Zitat Zitat von Gienauer Beitrag anzeigen
Moin, moin und Dank für den schnellen Rat, Henry!

Solche Sucherlupe habe ich noch von meiner GF-Kamera (nur leider nicht griffbereit sondern in meinem WE-Haus). Ich werde es damit einmal ausprobieren, kann mir das aber nur bei Verwendung eines Dreibeinstativs vorstellen. Freihandphotographie ist dabei wohl nicht drin: Eine Hand hält die Kamera und löst aus, eine Hand hält die Lupe vor das Display - und welche Hand fokussiert? Ich ziehe ungern mit Stativ los.

Warum ist denn eine Schnittbildmattscheibe schlechter als die Eg-S? Soweit ich mich erinnere, empfiehlst du die doch für die 5D Mk1 (und andere)? Was heißt "schlechter" - wenn sie nicht besser ist, dann hat es natürlich auch keinen Sinn.

Und was spricht gegen eine 1,3x-Sucherlupe vor dem Prisma-Einblick?

LG
Hans-Joachim.
Hallo Hans-Joachim,

die gennanten Sucherlupen werden nicht mit einer Hand gehalten, sondern sind im Bereich des Displays mit einem doppelseitigen Klebeband mit einem Rahmen befestigt.
An den Rahmen wird dann entweder als einrastendes Teil oder auf magnetischem Wege (gibt da verschiedene Systeme) der eigentliche Sucher oder wahlweise auch der Lichtschacht befestigt.

Dann wirkt das System quasi wie ein "großer und tiefer Sucher" !! Zusätzliche Stabilität erhält das Ganze eben dadurch, dass Du die Kamera wieder wie gewohnt am Auge/Kopf anliegen hast, was für ziemlich "verwacklungsfreie Verhältnisse sorgt.. dann spielen maximal die Pendelbewegungen des Körpers noch eine Rolle beim Fokussieren und nicht das "Gezitter" am ausgestreckten Arm, wie es bei reinem LiveView - Betrieb der schweren 5D MKII der Fall ist.

Damit ist dann auch die zweite Hand wieder zum Fokussieren frei..

Die Verhältnisse bei der 5D MKI waren halt andere. Durch das fehlende LiveView war es unumgänglich, sich einige Sachen zu überlegen, mit denen man bessere Ergebnisse mit manuellen Linsen erzielt.

Die EE-s Scheibe von Canon (bei der 5D MKII heißt sie eben EG-s, ist aber das Gleiche) erbrachte bei hochöffnenden Objektiven > f2.8 bessere Ergebnisse, dunkelte aber bei f3.5 oder f4 schon deutlich ab.

Mit der Leica Scheibe und einigen anderen habe ich dann eine Weile lang experimentiert mit recht guten Ergebnissen. Jedoch sind diese Scheiben beim Einbau nicht unbedingt so "punktgenau" wie die EE-s Scheibe sondern mussten, um die gewünschte Präzision zu erreichen, etwas aufwändig mit Tesafilmstreifen justiert werden. Ich würde es niemandem, der es noch nie gemacht hat dazu raten, es an der 5D MKII einfach mal so "auf Verdacht" zu probieren. Das endet meist in Frust, weil der Sucher danach schnell aussieht, als wäre ein Sandsturm da durchgezogen..., weil bis es passt teilweise doch 10 oder mehr Ein- und Ausbauten der Scheibe erforderlich sind.

Die Genauigkeit war letztlich auch nicht sonderlich viel besser, als dass was ich mit der EE-s/EG-s erreicht habe. Manchmal war man mit der Schnittbild/Prismen - Ring Scheibe einfach etwas "schneller" in der Beurteilung bei der Fokussierung im Sucher.. mehr nicht.

Oftmals brachte es dann doch mehr, sich um den exakten Dioptrienausgleich im Sucher zu kümmern, der von vielen auch unterschätzt wird, aber für die Beurteilung der Feinauflösung im Sucherfenster enorm wichtig ist.

Dazu am besten mal ein AF Objektiv auf eine plane Fläche vom Stativ aus mit Liveview scharfstellen und dann mal checken, wie das dioptrienrad verstellt werden muss, damit es an das Auge angeglichen ist.

Naja und da gibt es noch so einige Tricks, die man vorher ausprobieren sollte.

Deine 1.3x Sucherlupe.. klar, kann man versuchen. Hilft aber auch nichts, wenn die Einstellscheibe nicht absolut korrekt justiert ist und der Dioptrienausgleich dazu auch noch aus dem Ruder läuft..

Es sind also etliche Dinge in Abgleich zu bringen im System ..

LG
Henry