar-a.jpg
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    und ein korrigierte Crop...

    Name:  blausaum-focar-a_crop-entfernt.jpg
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Größe:  300,6 KB

    Bislang ergibt sich eigentlich eine eindeutig besser Bewertung als das, was hier bislang geschrieben steht und ich werde es die Tage noch genauer überprüfen.

    Bitte achtet darauf, bevor ein Objektiv "zerrissen" wird, das es letzlich nachher nicht der Fotograf und die Herangehensweise an so altes und traditionsträchtiges Gerät sowie seine fehlerhafte Bedienung wird,
    die zu einem solchen falschen Fazit führt.

    Bei dem im ersten Beispiel des Eingangsposting gezeigte Zoomar und der Bilder scheint es mir eher am Fotografen und der "Aufgeregtheit" in Sachen "Neuerwerbung" - gepaart mit einer schlecht für das manuelle Fokussieren geeigneten Kamera gelegen zu haben, dass so ein Fazit dabei heraus kommt.

    Das Zoomar erscheint mir deutlich besser zu sein, als das was bisher gezeigt wurde.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (07.12.2014 um 23:37 Uhr)
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..


  2. #2
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    Das ist natürlich ein wirklich erlesenes Exemplar, das Henry da an Land gezogen hat.

    Inzwischen habe ich das Zoomar immer wieder einmal benutzt und in der Tat, die Bilder werden mit zunehmender Erfahrung besser. Allerdings nicht wirklich "knackscharf" und ich vermute, dass das Glas irgendwann etwas abbekommen hat, denn nach wie vor liegt der Focusring nicht mal in der Nähe der eingestellten Entfernung. Den gleichen Fehler konnte ich unlängst bei einem Pentacon 4/200 beheben, vielleicht gelingt mir das auch bei dem Zoomar. Ich bleibe jedenfalls dran an dem Thema, denn "hergeben" ist bei dieser Scherbe keine Option.

  3. #3
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von ntech Beitrag anzeigen
    Das ist natürlich ein wirklich erlesenes Exemplar, das Henry da an Land gezogen hat.

    Inzwischen habe ich das Zoomar immer wieder einmal benutzt und in der Tat, die Bilder werden mit zunehmender Erfahrung besser. Allerdings nicht wirklich "knackscharf" und ich vermute, dass das Glas irgendwann etwas abbekommen hat, denn nach wie vor liegt der Focusring nicht mal in der Nähe der eingestellten Entfernung. Den gleichen Fehler konnte ich unlängst bei einem Pentacon 4/200 beheben, vielleicht gelingt mir das auch bei dem Zoomar. Ich bleibe jedenfalls dran an dem Thema, denn "hergeben" ist bei dieser Scherbe keine Option.
    "Knackscharf" wird es bei dem Zoomar vermutlich auch niemals geben, denn es ist immerhin ein altes, historisch zu nennendes Objektiv.... das erste dieser Gummilinsen genannten Bauart überhaupt.

    Bei vielen dieser "uralten" Objektive sollte man deshalb keinesfalls die Erwartungen hegen, die Leistungen heutiger Objektive zu bekommen, die - wie Helge es schon treffend formulierte - 1980 und später möglich waren.
    Dies gilt für viele festbrennweitigen Objektive auch... so zum Beispiel das Meyer Görlitz Primoplan oder andere, die zum Teil schon in den 30er Jahren und früher im Grundschema entwickelt wurden.
    Erst der Einsatz der "Rechenknechte" die wir heute Computer nennen, ermöglichte überhaupt erst derart ausgezeichnete Zoom-Objektive.

    Nicht vergessen darf man beim Zoomar auch, dass das überwiegend genutzte Aufnahmemedium zu der Zeit der SW Film war. Farbfilme gab es zwar schon länger, aber die Farbentwicklung und Abzüge kosteten richtig Geld, so dass die meisten Fotos zu der Zeit wohl noch in SW gemacht wurden.

    Damit fielen auch die CAs natürlich nicht derart ins Gewicht, wie wir es heut erleben, wenn wir so ein Objektiv "mal kurz" an die Digitalkamera "hängen".

    Aus diesem Grunde muss man solch "historischen" Objektive auch immer im Zusammenhang mit dem Stand der Entwicklungsgeschichte und der damit zusammenhängenden Jahreszahl sehen.
    Einen Vergleich mit modernen Rechnungen kann der "Ur-Großvater" der Zoom-Objektive logischerweise nicht gewinnen, ebensowenig wie ein VW Käfer sich heut nicht mit einem Passat oder Golf vergleichen läßt.
    Wer sich für ein Zoomar interessiert, macht das in der Regel aus Anerkenntnis für die historische Entwicklung der ersten Gummi-Linse, aber nicht weil davon heut überragende Leistungen zu erwarten wären.
    Es ist ein Stück "Geschichte" der Objektivtechnik und Optik.

    Mir macht es einfach Spaß, so ein "altehrwürdiges" Glas in Händen zu halten und es stückchenweise zu entdecken. Dafür sollte man sich - wie Du zurecht anmerkst - Zeit nehmen.
    Die aus der Altglas - Testerei schnell herbeigeführten Einschätzungen, die man so macht, treffen in eben dieser Schnelligkeit zwar zu und lassen ein Objektiv ebenso schnell in eine "Schublade" für den niedrigen Gebrauchswert versinken,
    jedoch tut man vielen Objektiven damit unrecht.

    Bei meinem Angenieux Zoom 2.5-3.3/35-70mm hat es auch erst eine ganze Weile gedauert, bis ich wußte, wie es behandelt und eingesetzt werden will. Mit diesen alten Objektiven muss man sich sehr viel Zeit nehmen und statt mit hohen Erwartungen an sie heranzugehen, eher andersherum ausloten, was mit ihnen geht und was noch nicht vor ihrem historischen Entwicklungs-Hintergrund.

    Das bringt einen selbst zu einer objektiveren Einschätzung der Tauglichkeit für den Einsatzzweck oder eben dann das gute Stück in die Sammler-Vitrine.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (10.12.2014 um 11:23 Uhr)
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

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  5. #4
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    Ich bin sehr gespannt auf weitere Ergebnisse, vor allem jenseits des Nahbereichs und bei Tageslicht.

    Wie schon irgendwo vorher in diesem Thread geschrieben: Ich hatte mal die Gelegenheit, ein solches Zoomar kurz an meine Kamera zu hängen und war nicht gerade angetan von dem was ich auf dem LiveView sehen konnte. Entweder habe ich nicht mal den Auslöser betätigt oder die Bilder gleich nach dem Betrachten auf dem Computer wieder gelöscht. Ich habe jedenfalls eine deutlich störende Verzeichnung am kurzen Ende und ziemlich ausgeprägte Quer-CAs sowie ein eher kontrastarmes Gesamtbild in Erinnerung.

    Es mag daran gelegen haben, dass ich mit der Einstellung an das Objektiv heran gegangen bin, dass es sich um ein für diesen Brennweitenbereich fotografisch taugliches Werkzeug handelt, so wie das mit Festbrennweiten aus dieser Zeit oder Zooms aus den 80er Jahren ja durchaus häufig der Fall ist. Wenn man mit der Einstellung herangeht, dass es sich um einen Meilenstein der optischen Entwicklung handelt und daher um ein spannendes Sammlerstück (was beides zweifelsohne der Fall ist), dann betrachtet man die Dinge sicher anders.

  6. #5
    Kennt sich aus
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    Daumen hoch Zoomar

    "Dies beginnt bei Nahaufnahmen, die bei Zoomar eigene Zusatzlinsen erfordern, die hier überhaupt nicht erwähnt wurden. Es handelt sich um die Focare A und B in 95mm Durchmesser, die für Arbeitsabstände von 1.01 m bis hinunter zu 53 cm benutzt werden sollen (Focar A).

    "Das Focar B deckt den Bereich von 50cm bis 34,5cm ab und die Kombination von Focar A und Focar B reicht von 33cm bis hinunter zu 25,6 cm.

    All seine zum Arbeiten vorgesehenen Zubehöre wurden hier im Thread bisher leider mit keinem Wort erwähnt, gleichwohl aber wurden Vergleiche im extremen Nahbereich angestellt - gedruckte Zeitungsseiten - in dem das Zoomar und dann gegen ein anderes, moderneres Objektiv "antreten" mußte, ohne die Vorgaben des Herstellers für die Nutzung des Zubehörs einzuhalten,

    --geschweige sie überhaupt zu kennen oder gelesen zu haben--?????????????????????????????????????????????????? ?????????." wer weiß schon wer was kennt oder gelesen hat?


    Hallo,
    bei meinem unwissenschaftlichen Vergleich war der Entfernungsabstand 1,5m, also ein Bereich in dem das Zoomar ohne Focare spezifiziert ist. Vielleicht ist durch den Olympus-Crop-Faktor der Eindruck aufgekommen, dass der Abstand viel kleiner gewesen wäre. Das Ergebnis ist so wie es ist - zumindest mit meinen beiden Objektiven. Wer Zeitungsseiten abfotografieren will und dabei den Text möglichst genau lesen will, ist mit dem Nikon besser bedient. Wer Freude an einem Meilenstein der Technik haben will, hat sicher mit dem Zoomar großen Spaß. Bilder machen, abseits von Zeitungsseiten, kann man grundsätzlich mit beiden - bei mir leider nicht mit der Ultramatic, sondern nur mit diversen Bessamatics.
    Gut Licht!
    Ulrich

  7. #6
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Gestern hatten wir "einigermaßen" brauchbare Fotobedingungen... die Sonne zeigte sich sporadisch und meine Enkelkinder drängten auf einen Tierparkbesuch.
    Gute Gelegenheit, das Zoomar einzupacken und ein paar Fotos zu schießen...

    Beginnen wir einmal mit dem wohl größten Problem dieses ersten Zooms weltweit... seine kissenförmige Verzeichnung.
    Hier mal gezeigt an der Einzäunung... alle nachfolgenden Bilder entstanden an der Sony A7 im KB Modus...

    Name:  kissenverzerrung.jpg
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Größe:  341,1 KB

    Wie Helge bereits ausführte, wirklich sehr "heftige" Verzeichnungen an allen Eckenbereichen...

    Benutzer von Photoshop sind aber schnell "durch" mit dem Thema, weil sich mit wenigen Mausklicks diese Verzerrungen über den "Objektivfilter" in CS3 gut entfernen lassen .

    Name:  kissenverzerrung_entfernt.jpg
Hits: 696
Größe:  339,0 KB

    Abseits von dieser allgegenwärtigen Verzeichnung und den zu den Rändern hin deutlich zunehmenden Quer-CAs, kann man dieses Zoomar mit ein wenig Bildbearbeitung aber doch zufriedenstellend einsetzen, was die
    nachfolgenden Bilder verdeutlichen mögen...

    Name:  affe-futter.jpg
Hits: 699
Größe:  298,9 KB

    Name:  alpaca-dunkel.jpg
Hits: 684
Größe:  363,1 KB

    Name:  alpaca.jpg
Hits: 714
Größe:  350,8 KB

    Name:  kids.jpg
Hits: 714
Größe:  302,8 KB

    Die Quer CAs umschifft man bei diesem Zoom dadurch, dass man auf SW zurückschaltet, so wie es wohl überwiegend damals noch genutzt wurde, als dieses Zoom auf den Markt kam.
    Wie ich finde, lassen sich damit sehr ansprechende Ergebnisse erzielen, man sollte aber schon dran denken, dass die meisten Motive seinerzeit mittig angeordnet wurden...
    Dies schon deshalb, weil die Schnittbild und Mikroprismen-Einstellhilfen eben auch mittig angeordnet waren...
    Dementsprechend wenige aussermittige Sujets wurden aufgenommen...

    Name:  hotten1.jpg
Hits: 705
Größe:  233,3 KB

    Name:  hotten2.jpg
Hits: 708
Größe:  247,5 KB

    Wie ich finde, eine zumindest noch akzeptable Leistung für ein so altes Objektiv.

    Wichtig ist in jedem Falle, nachträglich die Verzeichniskorrekturen durchführen zu können, aussermittige Sujets zu meiden und stets mit der Sonne im Rücken zu fotografieren.
    An einer Cropkamera dürften auch die meisten der CA und Verzeichnungs- Probleme deutlich geringer ausfallen, als am hier gezeigten KB Sensor.

    Für das allererste Zoom weltweit finde ich die Ergebnisse, die man - gerade heute mit den Nachbearbeitungsmöglichkeiten - erzielen kann, durchaus noch akzeptabel.
    Und man muss sich klarmachen, das dies ein Zoomobjektiv mit einer durchgängigen Lichtstärke von bereits 2.8 !!! war.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (15.12.2014 um 15:46 Uhr)
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  8. 9 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  9. #7
    Teilzeit-Mod. ;) Avatar von LucisPictor
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    Whoa! Die Verzeichnung ist ja mal "krass" (würden meine Schüler sagen).
    Carsten, berufsbedingt immer mal wieder auf Forum-Pause. In grün schreibe ich als Mod.
    ​Leica, Sony, Nikon, Fuji, Olympus, Pentax, Panasonic, Canon, Sigma und viel zu viele Linsen sowie andere digitale und analoge Kameras.
    >> Einführung | Meine "Uralt" (Stand 2015) Linsenliste | Noch eine Linsenliste | RetroCamera.de (Blog) | Altglasphase : 10
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  10. #8
    Förderndes Mitglied Avatar von Helge
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    Ich bin erleichtert, dass mich meine Erinnerung doch nicht ganz im Stich gelassen hat. Genau so wie es die Bilder zeigen, habe ich Verzeichnung und Quer-CAs in Erinnerung. Dass man beides mit nachträglicher Bearbeitung bzw. SW-Modus weitestgehend beheben kann, hat ja erst mal nichts mit der Qualität des Objektivs zu tun, die nach heutigen Maßstäben und selbst im Vergleich zu 80er-Jahre Zooms - darin sehe ich mich bestätigt - sehr bescheiden ist.

    Dass man natürlich trotzdem gute Fotos auch mit einem solchen Objektiv machen kann, steht außer Frage ebenso wie die technische Meisterleistung und Pioniertat, nur mit Hilfe von Zeichenstift und Rechenschieber ein solches Zoom mit durchgehender Lichtstärke f/2.8 zu konstruieren.

  11. #9
    Spitzenkommentierer Avatar von Anthracite
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    Eben gefunden:
    ePhotozine hat sich den Spaß gemacht, das Zoomar einmal nach modernen Kriterien zu testen.
    ePhotozine-Test

    Ergebnis:
    Ein Schmuckstück für Sammler. Vom Preis-Leistungsverhältnis gibt es bei modernen Zooms wesentlich Besseres.

    Ich denke, der Thread hier liefert dasselbe Ergebnis (nur ohne Messwerte).

    (Beim Zoomar kommt natürlich hinzu, dass auf Grund der historischen Bedeutung das Objektiv einen guten Sammlerwert hat, was zu relativ hohen Preisen führt und sich schlecht auf das Preis-Leistungsverhältnis auswirkt. Ansonsten kriegt man alte Zooms ja hinterhergeschmissen.)

  12. 3 Benutzer sagen "Danke", Anthracite :


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