Ja, es handelt sich beim Angenieux 45-90mm um das typische Leica Objektivgehäuse - Finish der damaligen Leicaflex Ära.
Mit Deiner Bemerkung könnte man schonmal die haptischen Unterschiede der drei Probanden ansprechen.
Die Angenieux Objektive haben trotz ihres sehr sonderbaren Aussehens aber das eindeutig ergonomischere Handling.
Das Leica - Angenieux ist lang und schmal.. 146mm lang (mit Leica R auf EOS Adapter bis Vorderkante Streulichtblende) und an der dicksten Stelle (Fokusring besitzt es einen Durchmesser von ~65mm.
Die typisch ins Metall geriffelten Ringe für Fokussierung und die Zoomverstellung sind nur 10mm (Fokussierung) und 6,7mm (Brennweitenverstellung) breit.
Diese "dünnen" Griffe sind schwer zu ertasten an dem endlos langen Tubus.. und trüben den Eindruck von dem Objektiv schon bei der Bedienung..
ein typisches Beispiel, wo sinnvolle Bedienbarkeit geopfert wurde zugunsten eines Designs.
Gleichwohl vermittelt das Leica "Metall - Vollmantelgeschoss" natürlich schon beim Anfassen ein Maß an Präzision, das man zunächst bei den Angenieux's vermisst.
Verglichen mit dem Leica Angenieux fühlt sich insbesondere das 2.6-3.3/35-70mm wie ein klapperiges Billig-Zoom an.. (obwohl es eine hohe Präzision beistzt)..
Das Angenieux 2.6/28-70mm ist vom haptischen Eindruck ein "Zwitter"....
Mit einer Baulänge von 130mm (Vorderkante Streulichtblende bis EOS Auflage des Adapters, ist es kürzer als das Leica 45-90mm... hat aber verglichen mit dem 35-70mm ein solideres Anfassgefühl. Es sind deutlich mehr "Metallteile" verbaut.
Die Brennweitenverstellung läuft butterweich und sauber, wohingegen die Fokussierung dieses Exemplars etwas "Spiel" aufweist, während beim 35-70mm keinerlei spürbares "Spiel" zu erkennen ist.
Gleichwohl haben beide Angenieux's mindestens 2.5 x so breite Bedienorgane (35-70mm) respektive 3 x so breit (30mm Ringe beim 28-70mm).
Damit lassen sich die Angenieux - Einstell-Organe mit der Kamera am Auge deutlich angenehmer und zweifelsfrei finden, was beim Leica 45-90mm aufgrund der Tubus-Länge und der deutlich kleineren Riffelungsbreite sehr schwer fällt.
Beim Angeniexu 35-70mm sind diese Einstellringe in das Carbonmaterial in Form von breiten Vertiefungen eingearbeitet, während sie beim 28-70mm aus einem Metall besteht, das mit einem Gummi belegt wurde.
Bei den ersten Testschüssen für mich, hab ich immer elend umständlich an dem langen Tubus des Leica Angenieux nach dem Fokusring gesucht und bin meist bei der Brennweitenverstellung gelandet..
Erschwert wird auch das Auffinden des Blendenringes beim Leicaflex Angenieux..
Der Blendenring sitzt ja bekanntermaßen sehr dicht am Kameragehäuse.. nur 8mm breit und zudem noch geriffelt wie die beiden anderen Ringen, ist das Auffinden ebenfalls sehr schwer.
Wegen eines sich gleich an den Blendenring anschließenden, knapp 20mm dicken und umlaufenden zur "Zierde" geriffelten Tubusteils ist es fast unmöglich, die Blende zu verstellen, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen.
Beim 45-90mm wird dem Benutzer schon eine Menge "zugemutet" in der Bedienung..
Ganz anders die beiden Angenieux's..
Durch die großzügig breiten Ringe für Fokussierung, Brennweiterverstellung und den beim "Ertasten" deutlich abgesetzten Blendenring kommt an keiner Stelle die Frage auf, welches Einstell-Organ man grad in Händen hält oder ob man irgendwo anfasst, wo es gar nix zu verstellen gibt..
Zwar nicht im Aussehen und dem eine gediegene Solidität vermittelnden Anfassgefühl des Leicas versehen, aber in der Bedienung sind die Angenieux's haushoch überlegen.
Also absolute Funktionalitäts-Lösungen können - verglichen mit dem Leicaflex Angenieux bei beiden Original-Angenieux's - erwartet werden.
Man könnte fast glauben, dass die Angenieuix Gehäuse deshalb so aussehen, weil man aus eben diesen geschilderten Gründen zu einem neuen Gehäuse-Outfit überging, das dann aber rein die Angenieux "Handschrift" tragen sollte.
Gewichtstechnisch ist das 2.5-3.3/35-70mm das leichteste mit 628 g (alle Gewichtsangaben mit Adapter und Streulichtblende), gefolgt vom 2.6/28-70mm, das 767 g auf die Waage bringt.
Das schwerste Objektiv ist aber das Leica Angenieux 2.8/45-90mm, das aufgrund der Metall-Vollbauweise immerhin stolze 820 g wiegt..
LG
Henry



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