Huch, dieser Thread ist ja in letzter Zeit völlig an mir vorbei gegangen. Sorry!
Ich bin froh, dass sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt haben...
Zur Frage "woher?": Das ist echt schwierig zu beantworten. Aussagen beruhen meist auf Gerüchten oder auf Schlussfolgerungen - keines von beiden muss wirklich wahr sein.
Sicher ist aber in der Tat, dass es nicht allzuviele Hersteller gab, die 1.2er produzieren konnten.
Zum Thema "Tomioka": Ich denke es ist beides falsch, sowohl den Mythos als "Wunderlinse" zu pflegen aber auch die Leistungen herunterzuspielen, ganz im Sinne von "schlechtes Noname-Produkt". Ich hatte auch einmal ein "Tomioka" Revuenon 1.4/55 und es war eine richtig gute Optik. Verkauft habe ich sie nur weil mir meine anderen 1.4er (Zuiko und Voigtländer/Mamiya) noch besser gefallen haben und weil ich im Takumar 1.4/50 ein lichtstarkes Objektiv für meine M42-Spotmatic gefunden habe, das auch noch stilgetreuer ist.
Ein 1.2er "Tomioka" habe ich bisher noch nicht genutzt. Ich rechne aber durchaus damit, dass es ein faszinierendes Objektiv sein kann, wenn ich auch die zum Teil erreichten Preise von über €300,- in der Bucht nicht nachvollziehen kann. Für das Geld bekommt man ein 1.2er Zuiko oder ein 1.2er Nikkor und da weiß man von wem es stammt.
Wer aber ein 1.2er Tomioka, Cosina, Porst oder was auch immer für einen vernünftigen Preis finden kann, der soll sich einfach darüber freuen und es nutzen.
Wichtig ist es, und darin stimme ich mit Henry völlig überein, dass das Fotografieren bei f1.2 etwas ganz Besonderes und damit leider auch ganz besonders schwierig ist. Kleinste Ungenauigkeiten, egal wo, trüben das Bild. Mein Nikkor 1.2/55 will auch bei Offenblende äußerst exakt bedient sein. Die Idee des "Fokus-Bracketing" halte ich da für sehr sinnvoll.
Und selten sind ein Stativ und LiveView so nützlich. Schon verrückt, oder? Man nutzt eine extrem lichtstarke Linse, um kein Stativ zu benötigen, doch nur durch den Einsatz eines solchen, lässt sich die Leistung relativ zuverlässig bewerten.
Da man aber mit einem 1.2er nicht nur Sujets in nächster Umgebung fotografiert, sondern auch Szenen, die etwas weiter weg spielen, z.B. in einer Kneipe, nimmt die Schärfentiefe wieder zu und die Gefahr, mit dem Fokus völlig daneben zu liegen, wieder ab.
Gott sei Dank!
Nur mal so als Beispiel: Crop-Sensor, 1.2/55
Objektentfernung = 2 Meter / Schärfentiefe = 6cm
Objektentfernung = 8 Meter / Schärfentiefe = 95cm !!



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