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Thema: Eine Tischdrehbank muss her

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Ist oft mit dabei Avatar von Tw463
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    Lieber Henry

    Jetzt muss ich dich aber deutlich zurückpfeifen (ich hoffe, das sei mir als Neuling gestattet). Nur keine Druckluft zur Reinigung der Drehbank! Druckluft ist Gift für Werkzeugmaschinen! Wenn du eine Werkzeugmaschine mit Druckluft reinigst, drückst du Spähne und Staub in die Führungen und Lager. Das hält keine Maschine lange aus. Wenn eine präzisere Darstellung gewünscht wird, kann ich gerne weiter ausholen.

    Auch dein Hinweis zum Messschieber ist gefährlich. Messwerkzeuge sollten nur dann ganz geschlossen werden, wenn du vorher ein sauberes Blatt Papier eingeklemmt und durch die Messflächen gezogen hast.

    Die Bilder von Bastls Drehbank finde ich jetzt überhaupt nicht beunruhigend. Nur der Drehmeissel scheint eine Geometrie für Messing aufzuweisen, das kann ja nicht besonders gut gehen.

    Nichts für ungut.
    Sonnige Grüße aus der Schweiz
    Michael

  2. #2
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von Tw463 Beitrag anzeigen
    Lieber Henry

    Jetzt muss ich dich aber deutlich zurückpfeifen (ich hoffe, das sei mir als Neuling gestattet). Nur keine Druckluft zur Reinigung der Drehbank! Druckluft ist Gift für Werkzeugmaschinen! Wenn du eine Werkzeugmaschine mit Druckluft reinigst, drückst du Spähne und Staub in die Führungen und Lager. Das hält keine Maschine lange aus. Wenn eine präzisere Darstellung gewünscht wird, kann ich gerne weiter ausholen.
    ...

    Das musst Du nun mal erklären...
    Wenn Du mehrere Werkstücke in Serie einspannst, reinigst Du also alles mit Papier oder Lappen um Toleranzen durch in Spannzangen oder dem Backenfutter sitzenden Spänen zu säubern?
    Das mag bei Einzelbearbeitung noch gehen, aber an jedem der Arbeitsplätze der mir zugänglichen Werkstatt ist Druckluft gelegt, eben um Späne fort zu transportieren, wenn es darum geht, die Schnittflächen von sich "auftürmenden Aluminium - Konfetti" beim Schneiden von der Wendeschneidplatte und dem Werkstück fern zu halten.

    Das mit Druckluft nicht die Führungen und Lager gereinigt werden, dürfte doch klar sein und dieser Einwand mit der Sauberkeit am Arbeitsplatz und der Maschine war eher in Richtung "Span-Ergebnis" zu sehen...


    Auch dein Hinweis zum Messschieber ist gefährlich. Messwerkzeuge sollten nur dann ganz geschlossen werden, wenn du vorher ein sauberes Blatt Papier eingeklemmt und durch die Messflächen gezogen hast.

    Die Bilder von Bastls Drehbank finde ich jetzt überhaupt nicht beunruhigend. Nur der Drehmeissel scheint eine Geometrie für Messing aufzuweisen, das kann ja nicht besonders gut gehen.

    Nichts für ungut.
    Beunruhigend finde ich daran auch nichts... viel mehr beunruhigt mich, dass dann alle Mitarbeiter des feinmechanischen Betriebes ihre teils sauteuren Mitutoyu - Meßschieber stets und ständig durch nicht diesem "Prozedere" entsprechendes Verhalten nach Deiner Einschätzung nachhaltig "versauen"... sie legen die nämlich stets und ständig in geschlossenem Zustand weg, ohne sie vorher durch irgendein Blatt Papier gezogen zu haben.
    Canon EOS 5D MKIII, 5D MKI, Canon 1D MK IV, Sony A7, NEX7, A7 II.. und viele, viele feine Objektive aus dem Altglas-Container..

  3. #3
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    Mein Bild diente auch nur, um zu zeigen welche Meißel eher in die Kategorie "Mülltonne" einzuordnen sind. Der Meißel auf dem Bild stammte von dem Herren von dem ich auch die Bank kaufte.
    Diese hatte er wohl aus irgend einem Baumarkt. Ich habe mir zwischenzeitlich ein Paar von Mitarbeitern einer Maschienenwerkstatt geben lassen.
    Für >>MEINE<< Anforderung reicht diese Kombination allemal. Auch die Aussage mit dem 150W Motor ist einfach so nicht richtig. Es kommt einzig auf die Anwendung an!
    Soll heissen, das dieser für Kleinteile ausreicht - für viele Sachen die in einer Maschienenbauwerkstatt gedreht werden aber ist der Motor und die Drehbank natürlich ein Witz!
    Was will man also machen?
    Will man seine Bremsscheiben selber abdrehen können oder komplexe mechanische Systeme mit einer möglichst hohen Präzizion schaffen, dann ist all das was von Anderen in diesem Topic gesagt wurde absolut richtig.
    Will man aber lediglich ein paar Kleinteile für sich selbst anfertigen bei denen es auf einen hundertstel Millimeter nicht unbedingt genau ankommt ,weil diese einfach nicht existieren oder als einzelnes Ersatzteil unnötig teuer sind, dann ist so eine kleine 150W Drehbank schon wirklich nicht schlecht.

    Ich habe auch nichts anderes als meine persönlichen Erfahrungen eingebracht ,denn der Ein oder Andere will damit nichts anderes tun.

    Die Präzision optischer Geräte wird auch in soweit nicht angegriffen, so lange man die insich geschlossene optische Einheit dabei in Ruhe lässt.
    Bei so etwas wie dem Kürzen eines Tubuses ist das nun reine Ermessenssache eines jeden selbst, ob man absolut exakt auf Anschlag auch "unendlich" erreicht haben möchte, oder ob es um ein paar Grad drüber steht.
    Die begehrten China Adapter variieren zum Teil um 0,1-0,5mm ,diese Präzision erreicht meine Drehbank aber in jedem Fall!


    Auch die Aussage mit den Spänen verstehe ich nicht. Diese sind nicht nur von Meißel und Justage sondern auch zu einem Großteil von Material selbst abhängig. Das Rohmaterial auf dem Bild war irgendein Stahl oder gar irgendeine Legierung. Aluminium wirft einen vollkommen anderen Span und ist demnach überhaupt nicht vergleichbar. Aluminiumteile lassen sich um ein vielfaches leichter mit der Drehbank bearbeiten.
    Geändert von Bastl (02.10.2014 um 21:01 Uhr)

  4. Folgender Benutzer sagt "Danke", Bastl :


  5. #4
    Hardcore-Poster Avatar von DD_Ihagee
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    Ich darf mal?

    Bei uns werden die Lehrlinge (Azubis) zum Anfang OHNE Pressluft an die Maschinen gelassen.
    Nicht ohne Grund.
    Zur Maschinenreinigung ist Druckluft absolut ungeeignet, aus genannten Gründen.
    Zur Reinigung von Backen oder Werkzeugaufnahmen wird sie natürlich sehr wohl verwendet.

    Das gezeigte Werkzeug ist wirklich, nun ja, nicht sehr professionell.
    Ein Anschliff ist nicht zu erkennen; sollte die Farbgebung bei diesem Hobbyzeugs stimmen so wäre er für Guß oder bedingt Alu, Spanleitstufen sind auch keine eingeschliffen...tjaaa.

    Zur Spanbarkeit verschiedener Materialien: es gibt prinzipiell kurz-und langspanendes Material.
    Wenn die Schnittkräfte der Maschine allerdings nicht ausreichen, wird aus manch einem kurzspanenden Zeugs (vornehmlich bei Stahl) etwas, was nur Fitz verursacht.

    150 Watt sind allerdings sehr wenig, soll aber nicht heißen, daß man keine Zerspanung durchführen könnte. Dauert halt.
    Interessanter wird es, ob die Maschine steif genug ist, sich bei hohen Drehzahlen nicht aufzuschwingen.

    Zum Meßschieber - egal ob Mitutoyo, Mahr oder sonstwas, es bleibt ein Meßinstrument, mit dem aufs 1/10mm genau gemessen wird auch wenn die digitale Anzeige etwas anderes suggeriert.
    Somit sind Staubkörnchen nicht das Maß der Dinge.
    Sauberhalten sollte man ein Meßinstrument natürlich schon.

    VG
    Holger

    P.S. Zum Abblasen reicht zu Hause Druckluft in Dosen oder auch eine Bastelvariante mit 'nem Autoreifen.

  6. 3 Benutzer sagen "Danke", DD_Ihagee :


  7. #5
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    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    ... viel mehr beunruhigt mich, dass dann alle Mitarbeiter des feinmechanischen Betriebes ihre teils sauteuren Mitutoyu - Meßschieber stets und ständig durch nicht diesem "Prozedere" entsprechendes Verhalten nach Deiner Einschätzung nachhaltig "versauen"... sie legen die nämlich stets und ständig in geschlossenem Zustand weg, ohne sie vorher durch irgendein Blatt Papier gezogen zu haben.
    Fangen wir mal hinten an.
    Die Messflächen eines Messschiebers sind geläppt. Das heisst, sie wurden nach dem Schleifen auf eine recht tiefe Oberflächenrauheit gebracht. Wenn ich den Messschieber jetzt schliesse und es befinden sich Staubkörner zwischen den Messflächen, entstehen dort, wo die Staubkörner sind, extrem hohe partielle Flächenbelastungen. Solange das weiche Körner sind, ist das nicht weiter schlimm, aber sobald ein hartes Staubkorn zwischen die Messschenkel gerät, schlägt es dort Krater.
    Nehmen wir mal ein eher grosses Staubkorn mit einem Drchmesser von 1/10mm, das würde schon bei 100 Gramm Anpressdruck eine Flächenbelastung von 10 Tonnen pro Quadratzentimeter erzeugen; wenn es Kubisch wäre, bei jeder anderen Form wird der Druck noch exponentiell höher. Je kleiner das Körnchen, desto größer die Flächenbelastung. Wenn dieses Körnchen jetzt noch aus z.B Siliziumcarbid besteht (Schleifscheibenabrieb), hat es eine Härte die ganz nahe beim Diamant liegt und wird garantiert seine Spuren hinterlassen.
    Wenn ich ein Blatt Papier festklemme, drücke ich den Staub ins Papier und ziehe ihn mit dem Papier zwischen den Messflächen heraus.
    Ich habe auch heute noch einen Gebrauchsmessschieber und einen Guten für Präzisionsarbeiten. Beide schließe ich nach Möglichkeit nie ganz. Eine Noniusgravur ziehe ich digitalen Anzeigen übrigens klar vor.

    Zum Thema Pressluft an der Drehbank werde ich mich angesichts der späten Stunde ein anderes Mal äußern.
    Sonnige Grüße aus der Schweiz
    Michael

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