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Thema: Frage zu altem Blitz an der Sony A7R

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    DCC Admin Avatar von klein_Adlerauge
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    Hallo Eludos,
    hatte mir schon gedacht, dass da vielleicht noch etwas durcheinandergeht, daher auch meine Nachfrage. Wie Henry schon erklärt hat, ist immer die Frage, was die Belichtung ausmacht: Die Verschlusszeit und damit das die ganze Zeit anwesende Umgebungslicht, oder das Blitzlicht, oder beides.

    Gehen wir mal von dem von Dir beschriebenen Fall des „Einfrierens“ von Bewegungen aus. Hier musst Du sehr kurze Belichtungszeiten erreichen. Du kannst bei ausreichend Licht sowas natürlich einfach mit einer sehr kurzen Verschlusszeit erreichen, z.B. 1/2000 sec. nehmen, um an einem Wasserfall die Tropen in der Luft einzufrieren. Oft ist dazu eine recht offene Blende erforderlich und / oder höheres ISO. Nachteile: Geringe Tiefenschärfe und / oder Bildrauschen.

    Ein weiterer Nachteil kann Prinzip bedingt im Schlitzverschluss moderner Kameras liegen: Dieser besteht aus zwei Vorhängen. Bei Belichtungszeiten länger als 1/250sec (je nach Kameramodell auch 1/200 oder 1/160) fährt zunächst der erste Vorhang auf, der Chip wird belichtet. Dann fährt der zweite Vorhang zu, Chip wieder dunkel, Bild wird ausgelesen. Diese Vorhangsmechanik ist allerdings nicht beliebig schnell. Wenn es schneller als 1/250s gehen soll, so fährt der erste Vorhang auf und noch während er über den Chip huscht, wird schon der Schließvorhang hinterhergeschickt. So entsteht ein Lichtschlitz, der jeden Teil des Chips mit der gewünschten Belichtungszeit belichtet, z.B. 1/2000s. Nachteil kann sein, dass bei sehr schnellen Bewegungen des Objektes diese im Verlauf des Schlitzes mit dargestellt werden, also das ganze Bild nicht die gewünschte 1/2000s zeigt. Abhilfe schafft:


    1. Ein flinker Zentralverschluss, haben aber nur die totalen Spezis und bringt auch nicht die Welt
    2. Ein schnell abbrennender Blitz, günstig und gut.


    Ein Systemblitz kann ohne weiteres so eingestellt werden (manuell i.d.R.), dass er, wie Henry schon schreibt, 1/20000 oder sogar noch Kürzer abbrennt. D.h. wenn man nur das Licht des Blitzes für die Aufnahme benutzt, so hat man eine echte 1/20000s eingefroren.
    Normalerweise brennt der Blitz in einer Aufnahme nur einmal. D.h. mit einem wandernden Schlitz des Verschlusses würde dann nur ein kleiner Teil des Chips belichtet – das ist nicht sinnvoll. Also muss der Verschluss so eingestellt werden, dass der gesamte Chip zur Belichtung offen liegt, wenn der Blitz abgefeuert wird. Gleichzeitig sollte die Verschlusszeit natürlich möglichst kurz sein, damit möglichst wenig Umgebungslicht die Aufnahme beeinflusst (wäre dies so, wäre die Bewegung ja nicht perfekt scharf eingefroren, sondern hätte entsprechende Bewegungseffekte, verwischen etc., was natürlich auch bewusst eingesetzt werden kann…). Also eine möglichst kurze Öffnungszeit, bei der der Kamerachip aber in einem Moment komplett frei ist: 1/250s, die so genannte Blitzsychronisationszeit. Hat nichts damit zu tun, wie lange die Elektronik braucht um den Blitz abzufeuern, sondern ausschließlich mit den Gegebenheiten des Verschlusses.

    Bei längeren Belichtungszeiten, sagen wir 1/20s, ist der Vorhang eine „lange“ Zeit komplett geöffnet. Hier macht es in Kombination mit einem Blitz Sinn, die Zündung des Blitzes im zeitlichen Verlauf zu steuern, wie Du auch schreibst. Durchgesetzt und in der fotografischen Praxis sinnvoll ist hier aber lediglich zu definieren, ob der Blitz direkt nach Öffnen des Verschlusses, oder vor Schließen des Verschlusses abgefeuert werden soll. Je nach Einstellung und Bewegung eines Motivs, welches gleichzeitig vom Umgebungslicht belichtet wird, erhält man dann Bewegungsschlieren in die eine oder andere Richtung der Bewegung im zeitlichen Verlauf.

    So ein wenig zwischen den Zeilen lese ich den Wunsch heraus, mit mehreren Blitzquellen schnelle Bewegungen einzufrieren. Das ist ein schwieriges Feld, da in der Tat mehrere Blitze leider oft nicht mit der gewünschten Gleichzeitigkeit zünden, selbst wenn es die gleichen Modelle des gleichen Herstellers sind. Abhilfe schafft zum einen der Verzicht auf weitere Bauteile wie Funkauslöser. Stattdessen einfache Kabel nehmen, meine 5DII hat dafür einen geschirmten Auslöseranschluss auf der Seite. Und ansonsten: Testaufbau, rotierendes Rad mit Zeiger auf Bohrmaschine, mehrere Blitze kaufen und schauen, ob sich eine Paarung auftut, die sychron ist. Oder gleich richtig Geld in die Hand nehmen und zwei Hensel Speed Max kaufen (>10.000)…

    LG,
    Heino

  2. 2 Benutzer sagen "Danke", klein_Adlerauge :


  3. #2
    Spitzenkommentierer Avatar von ralf3
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    Wenn du sowas machen möchtest, kann ich ja mal kurz beschreiben, wie ich das gemacht habe:

    9404-image_794013.jpg

    Die Belichtungszeit ist dabei einigermaßen irrelevant, ich habe sie auf die Synchronzeit der Kamera eingestellt. Sie sollte nur nicht so lang sein, dass das Umgebungslicht eine zu große Rolle spielt. Zwei preiswerte Yongnuo (oder wie auch immer man die schreibt) mit Infrarotzelle rechts und links neben dem Glas aufgestellt. Die Blitze auf möglichst kleine Leistung stellen (je kleiner die Leistung, desto kürzer die Brenndauer). Die passende Blende, nicht zu weit offen, durch ein paar Probeschüsse einstellen und los geht's.

    Nachtrag:
    Ich lese gerade nochmal, was Henry zum Triggern schreibt. Das habe ich mit Augenmaß gemacht, Eiswürfel fallen lassen, auslösen. Nach 3 oder 4 Versuchen klappt das ganz gut.

  4. 4 Benutzer sagen "Danke", ralf3 :


  5. #3
    Kennt sich aus
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    Ich danke für all die Hinweise und Erklärungen - da hatte ich den Einfluss des normalen Umgebungslicht in geschlossenen Räumen unterschätzt bzw. unterschätzt, wie viel das Licht vom Blitz dann ausmacht. Das passiert, wenn man sich das frei von praktischer Erfahrung auf einem Blatt Papier überlegt

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