Ich krame mal diesen Thread hervor, um noch ein paar Eulen nach Athen zu tragen. Eigentlich hat Henry ja schon so ziemlich alle Aspekte des 35mm Elmarit-R gezeigt und beschrieben. Aber erstens hat das Elmarit absolut verdient, immer mal wieder in Erinnerung gerufen zu werden und zweitens finde ich es hilfreich, wenn zumindest mal zwei verschiedene Exemplare eines Objektivs mit Bildbeispielen gezeigt werden.
Mein Elmarit hat eine Seriennummer knapp unter 3 Mio, stammt aus dem Jahr 1978 und hat auch schon die eingebaute Streulichtblende und das 55mm Standard-Filtergewinde.
Technische Daten habe ich in dem Thread noch nicht gesehen (vielleicht auch nur überlesen?), daher reiche ich sie hier noch mal nach:
Gewicht: 301 g (Literaturangabe 305g)
Baulänge min. ab Auflagefläche: 41 mm
Filtergewinde: 55 mm
Blende 2.8-22 in halben Stufen
6 Blendenlamelllen
Naheinstellgrenze ca. 28cm
Fokusweg ca. 270°
Ausziehbare Streulichtblende (ca. 15 mm Auszug)
7 Linsen in 6 Gruppen
Einen Linsenschnitt habe ich leider nicht - vielleicht kennt ja jemand eine Quelle und kann diese Information ergänzen
Zu den unterschiedlichen Versionen habe ich folgende Angaben im Netz gefunden:
- Erste Rechnung 7 Linsen in 5 Gruppen, 1964-1974, bis Seriennummer 2517850
- Zweite Rechnung 7 Linsen in 6 Gruppen, zwei verschiedene Versionen:
- 1973-1978 bis Seriennummer 2928900 für Leica-Filter Serie 7
- 1978-1986 ab Seriennummer 2928901 mit E55-Gewinde (meine hier vorgestellte Version)
Weder zu der mechanische noch zu der optischen Qualität kann ich noch entscheidendes ergänzen. Ich kann nur das bisher gesagte mit ein paar Bildern bestätigen. Optik und Haptik wird m.E. völlig zurecht gerühmt und im Vergleich mit allen mir bisher verfügbaren Festbrennweiten und Zooms schneidet das Elmarit bei Blende 2.8 eindeutig am besten ab - und da waren durchaus auch schon Objektive vergleichbarer Preisklasse dabei wie z.B. das Nikkor 1.4/35. Was mir jenseits der Schärfe besonders aufgefallen ist, ist die enorm lebendige und intensive Farbwiedergabe. Gerade wenn man sehr viel die Objektive wechselt, stechen die Bilder mit dem Elmarit hinterher bei identischer Nachbearbeitung richtiggehend heraus. Das ist ein Aspekt, der bei digitaler Fotografie und den damit verbundenen Berbeitungsmöglichkeiten nicht mehr so ins Gewicht fällt, aber für analoge Kameras muss das Elmarit eine Offenbarung gewesen sein.
Ebenfalls sehr bemerkenswert finde ich die Räumlichkeit und das Bokeh bei Nahaufnahmen. Alle folgenden Bilder sind an der 5D MkII (KB-Format) fotografiert:
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-2r1usl.jpg
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-19lu7b.jpg
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_k-4sfu0a.jpg
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-6oouyo.jpg
Auch wenn die Sonne hoch am Himmel steht, darf man mit dem Elmarit ohne Bedenken die Offenblende verwenden wenn man den räumlichen Eindruck über einen Schärfeverlauf unterstützen will:
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-7s8uuk.jpg
f/2.8
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-9pvu7u.jpg
Und hier noch ein Bild zu den Farben - die Umwandlung von RAW in jpg erfolgte mit Standardeinstellungen in LR. Besonders auffällig finde ich hier die Differenzierung der Blautöne zwischen Himmel und Wasser. Das Bild entspricht auch genau meiner Erinnerung. Ich habe aber im Spiegel nachgeschaut, auf meiner Iris steht nichts von "Leitz"...
f/5.6
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-8ouuxs.jpg
Abgeblendet tauchen an harten Kontrastkanten in Nähe des Bildrandes leichte rot/cyan-Säume auf, die bei f 2.8 noch nicht zu sehen sind (s. Kirche oben). Diese sind aber nur in sehr hoher Auflösung erkennbar und einfach und restlos per Nachbearbeitung zu entfernen:
f/5.6
Link zur hohen Auflösung: http://www.abload.de/img/elmarit35_g-109duef.jpg












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